Schwarzes Bild - Kinomeister

Er gab Bugs Bunny seine lässige Schlagfertigkeit und Daffy Duck dessen aufgeregte Empörung: Der kanadische Synchronsprecher Eric Bauza ist am 25. Oktober 2026 im Alter von 46 Jahren in seinem Zuhause in Los Angeles gestorben. Seine Familie gab seinen plötzlichen Tod bekannt. Als Todesursache wurde eine durch Bluthochdruck bedingte Herz-Kreislauf-Erkrankung festgestellt. Mit Bauza verliert die Animationsbranche einen Künstler, der zahlreiche Zeichentrickfiguren im englischsprachigen Original verkörperte und die Tradition der Looney Tunes für ein neues Publikum fortführte.

Aus einem Cartoon-Fan wurde die Stimme seiner Kindheitshelden

Aufgewachsen ist Bauza in Scarborough im kanadischen Ontario. Sein Vater und sein Großvater begeisterten sich für die Looney Tunes und machten ihn früh mit deren Figuren vertraut. Schon als Jugendlicher experimentierte er mit unterschiedlichen Stimmen; selbst die morgendlichen Durchsagen an seiner Schule verwandelte er in kleine Cartoon-Auftritte. Nach seinem Filmstudium am Centennial College führte ihn sein Berufsweg zunächst hinter die Kulissen der Animationsproduktion.

Er arbeitete unter anderem als Zeichner und Charakterdesigner, bevor das Sprechen immer mehr Raum einnahm. Eine zentrale Orientierung blieb Mel Blanc, dessen Interpretationen den Klang zahlreicher Warner-Figuren geprägt hatten. Bauza übernahm später mehrere dieser Rollen: Neben Bugs Bunny und Daffy Duck gehörten etwa Tweety, Marvin der Marsmensch und Schweinchen Dick zu seinem Repertoire. Damit sprach er Figuren, deren Stimmen seit Jahrzehnten ebenso zu ihrer Identität gehören wie ihre gezeichneten Gesichter.

Drei Emmys würdigten seine Arbeit an der Cartoon-Tradition

Seine Leistungen wurden mit drei Children’s & Family Emmy Awards ausgezeichnet: 2022 für Bugs Bunny in „Looney Tunes Cartoons“, 2023 für mehrere Figuren in „Bugs Bunny Builders“ und 2025 für seine Auftritte als Bugs Bunny und Daffy Duck in „Teen Titans Go!“. Bauzas Filmografie umfasste mehr als 400 Einträge und reichte weit über das Looney-Tunes-Universum hinaus. In „The Adventures of Puss in Boots“ übernahm er die Titelrolle, in „Muppet Babies“ sprach er Baby Fozzie.

Hinzu kamen Buster Bunny in „Tiny Toons Looniversity“ und der titelgebende Specht in „Woody Woodpecker“. Auch Kinoproduktionen wie „Space Jam: A New Legacy“, „Der Super Mario Bros. Film“ und „The Day the Earth Blew Up: A Looney Tunes Movie“ gehörten zu seiner Arbeit. Die Bandbreite führte ihn damit durch Vorschulserien, klassische Cartoon-Komik und große Familienfilme.

Für „Coyote vs. Acme“ setzte er sich auch öffentlich ein

Besonders sichtbar wurde Bauzas Verbundenheit mit den Looney Tunes während der Auseinandersetzung um „Coyote vs. Acme“. Nachdem Warner Bros. zunächst auf eine Veröffentlichung verzichten wollte, setzte er sich öffentlich für den Film ein. Bei den Annie Awards 2024 nutzte er dafür ausgerechnet Daffy Ducks Stimme. Der Film fand schließlich einen neuen Verleih und kam 2026 ins Kino; Bauza sprach darin elf Figuren.

Nach der Nachricht von seinem Tod erinnerten Kollegen zugleich an den Menschen hinter diesen Auftritten. Jack Quaid beschrieb ihn als jemanden, zu dem er sowohl beruflich als auch persönlich aufgesehen habe. Sein „Teen Titans Go!“-Kollege Khary Payton hob neben dem Talent besonders Bauzas Herzlichkeit und Großzügigkeit hervor. Bauza hinterlässt einen Sohn.