FÜR IMMER EIN TEIL VON DIR – REMINDERS OF HIM

Inhalt: Kenna, welche fünf Jahre wegen fahrlässiger Tötung im Gefängnis saß, kehrt nun zurück in ihre Heimatstadt, um ihre Tochter kennenzulernen. Diese wächst bei den Großeltern ihres verstorbenen Freundes Scotty auf. Aber nicht nur Kenna gibt sich die Schuld für Scottys Tod, sondern auch ihre Schwiegereltern, welche aus diesem Grund kein Interesse an jeglichem Kontakt haben. Kenna hat die Hoffnung, durch einen Job und ein stabiles Leben beweisen zu können, dass sie es verdient hat, ihre Tochter kennenzulernen.

Doch dann stellt sich auch noch Scottys bester Freund Ledger zwischen sie und die Möglichkeit, Kontakt zu ihrer Tochter aufzubauen. Dabei kommen die beiden sich näher, und Ledger begreift, dass sie sich alle vielleicht in ihrer Trauer und Wut ein falsches Bild über die damalige Nacht und den Unfall gemacht haben. Er beginnt, Kenna zu vertrauen, und geht dabei das Risiko ein, selbst den Kontakt zu deren Tochter zu verlieren.

© Universal Pictures Germany

Was dem Roman gelingt, schafft der Film nicht gänzlich zu transportieren

Es handelt sich um eine weitere Verfilmung der Bestsellerautorin Colleen Hoover, die für ihre dramatischen Liebesgeschichten mit komplexen Verstrickungen bekannt ist. „Für immer ein Teil von dir” ist jedoch ein Buch, das neben der Liebesgeschichte auch eine tiefgründige Erzählung über Verlust und Vergebung bietet. Gerade die Figur der Kenna durchläuft im Buch eine rührende Entwicklung, sodass beim Lesen eine spürbare Bindung zu ihr und ihren Emotionen entsteht.

Es geht hierbei nicht nur um das Loslassen geliebter Menschen und das Zulassen neuer Gefühle, was durchaus in etwas kitschigen Szenen mündet, sondern auch um das Trauma, das eigene Kind direkt nach der Geburt entrissen zu bekommen. Was Colleen Hoover beim Schreiben ihres Romans gelingt, schafft der Film jedoch nicht vollständig. Dass Bücher gekürzt werden müssen, um für die Leinwand adaptiert werden zu können, ist nachvollziehbar. Dennoch werden hier die falschen Stellen gekürzt. Gerade das langsame Kennenlernen von Ledger und Kenna, die zunächst nicht begreifen, wer ihnen gegenübersteht, erstreckt sich im Buch über den Großteil der Handlung.

Erst als ihre Liebe entflammt ist, beginnen beide, sich und ihre Verbindung zueinander zu verstehen. In der Verfilmung geschieht dies innerhalb der ersten halben Stunde. Dadurch wird nicht nur ein Teil der Spannung genommen, sondern es entsteht auch eine ganz andere Art, die beiden Figuren kennenzulernen. Dadurch ergibt sich deutlich mehr kitschiger Inhalt, zum Beispiel in der Szene, in der Heath Ledger und Kenna klatschnass vom Regen ihren Gefühlen nicht mehr widerstehen können.

FÜR IMMER EIN TEIL VON DIR – REMINDERS OF HIM
(L-R) Kenna (Maika Monroe) und Ledger (Tyriq Withers) in Für Immer Ein Teil Von Dir – Reminders of Him, von Vanessa Caswill. © Universal Pictures Germany

Als Fan der Autorin sowie des Genres kann man sich auf einen stimmigen Film freuen

In der Verfilmung wird der vehemente Abstand der Schwiegereltern zu Kenna recht schnell aufgehoben. Hier spielen die Besetzungen der Figuren leider auch eine tragende Rolle. Maika Monroe kann in der Rolle der Kenna überhaupt nicht überzeugen. Mit ihrem die ganze Zeit nach oben gestreckten Kinn wirkt sie eher wie ein bockiges Kleinkind. Auch ihre Darstellung von Wut gegenüber Ledger oder ihrem inneren Widerstand gelingt kaum. Was die Figur wirklich durchlebt, wird nicht wiedergegeben. Und auch bei der wichtigen Besetzung der Schwiegereltern hat der Film die falschen Entscheidungen getroffen.

Tyriq Withers, der Ledger spielt, rettet die gemeinsamen Szenen mit Scotty ein wenig, indem er dem besten Freund eine facettenreiche und verletzliche Seite verleiht. Auch Rudy Pankow verkörpert in den wenigen Szenen, die ihm der Film schenkt, eine schöne, verspielte Variante von Scotty. Darüber hinaus besticht der Film durch seine ansprechenden Bilder, die amüsanten Momente mit „Lady Diana“ und die niedlichen Fragen des Kindes von Kenna.

Alles andere ist vorhersehbar und wird sehr gradlinig erzählt. Selbst der Höhepunkt ist recht flach und verliert vor allem durch die keinesfalls überzeugende Darstellung Kennas seine Tiefe. Fans der Autorin und des Genres dürfen sich auf einen stimmigen Film freuen, der sie ruhig und bedacht durch die Handlung trägt. In seinen romantischen Momenten verzichtet er meist auf übertriebene Spielereien und schafft es hin und wieder, echte Emotionen zu vermitteln.

Fazit: Es ist nicht die beste Verfilmung von Hoover und steht einmal mehr im Schatten des deutlich besseren Romans. Das bedeutet, dass die filmische Umsetzung nicht an die Qualität des literarischen Vorbilds heranreicht. Vielleicht ist es sinnvoll, dieses Mal ohne Vorkenntnisse ins Kino zu gehen und sich ganz auf das Liebesdrama einzulassen, ohne zu hinterfragen, wo die eine oder andere tolle Szene aus dem Buch geblieben ist.

Film Bewertung 7 / 10