SKYDANCE

Eine der größten Übernahmen der Hollywood-Geschichte ist abgeschlossen. Paramount Skydance hat Warner Bros. Discovery übernommen. Aus dem Zusammenschluss entsteht der neue Medien- und Unterhaltungskonzern Skydance, der einige der bedeutendsten Filmstudios, Streamingdienste, Fernsehsender und Franchises der Branche unter einem Dach vereint.

Am 6. Oktober 2026 wurde die rund 110 Milliarden US-Dollar schwere Transaktion offiziell abgeschlossen. Damit endet ein monatelanger Prozess aus Übernahmeverhandlungen, regulatorischen Prüfungen und juristischen Auseinandersetzungen. Warner Bros. Discovery wird künftig als Tochterunternehmen des neuen Konzerns geführt. Die Aktien der Skydance Corporation werden unter dem Kürzel „SKYD“ an der New York Stock Exchange gehandelt.

THE WHITE LOTUS
The White Lotus © Sky Deutschland

Zwei Hollywood-Giganten unter einem Dach

Die Dimension des Zusammenschlusses zeigt sich vor allem beim Blick auf das Portfolio. Zum neuen Konzern gehören Paramount Pictures und Warner Bros. ebenso wie CBS, HBO, CNN und zahlreiche weitere Fernsehsender. Hinzu kommen die Streaming Plattformen Paramount+ und HBO Max sowie umfangreiche Sportrechte über CBS Sports und TNT Sports. Auch auf Franchise-Ebene entsteht ein außergewöhnlich breites Portfolio. Marken und Filmreihen wie „Harry Potter“, das DC-Universum, „Top Gun“, „Mission: Impossible“, „Star Trek“, „SpongeBob Schwammkopf“ oder „The White Lotus“ befinden sich nun innerhalb desselben Medienkonzerns.

Paramount und Warner Bros. sollen dabei weiterhin als eigenständige Studiomarken auftreten. Der Name Skydance fungiert als übergeordnete Unternehmensmarke und soll verhindern, dass eine der traditionsreichen Studiobezeichnungen durch die Fusion verschwindet. An der Spitze des Unternehmens steht David Ellison als Chairman und CEO. Gemeinsam mit Co-CEO Ynon Kreiz soll er die Integration der beiden Unternehmen und die strategische Neuausrichtung verantworten.

Matt Smith in House of the Dragon Staffel 3 - Episode 1
Photograph by Theo Whiteman/HBO © HBO MAX 2026

Skydance setzt weiterhin deutlich auf das Kino

Für die Filmbranche besonders relevant ist das angekündigte Produktionsvolumen. Skydance verpflichtet sich zu mindestens 30 Kinofilmen pro Jahr. Für diese Produktionen ist zudem grundsätzlich ein exklusives Kinofenster von mindestens 45 Tagen vorgesehen. Damit positioniert sich der neue Konzern trotz des wachsenden Streaminggeschäfts weiterhin deutlich im klassischen Kinomarkt.

Zusammen verfügt Skydance außerdem über mehr als 180 Fernsehproduktionen und nach Unternehmensangaben über mehr als 200 Millionen Streaming-Abonnements über die verschiedenen Plattformen hinweg. Langfristig sollen auch Paramount+ und HBO Max technisch und strategisch stärker zusammengeführt werden. Das Unternehmen spricht von einer schrittweisen Entwicklung hin zu einem gemeinsamen Streaming Angebot. Wie dieses konkret aussehen und welche Markenbezeichnung dafür verwendet wird, ist bislang nicht bekannt.

Glen Powell in Top Gun: Maverick
© Paramount Pictures

Ein neuer Hollywood-Riese entsteht

Mit dem Zusammenschluss verändert sich das Kräfteverhältnis innerhalb der internationalen Unterhaltungsindustrie erheblich. Skydance kommt auf einen Jahresumsatz von annähernd 70 Milliarden US-Dollar und tritt damit noch direkter gegen Disney, Netflix, Amazon und Apple an. Gleichzeitig beginnt nun der schwierigste Teil der Fusion. Innerhalb von drei Jahren sollen Synergien von mindestens sechs Milliarden US-Dollar erzielt werden.

Dazu sollen unter anderem Technologie, Einkauf, Marketing und Immobilienstrukturen zusammengeführt werden Gleichzeitig muss der Konzern eine erhebliche Schuldenlast bewältigen. Für Hollywood bedeutet die Übernahme deshalb weit mehr als einen weiteren Eigentümerwechsel. Zwei der traditionsreichsten Studios der Branche befinden sich erstmals innerhalb desselben Konzerns. Wie stark sich diese Konzentration langfristig auf Produktionen, Arbeitsplätze, Streaming Angebote und die kreative Ausrichtung von Paramount und Warner Bros. auswirken wird, dürfte sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Quelle: THR