WAR MACHINE

Inhalt: Während der letzten Auswahlphase der US Army Rangers wird eine Übung eines Elite-Teams zum Kampf ums Überleben gegen eine unvorstellbare Bedrohung.

Militärdrill trifft Science-Fiction-Spektakel

Der Titel „War Machine“ ist bei Netflix nicht völlig neu. Bereits 2017 erschien David Michôds satirische Kriegsfilmkomödie mit Brad Pitt. Der neue Film mit demselben Namen schlägt allerdings eine völlig andere Richtung ein. Statt politischer Satire liefert er ein überdrehtes Action-Spektakel, das Kriegsfilm, Science-Fiction und Monster-Action miteinander vermischt. Im Zentrum steht Alan Ritchson als Soldat, der lediglich unter seiner militärischen Kennziffer bekannt ist: 81.

Der körperlich nahezu unzerstörbar wirkende Rekrut meldet sich freiwillig für die Eliteeinheit der US-Army-Ranger. Sein Motiv ist persönlich. Er will seinem verstorbenen Bruder gerecht werden, der im Prolog des Films von Jai Courtney gespielt wird und die Handlung kaum über die ersten Minuten hinaus überlebt. Nach seiner Einberufung muss sich 81 den klassischen Torturen eines militärischen Ausbildungslagers stellen. Drill, Erniedrigung und körperliche Grenzerfahrungen gehören zum Alltag.

Doch während andere Rekruten an ihre Grenzen stoßen, scheint 81 geradezu darauf programmiert zu sein, jede Herausforderung noch extremer zu bewältigen. Er sprintet Hügel hinauf, während seine Kameraden joggen. Im Nahkampf schaltet er Konkurrenten aus, als wäre es Routine. Selbst bei einem Schwimmtest treibt er die Selbstzerstörung so weit, dass er beinahe am Boden eines Beckens ertrinkt, nur um zu beweisen, dass Aufgeben für ihn keine Option ist. Zur Sicherheit hat er sich das Motto gleich tätowieren lassen. DFQ steht in großen Buchstaben auf seinem Unterarm: „Don’t fucking quit.“

Alan Ritchson als 81 in War Machine
War Machine. Alan Ritchson als 81 in War Machine. Cr. Ben King/Netflix © 2026.

Vom Militärtraining zur Alien-Jagd

Der erste Teil des Films folgt den bekannten Mustern eines klassischen Bootcamp-Dramas. Gleichzeitig tauchen im Hintergrund immer wieder Nachrichtenberichte über ein mysteriöses Objekt aus dem All auf, das sich der Erde nähert. Ein Detail, das zunächst nebensächlich wirkt, sich später jedoch als entscheidend erweist.

Als die Rekruten zu ihrer Abschlussprüfung ins Gelände geschickt werden, geraten sie plötzlich in einen Kampf ums Überleben. Eine zweibeinige außerirdische Kampfmaschine taucht auf und beginnt, die unbewaffneten Soldaten systematisch zu jagen. Warum diese Maschine ausgerechnet eine kleine Gruppe von Rekruten ins Visier nimmt, bleibt weitestgehend ungeklärt. Der Film interessiert bis zum Ende nicht für die Strategie der Invasoren.

Stattdessen konzentriert er sich darauf, wie der riesige Alien-Terminator seine Opfer über Berge, Wälder und Flüsse verfolgt und dabei ein Arsenal futuristischer Waffen einsetzt. Visuell erinnert die Maschine an eine bizarre Mischung aus ED-209 ( aus RoboCop) und Megatron und sorgt für eine Reihe überraschend effektiver, CGI-lastiger Actionsequenzen.

Alan Ritchson als 81 in War Machine.
War Machine. Alan Ritchson als 81 in War Machine. Cr. Ben King/Netflix © 2026.

Actionkino mit deutlichen Vorbildern

Regisseur Patrick Hughes, der gemeinsam mit James Beaufort auch das Drehbuch schrieb, ist vor allem durch Filme wie „The Expendables 3“ und die „Hitman’s Bodyguard“-Reihe bekannt. Entsprechend inszeniert er die Action mit sichtlicher Begeisterung. Der Einfluss von „Predator“ ist dabei kaum zu übersehen. Zwar erreicht „War Machine“ weder die Spannung noch die handwerkliche Präzision von John McTiernans Klassiker, doch als nostalgischer Rückgriff auf das Actionkino der 1980er-Jahre funktioniert der Film erstaunlich gut.

Die Figuren bleiben allerdings eher grob gezeichnet. 81 wirkt im Grunde wie eine Variante von Jack Reacher mit angeschlagenem Knie. Der Rest der Truppe dient überwiegend als Plasma-Kanonenfutter für die außerirdische Bedrohung. Auch die Dialoge erreichen selten mehr als funktionale Zweckmäßigkeit. Oft wirken sie mechanischer als die Maschinen, gegen die die Soldaten kämpfen.

Doch was dem Film an Raffinesse fehlt, macht er durch pure Energie wieder wett. Eine Reihe von Actionszenen sorgt für konstanten Unterhaltungswert. Ein blutiges Gefecht in den Bergen, eine riskante Flussüberquerung und eine rasante Verfolgungsjagd mit einem gepanzerten Fahrzeug gehören zu den spektakuläreren Momenten.

War Machine. Esai Morales as Torres in War Machine.
War Machine. Esai Morales als Torres in War Machine. Cr. Netflix © 2026.

Der Film zelebriert diese rohe Energie mit sichtlicher Freude

Hinzu kommt die physische Präsenz von Alan Ritchson. Wie bereits in der Serie „Reacher“ gezeigt, besitzt er eine Leinwandwirkung, die sich aus schierer Körperlichkeit speist. Es hat etwas elementar Befriedigendes, einem Schauspieler zuzusehen, der gefühlt zu achtzig Prozent aus Bizeps besteht und seine Gegner mit brutaler Direktheit aus dem Weg räumt.

„War Machine“ ist in vieler Hinsicht absurd. Die Handlung ist simpel, die Figuren bleiben oberflächlich, und die Logik der Geschichte wird großzügig ignoriert. Doch gerade diese hemmungslose Einfachheit macht einen Teil seines Reizes aus. Als laute, bewusst überdrehte Hommage an die Direct-to-Video-Science-Fiction-Actionfilme der 1980er- und 1990er-Jahre funktioniert der Film erstaunlich gut.

Fazit: Wer also an einem Freitagabend durch Streaming-Algorithmen scrollt und Lust auf einen Muskelberg hat, der eine außerirdische Killer-Maschine mit Sprüchen wie „Thermodynamik, Motherfucker!“ anschreit, könnte hier durchaus auf seine Kosten kommen. Ein anspruchsloses, bombastisches Action-Spektakel, das in fast jeder Hinsicht übertrieben ist und genau deshalb mehr Spaß macht, als es eigentlich dürfte.

Film Bewertung 6 / 10