The Good Neighbor Poster


Inhalt: Die aufkeimende Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Nachbarn nimmt eine tragische Wendung, als David (Luke Kleintank) eine junge Frau überfährt und ihren Tod verursacht.

© Screen Media Films

Film Kritik:

Den Journalisten David (Luke Kleintank) verschlägt es nach einer schwierigen Trennung nach Lettland wo er sich in das leerstehende Wochenendhaus eines Freundes einquartiert. Schnell lernt er auch den schrägen und allein lebenden Nachbarn (Jonathan Rhys Meyers) kennen. Als David beobachtet wie dieser Abends einsam Tierdokus schaut nimmt er ihn kurzerhand mit in die Stadt, um einen Club aufsuchen.

Als sich die beiden Nachbarn Stunden später und leicht angetrunken mit dem Auto auf den Rückweg machen, übersieht David im dunklen allerdings eine Radfahrerin. Es ist Janine, welche David erst gerade im Club kennengelernt hatte. Sein Nachbar überredet ihn die Tote am Straßenrand liegen zu lassen. Doch David kann den Vorfall nicht vergessen, erst recht nicht, als er zur Pressekonferenz muss um einen Artikel über den Vorfall zu schreiben.

Der Super Mario Bros. Film entspricht genau dem, was man sich von einer solchen Verfilmung erhofft

Dabei lernt er auch noch die Schwester der Toten kennen. Er verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Lügen und sein Nachbar scheint ihn auch nicht mehr loslassen zu wollen. Stephan Rick schafft es leider nicht seinem eigenen Langfilmdebüt aus dem Jahr 2011 ein starkes Remake zu verleihen. Vielleicht ist es auch schwierig dem eigenen Stoff ein neues Gewand zu verleihen und den Spagat zwischen etwas „Neues“ zu Erschaffen und der alten Vorlage treu zu bleiben, hinzubekommen.

Das zeigte auch schon Till Schweigers „Honig im Kopf“ welches internationale Pendant „Honey in the Head“ leider nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen konnte. „Unter Nachbarn“ mit Charly Hübner und Maxim Mehmet glänzte vor allem durch die grandiose Interaktion der beiden Hauptdarsteller, welche ihre Rollen fabelhaft verkörperten. In Ricks Remake schafft es vor allem Jonathan Rhyes Meyers nicht den schrägen Nachbarn so darzustellen, dass man ihm seine Rolle abnimmt.

© Screen Media Films

Eine ziemlich einfallslose Neuauflage, die das Original von 2011 nicht annähernd erreicht

Dabei ist Meyers ein etablierter Schauspieler der bekannt wurde durch die Serien wie „The Tudors“ oder Filme wie „Matchpoint“. In „The Good Neighbors“ ist er einfach nicht in Topform. Aber auch die anderen Rollen schaffen es nicht im Ansatz die spannenden Charaktere aus dem deutschen Vorgänger widerzuspiegeln. Die Backstory der Figuren reicht hier leider auch nicht aus um den Figuren mehr Facetten zu verleihen und damit den Schauspielern mehr an die Hand geben zu können.

Das es an Rick als Regisseur scheitert ist Zweifelhaft, da er gerade im deutschen Raum bewies, dass er spannende Szenarien schaffen kann. „Unter Nachbarn“ beweist damit, dass es nicht so sehr die Figuren sind, die einen Film lebendig werden lassen, sondern dessen Darsteller. Das unterschwellige Böse, was im deutschen Vorgänger die ganze Zeit mitschwingt und den Film trotz weniger Schockmomente zu einem durchaus spannenden deutschen Thriller werden lassen, fehlt dem Remake gänzlich. Recht albern kommt einem Meyers als schräger Nachbar immer wieder vor und damit fehlt auch jegliche Glaubwürdigkeit und damit einhergehende Spannung.

Die Fabelmans ist ein bittersüßes Meisterwerk an Lebensfreude

Das der Film Potenzial aufweist macht Ricks Version von 2011 deutlich, leider verspielt er das beim Remake komplett- und verpasst damit wahrscheinlich die Gelegenheit, einen Fuß in den Internationalen (Film-)Bereich zu setzen. Einfache Kameraarbeit, einfache Bildgestaltung, wenig Aufwand der sich leider auch in der Handlung und der Ausarbeitung seiner Figuren widerspiegelt, lassen den Thriller wie ein billiges, schnell gedrehtes B-Movie erscheinen, welches in der Masse an Streaming Angeboten untergehen wird.

Fazit: Statt einen neuen gut durchdachten Thriller zu kreieren oder den Vorgänger so anzupassen, dass er auch als internationales Remake funktionieren kann, bietet The Good Neighbor leider nur eine recht einfallslose und vorhersehbare Geschichte, welche über 100 Minuten sogar viel länger wirkt. Am Ende bleibt nur die Empfehlung zum Film von 2011 zu Greifen und das Remake getrost beiseite zu lassen.

Film Bewertung: 4 / 10