Mehr als ein Jahrhundert gehörte die Sternbrücke zum Hamburger Stadtbild. Unter und rund um die Eisenbahnbrücke entstand über Jahrzehnte eine eigene urbane Kultur aus Clubs, Kiosken, Gastronomie, kleinen Gewerbebetrieben und Menschen, für die dieser Ort weit mehr war als ein Verkehrsbauwerk. Als feststeht, dass die alte Brücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll, beginnt eine Auseinandersetzung über Stadtentwicklung, Erinnerung und die Zukunft von Subkultur.
Dokumentarfilmer Christian Hornung begleitet diesen Prozess in „Sternbrücke Forever“. Der 98-minütige Film startet am 8. Oktober 2026 im Verleih von JIP Film & Verleih in den deutschen Kinos.
Die Menschen unter der Brücke
Hornung konzentriert sich nicht auf die Brücke als technisches Bauwerk, sondern auf jene Menschen, deren Alltag sich rund um sie entwickelt hat. Mehmet verkauft Falafel, Martina betreibt einen Kiosk, Stefan repariert Autos. Gleichzeitig strömen an den Wochenenden Besucher in die Clubs und Veranstaltungsorte unter der Sternbrücke. Dort haben Betreiber und Kulturschaffende über Jahre Räume geschaffen, die eng mit der Hamburger Musik- und Clubszene verbunden sind. Mit der Ankündigung des Abrisses wird aus dem alltäglichen Ort plötzlich ein Raum auf Zeit.
Einige der Beteiligten versuchen, über Gespräche und politische Beteiligung Einfluss auf die Zukunft des Viertels zu nehmen. Andere nehmen langsam Abschied. Wieder andere organisieren Protest und gehen auf die Straße.
Wem gehört die Stadt?
Damit erweitert „Sternbrücke Forever“ seinen Blick über Hamburg hinaus. Die Fragen, die der Film stellt, beschäftigen zahlreiche europäische Großstädte: Wie viel Raum bleibt für Subkultur, wenn Grundstückspreise steigen und Stadtviertel umgebaut werden? Wer entscheidet darüber, welche Orte erhalten werden? Und was geschieht mit einer gewachsenen kulturellen Struktur, wenn ihr räumlicher Mittelpunkt verschwindet? Die Sternbrücke wird dadurch zum Beispiel für einen städtischen Veränderungsprozess, in dem Infrastruktur, wirtschaftliche Interessen, Lärmschutz, Anwohner, Kultur und Politik aufeinandertreffen.
Hornung beobachtet diesen Konflikt aus der Perspektive der Menschen vor Ort. Nicht ein abstraktes Stadtplanungskonzept steht im Vordergrund, sondern die konkrete Erfahrung, dass ein vertrauter Lebensraum verschwindet. Der Regisseur verantwortet sowohl Buch als auch Regie und war zudem am Schnitt beteiligt. Die Kamera führte Marvin Hesse. STERNBRÜCKE FOREVER startet am 8. Oktober 2026 in den deutschen Kinos.





