Silber und das Buch der Träume

Inhalt: Die 17-jährige Liv entdeckt mit Henry und einer Gruppe Gleichgesinnter die Fähigkeit, Träume zu steuern. Basierend auf Kerstin Giers Jugendbuchreihe offenbart sich die düstere Seite dieser außergewöhnlichen Gabe. Tauche ein und erfahre, welchen Preis sie für die Kontrolle über ihre Träume bezahlen müssen.

© Amazon Prime Video Deutschland

„Wenn wir träumen, betreten wir eine Welt, die ganz und gar uns gehört“ (Albus Dumbledore) – besser hätte es ein Zauberer aus einem anderen Fantasy-Epos wohl nicht beschreiben können. In „Silber und das Buch der Träume“ entführt uns die Regisseurin Helena Hufnagel in eine Traumwelt, die auf der Bestseller-Buchvorlage „Silber – Das erste Buch der Träume“ von Kerstin Gier basiert.

Im Buch sowie in der Verfilmung dreht sich alles um Träume, die von einigen Auserwählten bewusst gesteuert und auch beeinflusst werden können. Im Fokus der Geschichte steht die 17-jährige Liv Silber (Jana McKinnon), die zusammen mit ihrer Mutter (Nicolette Krebitz) und ihrer kleinen Schwester Mia (Riva Krymalowski) nach London zieht.

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Dort trifft sie auf den mysteriösen Henry (Rhys Mannion), der ihr Leben komplett auf den Kopf stellt. Henry gehört nämlich einem geheimen Zirkel an, der die Fähigkeit des luziden Träumens beherrscht. So können sich die Gruppenmitglieder als aktive Akteure in ihren Klarträumen bewegen und den Traum sogar ein Stück weit beeinflussen.

Doch es geht sogar über die eigenen Träume hinaus, denn die Gruppe kann auch in andere Träume eindringen und sich in ihnen einigermaßen frei bewegen. Diese Fähigkeit könnte der Schlüssel zu Livs erst vor kurzem aufgetretenen, unheilvollen Träumen sein. Doch schnell wird klar, dass mehr als nur Livs Traumwelt in Gefahr ist.

SILBER UND DAS BUCH DER TRÄUME
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Ein langer Korridor voller Möglichkeiten

Neben der hervorragend in Szene gesetzten Geschichte besticht der Film vor allem mit dem Traumwelt-Setting. So wird die Traumwelt als ein langer, düsterer Korridor voller Türen dargestellt. Ja, ich hatte auch direkt „Monster AG“-Vibes, doch ganz so nett wie im Pixar-Klassiker geht es in der Traumwelt von „Silber und das Buch der Träume“ nicht zu.

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Die Traumwelt ist zum Teil ein düsterer Ort, in dem es nicht nur gute Träume gibt. Für eine Jugendbuch-Verfilmung ist der Film durchaus düster. So bekommt man einen Mix aus Thriller, Romanze und Drama mit Mystery-Elementen präsentiert. Bereits zu Beginn des Films wird man im wahrsten Sinne des Wortes ins kalte Wasser geschubst und erlebt einen für Liv Silber prägenden Albtraum.

Generell ist die Stimmung des Films eher etwas düster, voller Mysterien und die Handlung scheint auf den ersten Blick nicht immer ganz klar. Doch das macht einen guten Thriller ja aus.

SILBER UND DAS BUCH DER TRÄUME
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Beziehungen sind das Stichwort

Die Regisseurin Helena Hufnagel weiß die Handlung des Buches hervorragend in Szene zu setzen. So wird ein großer Fokus auf die Beziehungen der einzelnen Charaktere gelegt. Gerade das etwas angespannte Verhältnis von Liv zu ihrer Mutter und natürlich der neuen Patchworkfamilie sowie der Verlust eines Familienmitglieds beeinflussen omnipräsent die Handlung des Films.

Eine feste Konstante und Anker für Liv sind die Beziehung zu ihrer Schwester und die aufkeimende Liebesbeziehung zu Henry, die eine komplette Wandlung der Protagonistin im Laufe des Films ermöglicht. Gerade zu Beginn des Films wirkt Liv noch sehr zurückhaltend und in sich gekehrt, doch mit jedem Besuch in der Traumwelt steigt auch ihr Selbstbewusstsein und sie wirkt erwachsener.

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Das liegt vor allem auch an der schauspielerischen Leistung von Jana McKinnon, die meiner Vorstellung von Liv aus den Büchern sehr, sehr nah kommt. Generell machen die Haupt- sowie Nebendarsteller einen guten Job, die Charaktere wirken in sich stimmig und ähneln den Buch-Charakteren.

Buchverfilmungen sind zumeist ein zweischneidiges Schwert, denn nicht immer schaffen es Regisseure/innen, die komplexe Geschichte eines Buches auch auf der großen Leinwand genauso beeindruckend wirken zu lassen.

Die Premiere des Amazon Prime Films „Silber – Und das Buch der Träume“ im Delphi Filmpalast. (Photo by Gerald Matzka/ProjectImages for Amazon Prime) © Prime Video

Gelungene Buchverfilmung mit einer spannenden Geschichte voller Mysterien

Ein gutes Negativbeispiel ist z.B. „Eragon“, das als Buch eine spannende Geschichte mit Drachen, Elfen und Magie erzählt, als Film ist die Geschichte aber übelst gefloppt. Jedoch ist „Silber und das Buch der Träume“ nicht die erste Romanvorlage, die von Kerstin Gier verfilmt wurde.

Bereits die „Edelstein“-Trilogie hat es auf die große Leinwand geschafft und bei IMDB immerhin durchschnittlich eine Wertung von sechs Sternen erreicht. „Silber und das Buch der Träume“ würde ich sogar noch ein wenig besser bewerten.

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So gefallen mir die Charakter-Entwicklung von Liv, die düstere Traumwelt und der ansteigende Spannungsbogen mit einer verworrenen Geschichte, die erst sehr spät im Film Sinn ergibt. Zudem hält sich der Film sehr nah am Buch, was vor allem Fans der Buchreihe gefallen dürfte.

Fazit: Wer also auf eine gelungene Buchverfilmung mit einer spannenden Geschichte voller Mysterien, einer Liebesbeziehung und einem Hauch von Fantasy steht, sollte sich „Silber und das Buch der Träume“ nicht entgehen lassen.

Film-Bewertung 7,5 / 10