Im Jahr 2026 ist es wieder an der Zeit, dass die Muppets auf die Bühne zurückkehren. Es scheint, als würde jede Generation ihr eigenes Muppets-Revival erleben, und diese halbstündige TV-Sondersendung ist der bislang stimmigste Versuch, die Figuren aus Jim Hensons Kreaturenwerkstatt wieder in die Form zu bringen, die sie einst unsterblich gemacht hat. Nach eher unglücklichen Neustarts, die von Mockumentaries über Sketch-Chaos bis hin zu Rockband-Satire reichten, kehrt die Muppet Show endlich zu ihrem ursprünglichen Kern zurück: einer klassischen Varieté-Show der alten Schule.
Unter der kreativen Leitung von Seth Rogen, der selbst einen humorvollen Gastauftritt hat, wird schnell klar, dass hier jemand verstanden hat, warum die Originalserie von 1976 bis 1981 so unvergesslich wurde. Es geht nicht um Meta-Kommentare, sondern um absurde Sketche, Musicalnummern, das Chaos hinter den Kulissen und einen völlig überforderten Moderator, Kermit, der verzweifelt versucht, alles unter Kontrolle zu halten. Die ersten Dialoge zwischen Statler und Waldorf geben den Ton an: respektlos, selbstironisch und mit pointierten Beobachtungen.
Klassisches Chaos statt moderner Verkrampfung
Das Special folgt bewusst altbewährten Mustern, und genau darin liegt seine Stärke. Wo moderne Effekthascherei oder ironische Distanzierung fehlen, herrschen Gefühl, Chaos und sichtbare Puppenstangen. Die Rückkehr erfahrener Puppenspieler wie Dave Goelz verleiht dem Ganzen eine authentische Note. Sabrina Carpenter als musikalischer Gast erweist sich als cleverer Coup. Sie fügt sich mit ihrer Bühnenpräsenz nahtlos in das Varieté-Format ein, als würde sie schon ihr ganzes Leben lang mit tanzenden Hühnern auftreten.
Wie zu erwarten, eskalieren die Sketche ins Absurde. Rizzo die Ratte sorgt für hysterische Momente, Dr. Honeydew und Beaker ignorieren weiterhin alle Sicherheitsvorschriften, und Miss Piggy bleibt die unangefochtene Hauptfigur in allem, was sie macht. Wie immer dreht sich alles um die Frage, ob Kermit diese Show irgendwie über die Bühne bringen kann. Und natürlich gelingt ihm das auf die charmant chaotische Art und Weise, die seit Jahrzehnten das Herzstück der Muppets ausmacht.
Diese Sonderausgabe fühlt sich an wie eine kuschelige, leicht abgegriffene Decke. Sie ist herrlich altmodisch, bewusst unausgereift und verstrickt sich nicht um jeden Preis in aktuellen Trends. Und als möglicher Testballon für eine neue Staffel funktioniert sie überraschend gut, weil sie einfach nur das ist, was man von ihr erwartet.
Fazit: Hier wird das Rad nicht neu erfunden und das ist auch überhaupt nicht nötig. Seth Rogen hat ein erstaunlich gutes Gespür dafür, warum das Muppet-Prinzip funktioniert. Die Rückkehr zum klassischen Varieté-Format ist zwar albern, aber dennoch liebenswert und gekonnt umgesetzt. Wenn sich hier die Blaupause für eine neue Staffel abzeichnet, gibt es nur eins zu sagen: Vorhang auf, bitte mehr davon!
Bewertung 10 / 10





