Inhalt: In „Mortal Kombat II“ kehren die Lieblinge der Fans zurück – noch schlagkräftiger, noch entschlossener und diesmal verstärkt durch niemand Geringeren als Johnny Cage höchstpersönlich. Auf die Helden wartet ein gnadenloser, blutiger Kampf, der alles Bisherige in den Schatten stellt. Das Ziel: die Schreckensherrschaft von Shao Khan zu beenden. Doch der Einsatz könnte nicht höher sein, denn es geht um das Überleben von Earthrealm – und das Schicksal seiner letzten Verteidiger.
Mehr Turnier, mehr Chaos und deutlich mehr Blut
„Mortal Kombat II“ macht von Anfang an deutlich, dass es diesmal mit der eigentlichen Show so richtig losgeht. Während sich der erste Film von 2021 vor allem wie ein langer Prolog anfühlte, bringt die Fortsetzung nun auch das legendäre Kampfturnier auf die große Leinwand. Es ist offensichtlich, dass die Filmreihe als Trilogie konzipiert ist, die sich um die Ereignisse vor, während und nach dem Turnier dreht.
Regisseur Simon McQuoid konzentriert sich dieses Mal stärker auf die Kämpfe selbst und liefert genau die Art von Eskalation, die vielen Fans im Vorgängerfilm gefehlt hat. Eine der größten Veränderungen betrifft die Figuren. Der eher farblose Cole Young wird deutlich in den Hintergrund gedrängt, während Kitana und Johnny Cage umso mehr in den Vordergrund rücken. Genau diese Verschiebung verleiht dem Film zumindest ein wenig mehr Profil. Adeline Rudolph bringt die nötige Härte und Entschlossenheit in die Rolle der Kitana ein, auch wenn der Film ihre Hintergrundgeschichte nur oberflächlich streift.
Insbesondere die Dynamik mit Jade deutet auf interessante Konflikte hin, denen es jedoch an der nötigen Tiefe mangelt. Karl Urban hingegen erhält als Johnny Cage deutlich mehr Bildschirmpräsenz. Sein abgehalfterter Hollywoodstar, der sich plötzlich inmitten der absurden Welt von Mortal Kombat wiederfindet, sorgt für viele der lustigsten Momente des Films.

Zwischen Fanservice und Videospiel-Ästhetik
Der Fokus liegt jedoch eindeutig auf den Kämpfen. Die Fatalities sind erfreulich blutig, die Choreografie ist abwechslungsreich und abgesehen von den etwas schwachen CGI-Effekten kommt die rohe Energie der Kämpfe zumindest stellenweise zur Geltung. Besonders das Duell zwischen Liu Kang und Kung Lao sticht hervor, da es kreative Action mit spektakulärer Fantasy-Gewalt verbindet. Genau hier zeigt sich jedoch auch das größte Problem der Fortsetzung.
Eine Filmadaption sollte nicht das Gefühl auslösen, sofort wieder zum Controller greifen zu wollen, weil große Teile der Inszenierung wie verlängerte Zwischensequenzen eines Videospiels wirken. Gerade bei einer filmischen Umsetzung erwartet man cineastische Qualitäten und filmisches Einmaleins: Charaktertiefe, Spannung, Atmosphäre, Dynamik und visuelle Eigenständigkeit. Stattdessen reproduziert „Mortal Kombat II“ oft lediglich die Spielvorlage, ohne daraus wirklich eigenes Kino zu entwickeln.
Wenn der Film nur kopiert, was das Spiel ohnehin bereits besser kann, fragt man sich zwangsläufig, warum man nicht einfach selbst zur Konsole greift, anstatt ins Kino zu gehen. Auch die Kämpfe funktionieren deshalb längst nicht alle gleich gut. Abgesehen vom bereits erwähnten Highlight-Duell fehlt vielen Auseinandersetzungen die besondere Wucht oder kreative Handschrift, die wirklich im Gedächtnis bleibt.

CGI-Probleme und fehlende emotionale Fallhöhe
Darüber hinaus ist die CGI über weite Strecken überraschend schlecht. Viele Hintergründe, Effekte und Greenscreen-Sequenzen wirken künstlich und rauben den Kämpfen ihre physische Glaubwürdigkeit. Gerade in einer Filmreihe, die von Härte, Körperlichkeit und brutaler Direktheit lebt, wird dieser künstliche Look schnell zum Problem. Auch die dünne Handlung bleibt ein Problem. Der Film spricht ständig von schrecklichen Konsequenzen und dem möglichen Untergang von Earthrealm, doch gleichzeitig wird der Tod durch ständige Auferstehung und Totenzauber fast bedeutungslos.
Dies schafft ein seltsames Ungleichgewicht zwischen ernster Stimmung und völliger Absurdität. Emotional fällt es schwer, sich auf die Figuren einzulassen, da jederzeit jemand zurückkehren könnte oder die nächste absurde Wendung schon vor der Tür steht. Glücklicherweise ist sich der Film selbst bewusst, wie lächerlich vieles davon ist. Vor allem Josh Lawson als Kano liefert erneut die besten Szenen. Seine bissigen Kommentare und Deadpool-artigen Sprüche lockern regelmäßig die Stimmung auf und bewahren manche Szenen davor, völlig überdramatisch zu werden. Genau diese selbstironische Haltung hilft dem Film, seinen überspitzten Ton zumindest bis zu einem gewissen Grad auszugleichen. Denn ohne Kano würde „Mortal Kombat II“ viel ernsthafter wirken, als es der Film eigentlich verdient.
Fazit: „Mortal Kombat II“ ist laut, brutal, chaotisch und erzählerisch eher dürftig. Die Handlung bleibt dünn, viele der Spezialeffekte wirken erschreckend schwach, und große Teile der Produktion erinnern eher an Videospiel-Zwischensequenzen als an einen eigenständigen Film. Zwar retten ein paar kreative Fatalities und der eine oder andere herausragende Kampf den Film hin und wieder, doch gelingt es der Fortsetzung selten, wirklich zu beeindrucken. Am Ende bleibt vor allem Fan-Service mit Zitaten, Anspielungen, viel Blut und wenig Substanz.
Film Bewertung 5 / 10





