Eine Zeit lang war er nur als „Steven Spielbergs UFO-Film“ bekannt. Oder als „der neue Alien-Film von Spielberg“. Nun hat das streng geheime Projekt endlich einen offiziellen Titel und einen ersten Trailer. Disclosure Day markiert Spielbergs Rückkehr zum großen Sci-Fi-Kino und hält sich dabei demonstrativ bedeckt. Keine erklärenden Texttafeln, keine klare Bedrohung, keine Auflösung. Stattdessen setzt der Trailer auf Atmosphäre, Unbehagen und eine Reihe beunruhigender Bilder, die mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten.

Zwischen Kornkreisen, Kontrollverlust und Andeutungen
Obwohl der Trailer nie offen von UFOs spricht, ist die Richtung klar. Kornkreise tauchen auf. Tiere verhalten sich auffällig. Menschen wirken fremdgesteuert oder innerlich verändert. Besonders verstörend ist eine Szene, in der Emily Blunts Figur, offenbar eine Wetterreporterin, während einer Live-Schalte plötzlich in einer unbekannten Sprache spricht, als hätte etwas Besitz von ihr ergriffen. Josh O’Connors Figur scheint derweil Hinweise auf außerirdische Aktivitäten gefunden zu haben, während sich um ihn herum die Realität langsam verschiebt.
Der Trailer deutet zudem an, dass mit Körpern und Identitäten nicht alles stimmt. Ein Moment mit Colin Firth wirkt fast so, als habe er den Körper gewechselt, eine Assoziation, die unweigerlich an Avatar erinnert. Dazu kommen unruhige Naturbilder, bedrohliche Himmel und eine unterschwellige Panik, die sich nicht in Explosionen entlädt, sondern im Gefühl des Kontrollverlusts.
Spielberg, Koepp und die Rückkehr zum großen Staunen
Dass Disclosure Day mehr als nur ein Stimmungsfilm wird, verrät schon das kreative Team. Steven Spielberg führt Regie nach einem Drehbuch von David Koepp, mit dem ihn eine lange gemeinsame Geschichte verbindet. Jurassic Park, Krieg der Welten und Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels entstanden aus dieser Zusammenarbeit. Entsprechend darf man davon ausgehen, dass hinter der geheimnisvollen Oberfläche auch handfeste Spannung und große Set Pieces warten.
Der hochkarätige Cast unterstreicht den Blockbuster-Anspruch. Neben Emily Blunt und Josh O’Connor stehen Wyatt Russell, Colin Firth, Eve Hewson und Colman Domingo vor der Kamera. Vieles spricht dafür, dass jede dieser Figuren ein eigenes Puzzleteil in einem größeren, globalen Ereignis verkörpert.

Sci-Fi ohne Erklärung, aber mit Haltung
Auffällig ist, wie sehr sich Spielberg im Trailer auf Andeutungen verlässt. Es gibt keine Exposition, keine erklärende Stimme aus dem Off. Stattdessen wird das Wort „Enthüllung“ bewusst offen gehalten. In politischen und wissenschaftlichen Kontexten steht es oft für die Offenlegung von Kontakten mit außerirdischem Leben. Genau mit dieser Erwartung spielt der Film, ohne sie bisher einzulösen.
Nach Ready Player One aus dem Jahr 2018 ist Disclosure Day Spielbergs erster großer Kinofilm. Und vieles deutet darauf hin, dass er hier zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Unheimliche Begegnung der dritten Art und E.T. lassen grüßen, allerdings in einem deutlich düstereren, zeitgenössischen Ton. Weniger kindliches Staunen, mehr existenzielle Verunsicherung.
Ob es am Ende tatsächlich um Außerirdische geht, bleibt offen. Sicher ist nur eines: Spielberg weiß genau, wie man Neugier erzeugt. Und Disclosure Day wirkt wie ein Film, der sein größtes Geheimnis erst im Kinosaal preisgeben will. Kinostart ist der 11. Juni 2026. Der Tag der Enthüllung rückt näher.





