THE FURIOUS

Inhalt: Nachdem seine Tochter von einem skrupellosen Verbrechersyndikat entführt wird und die korrupte Polizei untätig bleibt, nimmt Wang Wei (Xie Miao) ihre Rettung selbst in die Hand. Auf seiner Suche trifft er auf den kompromisslosen Journalisten Navin (Joe Taslim), der seit dem mysteriösen Verschwinden seiner Frau einen persönlichen Feldzug gegen das Netzwerk führt. Getrieben von Verlust und Vergeltung geraten die beiden Männer in einen brutalen Strudel der Gewalt – und stellen sich einer übermächtigen Organisation, die keine Zeugen hinterlässt.

Atemberaubende Action mit eigener Handschrift

Während sich der blutige Showdown von „The Furious“ entfaltet, wird schnell klar, worum es Regisseur Kenji Tanigaki geht: kompromisslose Action. In den knapp zwei Stunden Laufzeit vergeht kaum ein Moment, ohne dass jemand geschlagen, getreten oder mit voller Wucht gegen Wände, Tische oder den Boden geschleudert wird. Die Handlung um einen Vater, der seine entführte Tochter retten will, erinnert zwar unverkennbar an „Taken“, dient aber letztlich nur als Fundament für eine beeindruckende Abfolge hervorragend inszenierter Kampfszenen.

Dass Kenji Tanigaki viele Jahre als Action-Choreograf gearbeitet hat, ist in jeder Einstellung spürbar. Statt lange Dialoge zu führen, lässt er seine Figuren ihre Konflikte mit Fäusten, Tritten und spektakulären Martial-Arts-Einlagen austragen. Bereits die Eröffnungssequenz, in der der stumme Wang Wei (Xie Miao) versucht, seine Tochter zu befreien, überzeugt mit kreativen Choreografien, die stark an Jackie Chans Klassiker erinnern.

Mit jeder weiteren Auseinandersetzung steigert sich der Film. Ob Schlägereien in engen Hallen oder ein gnadenloser Kampf in einer Polizeistation, bei dem Wushu, Judo und klassische Martial-Arts-Techniken aufeinandertreffen – Tanigaki findet immer neue Möglichkeiten, seine Kämpfe abwechslungsreich und dynamisch zu gestalten. Die Szenen werden von einer Kamera eingefangen, die ständig in Bewegung ist, begleitet von einem kraftvollen Sounddesign, das jeden Schlag und jeden Knochenbruch fast körperlich spürbar macht.

THE FURIOUS
© capelight pictures

Spektakuläre Kämpfe stehen klar im Mittelpunkt

Die Geschichte nimmt sich nie wichtiger als notwendig und weiß genau, weshalb das Publikum den Film sehen möchte. Zwar versucht „The Furious“ über den Journalisten Navin (Joe Taslim) und das Verhältnis zwischen Vater und Tochter auch emotionale Akzente zu setzen, doch diese Momente erreichen nicht ganz die Intensität der Action.

Stattdessen lebt der Film von seinem kreativen Einfallsreichtum. Wenn ein Kind auf einem Motorrad durch einen Gebäudeflur rast oder alltägliche Gegenstände zu gefährlichen Waffen werden, entwickelt der Film genau jene überdrehte Energie, die große Hongkong-Actionfilme seit Jahrzehnten auszeichnet. Dabei schwingt immer wieder eine liebevolle Verbeugung vor Regisseuren wie John Woo oder Jackie Chan mit, ohne dass „The Furious“ dabei wie eine bloße Kopie wirkt.

THE FURIOUS
© capelight pictures

Ein Highlight für Martial-Arts-Fans

Zu den absoluten Höhepunkten gehört der spektakuläre Lagerhauskampf mit Brian Le (Everything Everywhere All at Once). Gemeinsam mit Xie Miao und Joe Taslim liefert er sich eine der besten Actionsequenzen des Films, bei der sogar ein Vorschlaghammer zum zentralen Bestandteil der Choreografie wird. Mit beeindruckender Präzision wechseln Waffen, Gegner und eine Flut von Schlägen permanent die Richtung und schaffen so eine Szene, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Gerade diese kompromisslose Inszenierung zeigt, dass Kenji Tanigaki mittlerweile weit mehr ist als nur ein Action-Choreograf. Er versteht es, Kämpfe nicht nur technisch perfekt umzusetzen, sondern ihnen auch eine eigene Dynamik und Handschrift zu verleihen.

Fazit: „The Furious“ ist eine mitreißende Liebeserklärung an das klassische Hongkong-Actionkino. Die dünne Handlung tritt bewusst in den Hintergrund und macht Platz für hervorragend choreografierte Kämpfe, spektakuläre Stunts und kompromisslose Martial-Arts-Action. Kenji Tanigaki beweist eindrucksvoll, dass handgemachte Action noch immer begeistern kann und liefert eines der unterhaltsamsten Genre-Highlights der letzten Zeit.

Film Bewertung 8 / 10