DER MIT DEM WOLF TANZT

35 Jahre nach seiner deutschen Kinopremiere kehrt „Der mit dem Wolf tanzt“ auf die große Leinwand zurück. LEONINE Studios hat den deutschen Trailer zur Wiederaufführung von Kevin Costners Westernepos veröffentlicht. Der Film wurde vollständig restauriert und wird ab dem 5. November 2026 in ausgewählten deutschen Kinos in 4K gezeigt. Die neue Fassung war bereits beim Filmfestival von Locarno zu sehen, wo der rund 236 Minuten lange Extended Cut seine restaurierte Premiere feierte.

Kevin Costners Regiedebüt entwickelte sich Anfang der 1990er-Jahre zu einem der erfolgreichsten Western seiner Zeit. Der Film erhielt 1991 sieben Oscars, darunter die Auszeichnungen für den besten Film und die beste Regie. Grundlage ist der gleichnamige Roman von Michael Blake, der auch das Drehbuch zur Verfilmung schrieb.

John Dunbar findet bei den Lakota eine neue Heimat

Die Geschichte beginnt 1863 während des Amerikanischen Bürgerkriegs. Leutnant John Dunbar (Kevin Costner) lässt sich auf eigenen Wunsch an einen abgelegenen Außenposten an der westlichen Grenze der Vereinigten Staaten versetzen. Dort möchte er das Leben in einer Region kennenlernen, die durch die fortschreitende Expansion der amerikanischen Siedler zunehmend verändert wird. Am verlassenen Militärposten ist Dunbar zunächst weitgehend auf sich allein gestellt.

Seine einzigen regelmäßigen Begleiter sind sein Pferd Cisco und ein Wolf, der sich immer wieder in der Nähe des Forts aufhält. Dunbar nennt das Tier Two Socks, weil dessen Vorderpfoten weiß gefärbt sind. Allmählich kommt es zu Begegnungen mit Angehörigen eines nahe gelegenen Lakota-Stammes. Was zunächst von Misstrauen und gegenseitiger Unsicherheit geprägt ist, entwickelt sich über vorsichtige Annäherungen zu einem persönlichen Austausch. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Medizinmann Kicking Bird (Graham Greene), der sich für Dunbars Herkunft und Absichten interessiert. Über ihn lernt der Offizier die Gemeinschaft besser kennen. Auch zu Stands with a Fist (Mary McDonnell), einer weißen Frau, die seit ihrer Kindheit bei den Lakota lebt, entwickelt er eine enge Beziehung.

Mit zunehmender Vertrautheit beginnt Dunbar, die Lebensweise seiner neuen Bekannten zu verstehen. Er lernt ihre Sprache, beteiligt sich am Alltag des Stammes und erhält schließlich den Namen „Der mit dem Wolf tanzt“. Die Annäherung führt allerdings zu einem grundlegenden Loyalitätskonflikt. Während Dunbar innerhalb der Lakota-Gemeinschaft einen neuen Platz findet, rückt die amerikanische Armee weiter nach Westen vor. Als Soldaten ihn schließlich aufspüren, gerät sein neues Leben in Gefahr.

DER MIT DEM WOLF TANZT
©2026 Dances With Wolves Productions, Inc.

Die 4K-Restaurierung feierte ihre Premiere in Locarno

Die erneute Kinoauswertung basiert auf einer umfangreichen Restaurierung, die im Rahmen von Locarno Heritage in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen Cinegrell entstand. Beim Filmfestival von Locarno wurde die restaurierte Fassung im Sommer 2026 auf der Piazza Grande präsentiert. Mehr als 6.000 Besucher sahen dort den rund 236 Minuten langen Extended Cut.

Die längere Fassung erweitert die ursprüngliche Kinoversion um zusätzliche Szenen und vertieft insbesondere die Darstellung des Alltags und der Beziehungen innerhalb der Lakota-Gemeinschaft. Sie bietet damit eine ausführlichere Erzählung als die ursprünglich veröffentlichte Kinofassung. Für die Restaurierung wurde das vorhandene Filmmaterial digital aufbereitet und in 4K übertragen.

Gerade bei einem Film, dessen Bildgestaltung wesentlich von Landschaften, wechselnden Lichtverhältnissen und großräumigen Einstellungen bestimmt wird, kommt der visuellen Rekonstruktion eine besondere Bedeutung zu. Die Wiederaufführung erfolgt in Deutschland als sogenannter Alternative Content. Damit wird der Film außerhalb eines regulären Neustarts in ausgewählten Kinos präsentiert.

Dean Semlers Kamera und John Barrys Musik prägen den Western

„Der mit dem Wolf tanzt“ war 1990 Kevin Costners erste Regiearbeit. Neben seiner Funktion als Regisseur übernahm er die Hauptrolle und produzierte den Film gemeinsam mit Jim Wilson. Das Drehbuch schrieb Michael Blake nach seinem eigenen Roman. Die Kameraarbeit verantwortete Dean Semler, der zuvor bereits mit Filmen wie „Mad Max 2 – Der Vollstrecker“ und „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ Erfahrungen mit großflächigen Landschaftsinszenierungen gesammelt hatte.

Semlers Bildgestaltung nutzt die Weite der amerikanischen Prärie als zentrales Element der Erzählung. Lange Einstellungen, die Dunbar innerhalb ausgedehnter Landschaften zeigen, verdeutlichen die Abgeschiedenheit seines Außenpostens und die räumlichen Dimensionen des amerikanischen Westens. Die Filmmusik komponierte John Barry. Seine Orchesterkompositionen begleiten sowohl Dunbars persönliche Entwicklung als auch die großen Landschaftssequenzen und die Begegnungen mit den Lakota.Für den Schnitt war Neil Travis verantwortlich. Die Verbindung aus ausführlichen Beobachtungen, großformatiger Bildgestaltung und einer vergleichsweise ruhigen Erzählweise unterscheidet Costners Film von vielen actionorientierten Westernproduktionen.

Neben Kevin Costner gehören Mary McDonnell, Graham Greene und Rodney A. Grant zu den wichtigsten Darstellern. Grant verkörpert den Lakota-Krieger Wind in His Hair, dessen anfänglich ablehnende Haltung gegenüber Dunbar sich im Verlauf der Geschichte verändert. Gedreht wurde der Film überwiegend in South Dakota und Wyoming. Ein wesentlicher Teil der Dialoge innerhalb der Lakota-Gemeinschaft wird in deren Sprache gesprochen.

KEVIN COSTNER UND GRAHAM GREEN IN DER MIT DEM WOLF TANZT
©2026 Dances With Wolves Productions, Inc.

Sieben Oscars machten Der mit dem Wolf tanzt zum Kinoereignis

Bei der Oscarverleihung 1991 gehörte „Der mit dem Wolf tanzt“ zu den erfolgreichsten Produktionen. Der Film gewann sieben Academy Awards, darunter für den besten Film und die beste Regie. Weitere Auszeichnungen erhielt er für das adaptierte Drehbuch, die Kamera, den Schnitt, die Filmmusik und den Ton. Insgesamt war die Produktion für zwölf Oscars nominiert. Der Erfolg war auch deshalb bemerkenswert, weil das Westerngenre Ende der 1980er-Jahre längst nicht mehr jene Stellung im amerikanischen Kino besaß, die es in früheren Jahrzehnten eingenommen hatte.

Costners Film rückte die Begegnung zwischen amerikanischen Soldaten und indigenen Gemeinschaften in den Mittelpunkt und erzählte wesentliche Teile seiner Geschichte aus der Perspektive eines Mannes, dessen bisheriges Weltbild durch diese Erfahrungen infrage gestellt wird. Die internationale Kinoauswertung und die zahlreichen Auszeichnungen machten „Der mit dem Wolf tanzt“ zu einer der bekanntesten Westernproduktionen der 1990er-Jahre. Der mit dem Wolf tanzt“ startet am 5. November 2026 erneut in ausgewählten deutschen Kinos. Die Veröffentlichung erfolgt anlässlich des 35. Jubiläums der deutschen Erstaufführung von 1991.

Für die Kinoauswertung steht die vollständig restaurierte 4K-Fassung zur Verfügung. Im Mittelpunkt der Restaurierung steht der rund 236 Minuten lange Extended Cut, der bereits beim Filmfestival von Locarno präsentiert wurde. Eine neue deutsche Veröffentlichung auf 4K Ultra HD Blu-ray wurde im Rahmen der aktuellen Kinoankündigung nicht bestätigt.