GEISTERVILLA FILMPOSTER

Inhalt: Als die alleinerziehende Mutter Gabbie (Rosario Dawson) ein Anwesen in Louisiana kauft, muss sie feststellen, dass es dort gewaltig spukt. Sie engagiert den Fremdenführer Ben Matthias (LaKeith Stanfield), um das Haus von seinem Geisterspuk zu befreien.

Haunted Mansion Schriftzug am Eisentor zur Geistervilla
© Disney

Mit „Fluch der Karibik“ (2003) hat Disney bewiesen, dass sie einen Kinohit auf der Grundlage einer ihrer Themenpark-Attraktionen drehen können. Es folgte ein Film mit Eddie Murphy ( erinnert ihr euch?), der auf einer weiteren Disneyland-Attraktion, The Haunted Mansion, basierte. Das brachte zwar ein ordentliches Einkommen, wurde aber nicht zum großen Film-Franchise.

Zwanzig Jahre später ignoriert Disney die Warnzeichen, die durch Großprojekte wie Jungle Cruise ausgelöst wurden, und veröffentlichte nun Geistervilla, das weder eine Fortsetzung noch ein Remake darstellt, aber dennoch die gleichen Zutaten enthält: Talentierte Darsteller, CGI-Phantastereien an allen Ecken und Enden, überdrehte Komik, Easter Eggs für Themenpark-Fans, unnötig komplizierte übersinnliche Geheimnisse und der Eindruck, dass man es allzu eilig hat, Gänsehaut zu erzeugen.

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Geistervilla ist genau die Sorte von Film, die Streaming-Dienste füllt. Allerdings ist er in dieser Kategorie nicht so frisch wie Christopher Landons jüngstes Netflix-Projekt We Have A Ghost und steht auf der Disney+ Liste in einer Reihe mit Filmen wie Blackbeard’s Ghost oder The Gnome-Mobile.

Regisseur Justin Simien hat die smarte Indie-Satire Dear White People gedreht und darauf eine pointierte Hip-Hop-Fabel über Vampir-Frisuren namens Bad Hair folgen lassen. Er ist eine hervorragende Wahl für einen Mainstream-Film, daher ist es eine echte Enttäuschung, dass ihm kein besseres Thema angeboten wurde.

Geistervilla
© Disney

Geistervilla ist weder besonders lustig noch besonders gruselig

Katie Dippold ( Ghostbusters-Reboot von 2016) verfasste ein Drehbuch, als ob sie mit Notizen über die Handlungsstränge, die unbedingt enthalten sein mussten, und die Trick-Effekte aus dem Disneyland-Original, die nicht weggelassen werden durften, überschüttet worden wäre. Die gut gespielten, aber abgedroschenen Vorträge über Trauer und „Weitermachen“ sind zwischen Szenen mit Danny DeVito, der in Unterwäsche durch spukige Flure streift, oder Tiffany Haddish, die schreit, als ein verwunschener Stuhl sie in den Schlamm kippt, eingefügt.

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LaKeith Stanfield verkörpert einen geplagten Helden mit einer zurückhaltenden, sympathischen Intensität, was zwar lobenswert ist, jedoch weniger gut ankommt als Owen Wilsons typisch abgespactes Schauspiel (er ist ein gescheiterter Exorzist) und Haddishs Geplapper als übermütiges Medium. Als Hausbesitzerin des Spukhauses übernimmt Rosario Dawson die Eddie-Murphy-Rolle, wird aber in der Mutter-Rolle kaum gefordert.

In der Rolle der Madame Leota sammelt Jamie Lee Curtis Bonuspunkte mit einem erstaunlichen Stummfilmstar-Outfit, aber die meiste Zeit steckt sie als abgetrennter Kopf in einer Kristallkugel fest. Sie schafft es auch nicht, an Jennifer Tillys Interpretation derselben Figur heranzukommen ( das Denkwürdigste am Film von 2003).

Geistervilla Trailer
© The Walt Disney Company

Bei Jared Leto wurden die Morbius‘ Wangenknochen per CGI so verändert, dass er einen kopflosen Bösewicht spielen kann. Die Illusion der Korridore, die sich in völlig unmögliche Geometrien verwandeln, wird durch CGI erzeugt, wodurch man das Gefühl nicht loswird, dass wir schon mal hier gewesen sind und uns diesmal nicht so sehr schocken lassen.

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Fazit: Die Geschichte erinnert an eine Art „Kindergeburtstagsfeier“-Remake von Tanz der Totenköpfe (1973) und leidet darunter, dass sie weder besonders lustig noch besonders gruselig ist. Seine Rettung ist eine Darstellerriege, mit der man gerne Zeit verbringt.

Film Bewertung 5 / 10