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THE FALL GUY - FILMPLAKAT

Inhalt: Stuntman Colt Seavers (Ryan Gosling) wird aus dem „Ruhestand“ geholt, nachdem der Hauptdarsteller eines Films – unter der Regie seiner Ex-Freundin Jody (Emily Blunt) – spurlos verschwindet.

© Universal Pictures Germany

Film Kritik

Wie kann es sein, dass die Academy die Stunt-Gemeinschaft Hollywoods noch immer nicht mit einer eigenen Oscar-Kategorie würdigt? Wenn Filme wie „John Wick: Kapitel 4“ oder „Mad Max: Fury Road“ die Grenzen der Stuntkunst verschieben, wird das wie etwas unglaublich Überraschendes angesehen.

Glücklicherweise ist David Leitchs romantische Action-Komödie The Fall Guy – basierend auf der Fernsehserie aus den 1980er Jahren mit Lee Majors in der Hauptrolle – eine passende Referenz für die längst überfällige Aufnahme dieser Kategorie bei den Academy Awards.

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Der Film sorgt jedenfalls dafür, dass man bis zu diesem heißersehnten Tag eine Menge Spaß hat. Leitch, ehemaliger Stuntman und u.a. fünfmaliges Brad Pitt Stunt-Double, inszeniert hier den Traum für jeden (Nostalgie-)Filmliebhaber. Dafür verzichtet er (fast) auf den Einsatz von CGI. So ist sein Fall Guy in jedweder Hinsicht „altmodisches Filmemachen – und er tobt sich gnadenlos aus.

Ryan Gosling ist Colt Seavers in THE FALL GUY,
Ryan Gosling ist Colt Seavers in THE FALL GUY, Regie David Leitch ©Universal Studios. All Rights Reserved.

Ryan Gosling ist Colt Seavers

So folgt er denselben selbst referenziellen Pfaden wie bei Bowfinger, Tropic Thunder oder Babylon. Er zieht den Vorhang zurück, und gewährt den Blick hinter die Kulissen eines Hollywoods, das sich selbst auf den Arm nimmt. Fast jede Szene ist mit einem augenzwinkernden Metawitz über den Produktionsvorgang von Filmen gespickt.

Dennoch spürt man in jedem Bild ein bisschen Liebe und Leidenschaft.. Jede Stuntsequenz – sei es ein riskanter Sprung aus einem Hubschrauber, eine ausgefeilte Kampfszene in einem neonbeleuchteten Nachtclub oder oder eine explosive Verfolgungsjagd über den Strand – ist eine halsbrecherische Hommage an die Männer und Frauen, die dieses Handwerk beherrschen.

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Der Plot des Filmes besteht aus einem egozentrischen Superstar Tom Ryder (Aaron Taylor-Johnson), der spurlos verschwindet, einer zwielichtigen Produzentin (Gail Meyer) und einem Film im Film namens „Metalstorm“ (man denke an Mad Max und Cowboys & Aliens).

Was folgt, ist ein actiongeladenes Sammelsurium verhängnisvoller Ereignisse. Unter anderem gibt es Einhörner-Halluzinationen nach dem Genuss eines Drinks und eine Beziehung, in der es um die Frage „Willst du, willst du nicht“ geht – eine Anspielung auf Notting Hill inklusive.

(L-R) Emily Blunt und Ryan Gosling in The Fall Guy
© Universal Pictures International Germany GmbH

Gosling und Blunt versprühen einen altmodisch-romantischen Wohlfühlcharme

Das Drehbuch wird kaum Preise für Originalität gewinnen, aber selbst in den Momenten, in denen der leichtgewichtige Plot überfordert zu sein scheint, gibt es mehr als genug Gags und musikalische Spielereien, um das Interesse aufrechtzuerhalten. Auch wenn sich die Sequenzen in jedem Akt zu wiederholen scheinen, wird es nie langweilig.

Gosling, der immer noch im Rausch seiner Kenergy ist, versteht es mittlerweile, den liebenswerten Schuft zu spielen. Jedes verschmitzte Lächeln und jedes schlagfertige Auftreten zeigen, warum er zu den Besten seines Fachs gehört. Auch Emily Blunt – selbst keine Unbekannter in Sachen Stuntarbeit – begeistert hier und da mit einem netten Spruch mit todernster Miene.

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Wenn ihr sehen wollt, wie sie z.B. Ryan Gosling Gosling im wahrsten Sinne des Wortes „grillt“, und ihn denselben Feuer-Stunt immer und immer wieder wiederholen lässt – ab ins Kino! Regisseur David Leitch macht sich die Stärken beider zunutze und zusammen erzeugen sie einen nostalgisch-romantischen Wohlfühl-Charme. Kurz gesagt: der ideale Sommer-Film im Mai!

Fazit: Nicht alles funktioniert, aber dank einiger spektakulärer Stunts und Gosling und Blunt in Höchstform ist diese unterhaltsame Rom-Action-Com eine Art Liebeserklärung an die unbesungenen Helden des Kinos.

Film Bewertung 7 / 10

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