KRAKEN - ERWACHEN DER TIEFE

Mit Kraken präsentiert Regisseur Pal Øie einen Creature-Thriller, der nordische Mythologie mit modernem Katastrophenkino verbindet. Nach dem Erfolg von The Tunnel: Die Todesfalle kehrt Øie erneut zu einem Szenario zurück, in dem die Natur selbst zur tödlichen Bedrohung wird. Die Handlung spielt in einem der tiefsten Fjorde Norwegens. Dort häufen sich plötzlich unerklärliche Vorfälle. Menschen verschwinden spurlos, Wildlachse sterben in großer Zahl und die Bewohner der Region stehen vor einem Rätsel, für das es zunächst keine Erklärung zu geben scheint. Was als wissenschaftliche Untersuchung beginnt, entwickelt sich bald zu einem Kampf ums nackte Überleben.

Im Mittelpunkt steht die Meeresbiologin Johanne, die ursprünglich lediglich die ungewöhnlichen Veränderungen im Ökosystem untersuchen soll. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft eskaliert die Situation dramatisch. Als zwei junge Männer bei einer Jetski-Fahrt auf rätselhafte Weise ums Leben kommen und kurze Zeit später verstümmelte Leichen auftauchen, wird klar, dass hinter den Vorfällen mehr steckt als eine Umweltkatastrophe. Ihre Nachforschungen führen Johanne schließlich zu einer erschreckenden Entdeckung: Eine für die industrielle Lachszucht eingesetzte Schalltechnologie hat offenbar etwas geweckt, das jahrhundertelang in den Tiefen des Fjords verborgen lag.

KRAKEN - ERWACHEN DER TIEFE
© Splendid Film / 24 Bilder

Mythologie trifft auf modernen Horror

Aus den dunklen Gewässern erhebt sich der Kraken, jenes legendäre Seeungeheuer, das seit Jahrhunderten Bestandteil nordischer Seefahrerlegenden ist. Der Film nutzt dabei nicht nur klassische Monsterfilm-Elemente, sondern verbindet sie mit aktuellen Themen wie Umweltzerstörung, technologischem Eingriff in natürliche Lebensräume und den Folgen menschlicher Hybris. Gerade dieser Ansatz verleiht dem Film eine zusätzliche Ebene.

Die Kreatur erscheint nicht als wahllose Bedrohung, sondern als Konsequenz menschlicher Eingriffe in ein empfindliches Ökosystem. Besonders die norwegische Küstenlandschaft spielt eine zentrale Rolle. Die majestätischen Fjorde werden nicht nur als beeindruckende Naturkulisse inszeniert, sondern entwickeln sich selbst zu einem Ort permanenter Bedrohung. Zwischen engen Wasserstraßen, steilen Felswänden und dunklen Tiefen entsteht eine beklemmende Atmosphäre, die den Horror zusätzlich verstärkt.

Mit „Kraken“ setzt Pål Øie auf eine Mischung aus Creature-Feature, Katastrophenthriller und Survival-Horror. Das Ergebnis verspricht ein spannendes Genre-Abenteuer, das nordische Mythen mit modernen Ängsten verbindet und die Frage stellt, welche Konsequenzen entstehen, wenn der Mensch Kräfte weckt, die besser verborgen geblieben wären.