Inhalt: Nach 15 Jahren der Trennung führt das Schwert der Macht Prinz Adam (Nicholas Galitzine) zurück nach Eternia und entdeckt, dass seine Heimat unter der heimtückischen Herrschaft von Skeletor (Jared Leto) in Trümmern liegt. Um seine Familie und seine Welt zu retten, muss sich Adam mit seinen engsten Verbündeten zusammenschließen – Teela (Camila Mendes) und Duncan alias Man-At-Arms (Idris Elba) – und sein wahres Schicksal als He-Man annehmen, den mächtigsten Mann des Universums.
Viel Selbstironie, aber wenig echte Heldenreise
Man sollte vermutlich nicht erwarten, dass sich ein Film über einen Helden namens He-Man allzu ernst nimmt. Schließlich basiert Masters of the Universe auf einer Zeichentrickserie, die wiederum aus einer Spielzeugreihe hervorgegangen ist. Regisseur Travis Knight entscheidet sich deshalb bewusst gegen Pathos und für einen augenzwinkernden Ansatz. Das funktioniert über weite Strecken erstaunlich gut, offenbart aber mit zunehmender Laufzeit auch die größte Schwäche des Films.
Die Geschichte beginnt auf Eternia. Der junge Prinz Adam wird während eines Angriffs von Skeletor durch ein Portal auf die Erde geschickt und verliert dabei das magische Schwert, das ihm einst die Rückkehr ermöglichen soll. Fünfzehn Jahre später lebt Adam als orientierungsloser Außenseiter auf der Erde, bis das Schwert wieder auftaucht und eine Kette von Ereignissen auslöst, die ihn zurück in den Konflikt um Eternia ziehen. Die größte Überraschung des Films ist die Darstellung von Adam. Statt eines geborenen Helden präsentiert ihn der Film als unsicheren, teilweise tollpatschigen jungen Mann, der eher von den Ereignissen mitgerissen wird, als sie aktiv zu gestalten.
Nicholas Galitzine spielt diese Version der Figur mit sichtbarer Spielfreude und beweist durchaus Mut zur Selbstironie. Problematisch wird jedoch, dass Adam über weite Strecken kaum eigene Entscheidungen trifft. Er reagiert lediglich auf Bedrohungen und wird von anderen Figuren durch die Handlung geschoben. Dadurch fehlt der Geschichte häufig der notwendige erzählerische Antrieb, den eine klassische Heldenreise eigentlich benötigt.

Spektakuläre Fantasy-Welt mit einem entscheidenden Problem
Auch Skeletor, gespielt von Jared Leto, bleibt weitgehend auf seine Rolle als überzeichneter Bösewicht reduziert. Zusammen mit Evil-Lyn (Alison Brie), sorgt er zwar für einige unterhaltsame Momente, erhält jedoch kaum die Möglichkeit, über seine Funktion als Antagonist hinauszuwachsen. Visuell macht der Film vieles richtig. Die kräftigen Farben, die überzeichneten Figuren und die bewusst comichafte Inszenierung transportieren den Geist der Vorlage deutlich besser als der gescheiterte Film von 1987.
Gerade junge Zuschauer dürften an den fantasievollen Figuren, den kreativen Designs und den zahlreichen Actionsequenzen ihre Freude haben. Auch Fans der Originalserie werden viele bekannte Elemente wiedererkennen. Doch genau hier liegt gleichzeitig das zentrale Problem. Immer dann, wenn der Film beginnt, emotionale Momente aufzubauen oder eine Szene etwas ernster werden könnte, folgt fast unmittelbar ein ironischer Kommentar oder ein Selbst referenzieller Gag. Fast jeder Ansatz von Ernsthaftigkeit wird im Keim erstickt.
Diese permanente Ironisierung mag anfangs noch charmant wirken. Mit zunehmender Laufzeit verliert sie jedoch ihren Reiz. Irgendwann wird sie weder besonders lustig noch besonders clever. Stattdessen beginnt man sich zu fragen, warum der Film seine eigene Geschichte überhaupt erzählt, wenn er sie selbst ständig untergräbt. Travis Knight beweist zweifellos Verständnis für die Absurdität des „Masters of the Universe“-Kosmos.
Zwischen Fanservice und fehlendem Vertrauen
Der Film macht Spaß, sieht gut aus und besitzt deutlich mehr Selbstbewusstsein als viele andere Franchise-Neuauflagen der letzten Jahre. Gleichzeitig fehlt ihm jedoch das Vertrauen, seine Figuren und seine Geschichte auch einmal ernst zu nehmen. Gerade deshalb bleiben viele emotionale Momente überraschend wirkungslos. Der Film will gleichzeitig liebevolle Hommage, Fantasy-Abenteuer und Parodie sein.
Diese Mischung funktioniert oft, verhindert aber auch, dass die Geschichte jemals wirklich Gewicht entwickelt. Selbst die am sehnlichsten erwarteten Momente – wie der legendäre Spruch und die Verwandlung in HE-MAN, auf die die Fans so lange gewartet haben – enden sofort in einer Pointe, sodass man, anstatt Gänsehaut zu bekommen, nur mit den Augen rollt.
„Masters of the Universe“ setzt konsequent auf Selbstironie und nostalgischen Fanservice, verliert dabei aber zunehmend das Vertrauen in die eigene Geschichte. Die farbenfrohe Fantasy-Welt, einige gelungene Figuren und Nicholas Galitzines spielfreudige Darstellung sorgen zwar für kurzweilige Unterhaltung. Doch nahezu jeder ernsthafte Moment wird sofort durch einen ironischen Kommentar relativiert. Was anfangs noch charmant wirkt, wird mit der Zeit zur Belastung.
Fazit: Der Film scheint seine eigene Vorlage nicht ernst nehmen zu wollen und beraubt sich dadurch selbst vieler emotionaler und dramatischer Möglichkeiten. Für Fans der Reihe bleibt ein unterhaltsamer Ausflug nach Eternia. Als Fantasy-Abenteuer fehlt ihm jedoch die erzählerische Substanz und der Mut, auch einmal zu seinen Figuren zu stehen.
Film Bewertung 5 / 10





