“The Hunt” | Film Kritik | 2020

Ein Wald mit einem Reh und vielen überdimensionalen Waffen als Baumstamm getarnt, stellen das Poster zum Film The Hunt dar.

Film: The Hunt
Regie: Craig Zobel
Verfügbar bei: Amazon Prime (seit 14. Mai 2020)
Länge: 91 min
FSK: 18

Film Kritik:

von Nicola Scholz

Blutige Menschenjagd

Ein paar Leute kommen in einem Waldstück zu Bewusstsein. Sie wissen nicht wie sie dahin gekommen sind, noch wieso sie dort sind. Doch schnell wird klar, dies ist ein Spiel und sie sind die Spielfiguren, welche gejagt werden. Nach und nach wird die Spielfigurenanzahl minimiert auf grausame Art und Weise. Doch eine unter ihnen, Crystal, weiß wie man um sein Leben kämpft.


The Hunt
©Universal Pictures

Ihr ist klar, das sie nichts und niemandem trauen darf und, dass das Spielbrett scheinbar größer ist als sie zunächst vermutet hatte. Crystal dreht den Spieß um und macht Jagt auf ihre Jäger, dabei kommt sie einem viel grausameren Geheimnis immer näher. „Ready or not Ready“ könnte man fast sagen bei diesem grausamen Spiel, das zunächst wie eine Mischung aus genanntem Film und „Tribute von Panem“ erscheint.

Doch obwohl der Film so blutrünstig ist wie ein Quentin Tarantino Film, hält er auch nicht mit dem Humor zurück. Anders als es der deutsche Trailer zunächst vermuten lässt, ist es keine spannungsgeladener Verfolgungsjagd auf Leben und Tod, sondern ein Film der auf der einen Ebene den Konflikt zweier Parteien erzählt und auf der anderen Ebene einfach nur ein unterhaltsamer, gewalttätiger Actionfilm ist.


The Hunt
“The Hunt” ©Universal Pictures

Erinnert an “Harte Ziele” mit Jean – Claude van Damme

Dabei hält er definitiv einiges an Potenzial zurück und geht mehr in die übertriebenen Darstellungen wie Menschen auf brutale Art und Weise hingerichtet werden können. Ob man da den tieferen Sinn des ganzen versteht bleibt in Frage gestellt.

Irgendwie lässt dieser Blumhouse Film doch deutlich nach und auch wenn die ersten paar Minuten noch Spaß machen, da der überraschende Humor zunächst sehr unerwartet kommt, verliert der Film doch schnell an Fahrt. Man ist inzwischen von Blumhouse irgendwo einen gewissen Standard gewohnt. Die Produktionsfirma steht für außergewöhnliche Horror Geschichten mit der richtigen Prise Humor, welcher durchaus nicht auf die typischen Elemente des Gernes setzt. Auch „The Hunt“ ist in diesem Fall keine Ausnahme was das angeht.

Dennoch wartet Blumhouse für gewöhnlich immer mit überraschenden Wendungen auf oder eben für das Genre untypischen Momenten. All das schafft „The Hunt“ leider nicht, schnell wird klar was das für ein Spiel ist, welches die Jäger im Film spielen und auch der große Höhepunkt am Ende will nichts ganz so funktionieren wie erhofft.


The Hunt: Eine verängstigte Frau in einer Box gefangen.
Come Out And Play “The Hunt” ©Universal Pictures

Der Ansatz verpufft schnell und findet sich im Klischee wieder

Einige Elemente gefallen dennoch an dem Actionthriller. Spielt er am Anfang zum Beispiel gekonnt mit dem Klischee der Hauptfigur, welche doch schon meist in den ersten paar Minuten eingeführt wird. Sobald wir als Zuschauer jedoch denken, dass wir wissen wem wir folgen, wendet sich das Blatt für diese Figur, und uns als Zuschauer, drastisch. Doch auch dieser Effekt verpufft schnell.

Und auch die sehr übertriebenen blutigen Schlachtszenen, sind nach ein paar wenigen Sequenzen nicht mehr so humorvoll wie zu Beginn. Die Grundidee hat viele interessante Ansätze, doch werden sie nicht vollends ausgebaut oder umgesetzt. Man bekommt auch das Gefühl das eben nicht mehr als die Idee existiert hat und der Rest schnell zusammengesetzt wurde.

Spaß macht es nur der toughen Crystal zuzuschauen, die wie so oft in Blumhouse Produktionen, als Frau in einer Hauptrolle agieren darf, ohne dabei ausschließlich als schwacher Part zu wirken. Doch nach großen Erfolgen wie „Der Unsichtbare“ ( zur Kritik ) oder „Get Out“, ist dieser Blumhouse Film einer der schwächeren und lässt nur darauf hoffen, dass die Produktionsfirma in Zukunft wieder mit stärkeren Werken aufwartet.

Meine Meinung: 6/10

10 – Meisterwerk – 8-9  sehr gut – 6-7 gut – 5  Ziel erreicht – 3-4 grad noch wach geblieben – 1-2 Geldverschwendung – 0 Geld zurück verlangen 


©Universal Pictures

Nicola Scholz betreibt den Blog Wortzauber und schreibt Rezensionen für Kinomeister. Sie ist leidenschaftlicher Filmfan und hat bereits bei zwei Kurzfilmen Regie geführt. Nicola ist regelmäßiger Gast bei der Berlinale.