FRANK & LOUIS

Ein Pflegeprogramm wird für Frank zur Chance auf Bewährung

Nach Stationen beim Sundance Film Festival und in Locarno kommt „Frank & Louis“, der neue Film der Schweizer Regisseurin Petra Volpe, nach Deutschland. Das Drama feiert am 26. September 2026 beim Filmfest Hamburg seine Deutschlandpremiere, bei der Volpe persönlich anwesend sein wird. Im Zentrum stehen Kingsley Ben-Adir und Rob Morgan als zwei Gefängnisinsassen, deren zunächst zweckgebundene Verbindung sich zu einer ungewöhnlichen Freundschaft entwickelt. Begleitend zur Festivalankündigung wurde auch der deutsche Trailer veröffentlicht.

Frank, gespielt von Kingsley Ben-Adir, ist Anfang vierzig und verbüßt eine lebenslange Haftstrafe, besitzt jedoch Aussicht auf Bewährung. Um den Gefängnisalltag zu überstehen, hat er sich emotional weitgehend abgeschottet. Nach seiner Verlegung in eine neue Haftanstalt schließt er sich den sogenannten „Gold Coats“ an, einem Programm, in dem Gefangene Mitinsassen betreuen, die an Alzheimer oder anderen Formen von Demenz erkrankt sind.

Frank verfolgt dabei zunächst ein klares Eigeninteresse: Sein Engagement soll seine Chancen erhöhen, irgendwann das Gefängnis verlassen zu können. Die körperlich und psychisch belastende Pflege zwingt ihn jedoch zunehmend dazu, jene Distanz aufzugeben, mit der er sich bislang geschützt hat. Unter den von ihm betreuten Gefangenen befindet sich Louis Nelson, gespielt von Rob Morgan. Der ältere Mann war innerhalb des Gefängnisses einst für seine Macht und Autorität gefürchtet, ist durch seine Erkrankung inzwischen jedoch auf die Hilfe anderer angewiesen.

Ausgerechnet zwischen ihm und Frank entsteht nach und nach eine enge Beziehung. Was für Frank als strategische Entscheidung im Hinblick auf seine Bewährung beginnt, entwickelt sich damit zu einer Verbindung, die beide Männer verändert und Fragen nach Würde, Verantwortung und Mitgefühl innerhalb eines von Härte bestimmten Systems aufwirft.

FRANK & LOUIS
© Constantin Film

Kingsley Ben-Adir und Rob Morgan stehen im Zentrum des Ensembles

Die beiden Hauptrollen übernehmen Kingsley Ben-Adir und Rob Morgan. Ben-Adir war zuletzt unter anderem als Bob Marley in „Bob Marley: One Love“ zu sehen, während Morgan aus Produktionen wie „Mudbound“ und „Stranger Things“ bekannt ist. Zum weiteren Ensemble von „Frank & Louis“ gehören René Pérez Joglar, Rosalind Eleazar, Indira Varma, Andy Cheung und Calum MacPherson. Die Besetzung erweitert die Geschichte um das soziale Umfeld der Haftanstalt, während die Beziehung zwischen Frank und Louis den erzählerischen Mittelpunkt bildet.

Petra Volpe führte nicht nur Regie, sondern schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Esther Bernstorff. Hinter der Kamera arbeitete Volpe erneut mit Judith Kaufmann, den Schnitt übernahm Hansjörg Weissbrich. Produziert wurde der Film von Reto Schaerli und Lukas Hobi für Zodiac Pictures in Koproduktion mit Caspian Films, Schweizer Radio und Fernsehen sowie SRG SSR. Als Executive Producer fungieren Cora Olson und Susan Wendt. Damit setzt Volpe nach „Die göttliche Ordnung“ und „Heldin“ ihre Zusammenarbeit mit dem Schweizer Produktionshaus Zodiac Pictures fort.

FRANK & LOUIS
© Constantin Film

Von Sundance über Locarno nach Hamburg

Seine Weltpremiere feierte „Frank & Louis“ bereits im Januar 2026 beim Sundance Film Festival in Park City. Die Europapremiere folgte am 10. August 2026 beim Locarno Film Festival, wo das Drama auf der Piazza Grande gezeigt und mit dem Publikumspreis Prix Public UBS ausgezeichnet wurde. Die Deutschlandpremiere beim Filmfest Hamburg bildet nun die nächste Station der Festivalauswertung. Petra Volpe wird den Film dort am 26. September persönlich präsentieren und steht im Rahmen des Festivals auch für ausgewählte Interviews zur Verfügung.

Mit dem deutschen Trailer und dem bestätigten Kinotermin beginnt zugleich die konkrete Kampagne für die hiesige Veröffentlichung. Im Unterschied zu klassischen Gefängnisdramen stellt „Frank & Louis“ dabei nicht Flucht, Gewalt oder institutionelle Machtkämpfe ins Zentrum, sondern eine Pflegebeziehung zwischen zwei Inhaftierten und die Veränderungen, die daraus entstehen.