“A Quiet Place 2″| Film Kritik | 2021

A Quiet Place 2 Poster

Film: A Quiet Place 2 | Regie: John Krasinski
Im Kino: Ab 24. Juni 2021 | Länge: 105 min | FSK: ab 16 Jahren


Story: Die tödliche Gefahr durch die ebenso grausamen wie geräuschempfindlichen Kreaturen ist noch immer allgegenwärtig. Jeder noch so kleine Laut könnte ihr letzter sein. Evelyn (Emily Blunt) ist mit ihren Kindern Regan (Millicent Simmonds), Marcus (Noah Jupe) und dem Baby nun auf sich allein gestellt.

Weiterhin muss die Familie ihren Alltag in absoluter Stille bestreiten. Als sie gezwungen sind, sich auf den Weg in das Unbekannte aufzumachen, merken sie schnell, dass hinter jeder Abzweigung weitere Gefahren lauern. Eine lautlose Jagd beginnt …

©Paramount Pictures


Film Kritik:

von Nicola Scholz

A Quiet Place – Tag Eins der Katastrophe. Die Menschen müssen sich auf unvorhersehbare Kreaturen einstellen, welche vor allem ihr Gehör benutzen um sie zu orten. Dahingegen hat sich eine Familie mit einem gehörlosen Kind, Regan, eigentlich ein sehr sicheres zu Hause gebaut, doch nur ein falscher Schritt, das kleinste Geräusch und die Kreaturen werden auf sie aufmerksam. Nach schrecklichen Vorkommnissen muss die Familie Abbott ihr bisheriges Zuhause verlassen, seitdem sind sie auf sich alleine gestellt.

Und das auch noch mit einem neu geborenen Baby, welches sie in einer schallisolierten Kiste mit sich herumtragen. Dann treffen sie auf einen alten bekannten, der sich zusammen mit Regan, auf die Verfolgung einer Spur macht, welche er entdeckt hat. Gibt es irgendwo einen Schutz vor diesen Kreaturen, kann man vielleicht doch irgendwo wieder ein Leben aufbauen?

Nach dem großen Erfolg von „A Quiet Place“ folgt direkt eine Fortsetzung. Das Ende des ersten Teils war nicht mal ansatzweise ein Cliffhanger, der weiter erzählt werden müsste. Da ist die Skepsis groß das der zweite Teil nicht viel zu erzählen hat.

Doch schon die ersten Minuten des Filmes machen deutlich das sich hier viele Gedanken darum gemacht wurden, was nun noch erzählt werden kann ohne das es langweilig wird.


©Paramount Pictures

Stille kann Ohrenbetäubend sein

Dabei ist natürlich der Effekt mit der Stille aus dem ersten Teil verpufft. Auch deshalb setzt die Fortsetzung mehr auf Action, als auf die richtig ruhigen Momente in denen man sein eigenes Herz doppelt so laut schlagen hört. Mehr Musik untermalt nun die Szenen und es darf auch mal geredet werden.

Dennoch verliert der Film keines Falls an Charme und nutzt nach der ersten Hälfte des Filmes auch wieder deutlich mehr die Elemente aus dem ersten Teil, verpackt diese diesmal jedoch anders – und spannt somit die Nerven ins unermessliche.

Der Film spielt gezielt seinen fein gesetzten Schnitten, die tatsächlich richtig gut sind und das sie einem auffallen zeigt einmal mehr, wie viele Gedanken sich um jede Kleinigkeit gemacht wurde.


Emily Blunt und John Krasinski machen ein großes Versprechen in erster Featurette zu A QUIET PLACE 2
Emily Blunt und John Krasinski machen ein großes Versprechen in einer Featurette zu A QUIET PLACE 2 ©Paramount Pictures

Wenige Fortsetzungen schaffen es, besser zu sein als sein Vorgänger

Die größte Frage bei einer Fortsetzung ist natürlich immer: Wie setzt man am Vorgänger an? Sie hätten eine gänzlich neue Geschichte erzählen können die im selben Universum spielt wie die erste, aber sie entschließen sich dazu direkt, ohne Zeit Sprünge, am Vorgänger anzuknüpfen und bei den Figuren zu bleiben, welche wir schon lieb gewonnen haben.

In diesem Fall die richtige Entscheidung. Dennoch startet der Film mit einer Rückblende, was zunächst ein wenig irritiert, hatte man im Vorgänger schon im Ansatz gewagt zu erzählen was passiert war. Aber schnell wird klar wieso der Film erst weit ausholt und mit dem richtigen Cut, setzt er gekonnt am Ende des ersten Teils an.

Auch der zweite Film bleibt eine wahnsinnige Erfahrung und steht dem ersten dabei in nichts nach, sondern brilliert viel mehr mit dem was er dazu gewinnt.


©Paramount Pictures

Weniger Blutrünstig reicht aus für einen guten Horrofilm

Eine weitere, charismatische Person ergänzt den Cast – gespielt von Cillian Murphy. Dazu werden wird von einem extremen Moment, der zum nächsten Nerven zerreißenden Moment folgt, gejagt. Wir haben fast das Gefühl, wieder verfolgt zu werden und absolut keinen Mucks machen zu dürfen.

Wenn im Finale mehrere, erneut sehr fiese Schnittfolgen, den Puls so richtig in die Höhe jagen, wird auch deutlich, das der zweite Teil um einiges spannender ist, als sein Vorgänger.


©Paramount Pictures

Fazit: Insgesamt hat man das Gefühl, dass der zweite Teil in jedem Fall mehr Potenzial ausgeschöpft hat. Die Macher wissen nun, wie man gezielt fiese Schockmomente einbaut und wie man die Monster noch besser platziert. Jetzt, da wir sie schon kennen. Es gibt keinen Moment in “A Quiet Place 2” – wo sich der Puls beruhigen darf.

Und da sind 105 Minuten eine Zerreißprobe für das eigene Nervensystem. Ein genial gemachter Streifen, der abweicht von typischen Horrorfilm Elementen und sich eher der Spannung eines Thrillers bedient. Das seine Monster nicht immer auf das Blutrünstigste reduziert werden, beweist uns dieses Sequel sehr eindrucksvoll. Wertung: 8 / 10


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