MUNICH OPEN FILM FESTIVAL

Münchens Filmlandschaft bekommt Zuwachs. Vom 4. bis 6. Dezember 2026 feiert das Munich Open Film Festival (MOFF) seine Premiere und bietet unabhängigen Filmschaffenden aus aller Welt eine neue Plattform. Insgesamt 17 Filme aus 13 Ländern stehen auf dem Programm, darunter Spiel- und Dokumentarfilme, Animationen sowie experimentelle Arbeiten. Eröffnet wird das Festival mit dem Drama „Muganga“, an dessen Produktion auch Hollywoodstar Angelina Jolie beteiligt war.

Hinter der Veranstaltung steht ein kleines Team Münchner Filmschaffender, das das Festival ohne öffentliche Förderung organisiert. Aus mehr als 240 Einreichungen aus 53 Ländern wurde das Programm zusammengestellt. Neben internationalen Produktionen sind auch vier Filme vertreten, die direkt in München entstanden sind.

Angelina Jolie eröffnet mit „Muganga“ das Festivalprogramm

Den Auftakt bildet am Freitag, 4. Dezember, das Drama „Muganga“ von Regisseurin Marie-Hélène Roux. Der Film erzählt die Geschichte des kongolesischen Arztes Denis Mukwege, der sich über Jahrzehnte für Frauen einsetzte, die im Osten der Demokratischen Republik Kongo sexualisierte Gewalt überlebt haben. Mukwege riskierte für seine Arbeit wiederholt sein Leben und wurde 2018 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seine Geschichte bildet die Grundlage für ein Drama über medizinische Hilfe, persönliche Verantwortung und den Kampf gegen Gewalt in einer von Konflikten geprägten Region.

In den Hauptrollen sind Isaach de Bankolé und Vincent Macaigne zu sehen. Produziert wurde der Film von Cynthia Pinet und Angelina Jolie, die sich seit Jahren auch außerhalb ihrer Schauspielkarriere mit humanitären Fragen beschäftigt. Die Eröffnung findet im Neuen Rottmann in der Münchner Maxvorstadt statt. Anschließend zieht das Festival für die beiden weiteren Veranstaltungstage nach Haidhausen um.

MUGANGA
© Petites Poupées Production

17 Filme aus 13 Ländern zeigen die Vielfalt des unabhängigen Kinos

Das Munich Open Film Festival möchte bewusst Produktionen sichtbar machen, die im regulären Kinobetrieb häufig nur schwer einen Platz finden. Das Programm umfasst unterschiedliche Genres, Erzählformen und kulturelle Perspektiven. Zu den ausgewählten Filmen gehört „Malika“ von Natalia Uvarova, eine internationale Koproduktion aus Irland, Kasachstan und Moldau. Der Film wurde bereits 2025 beim Busan International Film Festival in der Sektion Vision vorgestellt.

Einen anderen Schwerpunkt setzt der Dokumentarfilm „War on Art“ von Andrzej Miękus. Er beschäftigt sich mit Freiwilligen, die während des Krieges in der Ukraine versuchen, Kunstwerke und kulturelles Erbe vor der Zerstörung zu bewahren. Die Dokumentation wurde zuvor unter anderem auf Festivals in Warschau und Odesa präsentiert. Auch das Animationskino ist vertreten. „Hanacaraka – A Tale of Java“ greift eine traditionelle Erzählung aus Java auf und bringt sie in animierter Form auf die Leinwand. Mit „The Tale of the Peony“ ist zudem eine Produktion aus Hongkong Teil des Programms.

Darüber hinaus gehören experimentelle Arbeiten und ein Film, bei dessen Entstehung künstliche Intelligenz eingesetzt wurde, zur Auswahl. Das Festival zeigt damit auch, wie unterschiedlich Filmschaffende heute mit den Möglichkeiten des Mediums umgehen.

MUNICH OPEN FILM FESTIVAL
© MUNICH OPEN FILM FESTIVAL

Gespräche mit Filmschaffenden gehören zum Festivalerlebnis

Am Samstag und Sonntag finden die Vorführungen im KiM Kino im Einstein in Haidhausen statt. Das Programm ist an beiden Tagen in Filmblöcke unterteilt, an die sich jeweils ein einstündiges Gespräch mit Filmschaffenden und Mitgliedern der Jury anschließt. Diese Begegnungen bilden einen wesentlichen Bestandteil des Festivalgedankens. Das Publikum soll nicht nur Filme entdecken, sondern auch erfahren, unter welchen Bedingungen sie entstanden sind, welche Entscheidungen hinter ihrer Gestaltung stehen und welche Herausforderungen unabhängige Produktionen mit sich bringen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen ersten Kurzfilm oder eine abendfüllende Dokumentation handelt. Unterschiedliche Erfahrungsstufen und Produktionsformen sollen gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Festivalleiter Pung Worathiti, Ko-Leiter Andreas Schrade und Programmleiterin Devan Fry möchten damit einen Ort schaffen, an dem sich die Münchner Filmszene und internationale Gäste unmittelbar austauschen können.

Gerade für eine Stadt mit einer etablierten Filmhochschule, zahlreichen Produktionsunternehmen und einer aktiven unabhängigen Filmszene eröffnet ein solches Format zusätzliche Möglichkeiten, Arbeiten außerhalb der üblichen Vertriebswege einem Publikum vorzustellen.

Internationale Jury vergibt vier Festivalpreise

Für die Auswahl der Filme war eine internationale Jury mit 13 Mitgliedern verantwortlich. Sie sichtete und bewertete sämtliche Einreichungen. Lediglich rund sieben Prozent der eingereichten Produktionen schafften es in das endgültige Programm. Am Sonntagabend werden die ersten Auszeichnungen des Munich Open Film Festival vergeben. Vorgesehen sind Preise für den besten Film, die beste Regie und die beste Schauspielleistung. Hinzu kommt ein Publikumspreis, bei dem die Besucherinnen und Besucher selbst über ihren Favoriten entscheiden.

Damit erhalten nicht nur die Entscheidungen der Fachjury Gewicht. Auch die unmittelbare Reaktion des Publikums wird zu einem Bestandteil des Wettbewerbs. Die Auszeichnungen sollen den beteiligten Filmschaffenden zugleich bei ihrer weiteren Arbeit helfen. Neben den Preisen sind unter anderem Zugänge zu professionellen Produktions- und Branchennetzwerken vorgesehen.

Muganga
© Petites Poupées Production

Drei Festivaltage zwischen Maxvorstadt und Haidhausen

Das erste Munich Open Film Festival beginnt am Freitag, 4. Dezember 2026, um 17:45 Uhr mit „Muganga“ im Neuen Rottmann in der Rottmannstraße 15. Am Samstag, 5. Dezember, wird das Programm ab 15 Uhr im KiM Kino im Einstein in der Einsteinstraße 42 fortgesetzt. Am Sonntag beginnen die Filmvorführungen bereits um 14:30 Uhr. Den Abschluss bildet die Preisverleihung am Sonntagabend. Alle Filme werden in ihrer Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt. Neben Tageskarten ist auch ein Festivalpass für sämtliche drei Veranstaltungstage erhältlich.

HIER TICKETS SICHERN: MUNICH OPEN FILM FESTIVAL

Mit seiner ersten Ausgabe möchte sich das Munich Open Film Festival als Treffpunkt für unabhängige Filmschaffende und ein neugieriges Kinopublikum etablieren. Die Verbindung aus internationalem Wettbewerb, Münchner Produktionen und persönlichen Gesprächen bietet dafür einen Rahmen, in dem nicht allein bekannte Namen, sondern vor allem die Filme selbst im Mittelpunkt stehen.