Inhalt: Becket Redfellow hat Witz, Stil, Bildung und Charme. Doch eines besitzt er nach wie vor nicht – das milliardenschwere Vermögen, das ihm laut seiner Mutter von Geburt an zusteht. Seine Mutter Mary, einst Erbin des gewaltigen Redfellow-Imperiums, wurde von ihrer einflussreichen Familie bei Beckets Geburt verstoßen und starb völlig verarmt. Jetzt ist ihr charismatischer, vom Drang nach Höherem getriebener Sohn fest entschlossen, all das zurückzuholen, was er für gestohlen hält. Becket entwickelt einen raffiniert-mörderischen Plan, um die sieben Redfellow-Verwandten, die zwischen ihm und dem Familienbesitz stehen, aus dem Weg zu räumen. Während die Erben einer nach dem anderen in einer Reihe von köstlich einfallsreichen „Unfällen“ ums Leben kommen, muss Becket der Beziehung zu seiner neuen Freundin Ruth gerecht werden und sich gleichzeitig den gefährlich koketten Avancen seiner Jugendliebe Julia stellen.
Ein Geständnis auf den letzten Metern
„How To Make A Killing“ beginnt mit einem starken narrativen Setup. Wall-Street-Broker Becket Redfellow sitzt in der Todeszelle und hat nur noch wenige Stunden zu leben. Im Gespräch mit einem Priester rekonstruiert er die Ereignisse, die ihn dorthin geführt haben. Was folgt, ist eine Rückblende in ein Leben, das von Privilegien geprägt sein sollte, sich jedoch anders entwickelte. Trotz seiner Herkunft aus einer milliardenschweren Familie wächst Becket fernab dieses Reichtums auf, nachdem seine Mutter enterbt wurde.
In New Jersey führt Becket ein unspektakuläres Leben, bis er seine Jugendliebe Julia wieder trifft. Sie wird zum Katalysator für seine Eskalation. Ihre Andeutung, dass Reichtum seine Chancen bei ihr verbessern würde, bringt ihn auf eine radikale Idee. Um an das Familienvermögen zu gelangen, beschließt er, sämtliche Verwandten auszuschalten, die vor ihm in der Erbfolge stehen. Damit verwandelt sich die Geschichte von einem sozialen Drama in eine makabre Kriminalkomödie. Regisseur John Patton Ford, der mit „Emily The Criminal“ sein Talent für dichte, energiegeladene Erzählungen bewiesen hat, setzt auch hier auf Tempo und trockenen Humor.
Die Mordsequenzen sind bewusst stilisiert und unterhaltsam inszeniert. Besonders einzelne Szenen stechen hervor, etwa ein tödlicher Zwischenfall auf einem Boot oder eine makabre Begegnung in einer Dunkelkammer. Doch trotz dieser gelungenen Momente bleibt vieles vertraut. Die Figuren wirken archetypisch und greifen bekannte Klischees auf, ohne sie entscheidend weiterzuentwickeln.

Tempo, Humor und bekannte Muster
Glen Powell trägt den Film mit Charisma und Präsenz. Seine Darstellung eines charmanten, zunehmend skrupellosen Protagonisten funktioniert, erreicht jedoch nicht die Vielschichtigkeit, die das Konzept ermöglichen würde. Margaret Qualley ergänzt ihn überzeugend, bleibt jedoch ebenfalls innerhalb bekannter Rollenbilder. Der Vergleich mit „Hit Man“ drängt sich auf, in dem Powell bereits ähnliche Facetten deutlich variabler ausspielen konnte.
Als lose Neuinterpretation des Klassikers „Adel Verpflichtet“ bleibt der Film hinter den Möglichkeiten zurück. Das Original überzeugte vor allem durch seine formale Kühnheit und kreative Doppelbesetzungen. Diese Art von Risiko oder Experimentierfreude fehlt hier weitgehend. Stattdessen setzt der Film auf eine sichere, konventionellere Umsetzung.
Fazit: „How To Make A Killing“ ist eine unterhaltsame, temporeiche Krimikomödie mit starkem Hauptdarsteller und einigen gelungenen Einzelszenen. Doch trotz solider Inszenierung fehlt es dem Film an Eigenständigkeit und kreativer Schärfe, um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Ein Film, der funktioniert, aber nicht herausragend ist.
Film Bewertung 6 / 10





