Glaube und Familie: Murad (Kida Khodr Ramadan) versucht seinen Bruder Kerem (Jael Cem Ilhan) vor dem Imam (Aziz Çapkurt) zu schützen.

Ein Handyfoto bringt die Familie gegen Kerem auf

Neue Visionen bringt Nader Saeivars Familiendrama „Zwischen den Welten“ am 17. Dezember 2026 in die deutschen Kinos. Kida Khodr Ramadan spielt einen Berliner Familienvater, der sich schützend vor seinen homosexuellen Bruder stellt und dadurch selbst mit den religiösen Erwartungen seiner Familie in Konflikt gerät. Nicolette Krebitz, Nastassja Kinski und Moritz Bleibtreu gehören ebenfalls zum Ensemble. Seine Weltpremiere feierte der unter dem Originaltitel „Hijamat“ entstandene Film im Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals Karlovy Vary.

Murad lebt mit seiner Frau Leyla und ihrem gemeinsamen Sohn in Berlin. Er und sein jüngerer Bruder Kerem sind in Deutschland aufgewachsen, nachdem ihr Vater die Türkei verlassen und in der Hauptstadt ein Restaurant eröffnet hatte. Der wirtschaftliche Aufstieg hat der Familie ein geregeltes Leben ermöglicht, die traditionellen Vorstellungen des Vaters und der religiösen Gemeinde bestimmen ihren Alltag jedoch weiterhin.

Diese Ordnung bricht zusammen, als innerhalb der Gemeinde ein Handyfoto verbreitet wird, das Kerem in einem intimen Moment mit einem Mann zeigt. Seine Beziehung wird dadurch gegen seinen Willen öffentlich und zu einer vermeintlichen Frage der Familienehre erklärt. Während sich Angehörige und Gemeindemitglieder von ihm abwenden, versucht Murad, seinen Bruder vor den zunehmenden Angriffen zu schützen.

Liebe über Gehorsam: Murad (Kida Khodr Ramadan) ist die Unterstützung seines Bruders wichtiger als die Loyalität zum Vater.
© Neue Visionen Filmverleih

Murads Unterstützung bringt ihn mit seinem Vater in Konflikt

Nachdem Kerem auf offener Straße angegriffen wird, sucht sein Vater den Rat eines angesehenen Imams. Dieser deutet sowohl Kerems Sexualität als auch dessen Epilepsie als Zeichen einer dämonischen Besessenheit. Der familiäre Druck verbindet sich dadurch mit einer religiösen Auslegung, die Kerems Identität und seine Erkrankung gleichermaßen gegen ihn verwendet.

Murad widersetzt sich dem Umgang mit seinem Bruder und gerät zwischen die Erwartungen des Vaters, den Einfluss der Gemeinde und seine Verantwortung gegenüber der eigenen Familie. Sein Versuch, Kerem zu helfen, zwingt ihn zugleich dazu, die Werte zu hinterfragen, an die er sich lange gehalten hat. Kida Khodr Ramadan übernimmt die Rolle Murads; Nicolette Krebitz, Nastassja Kinski und Moritz Bleibtreu ergänzen die Besetzung des 103-minütigen Dramas.

Regie führte der iranische Filmemacher Nader Saeivar, der seit mehreren Jahren mit Jafar Panahi zusammenarbeitet. Saeivar war unter anderem am Drehbuch zu „Ein einfacher Unfall“ beteiligt. Bei „Zwischen den Welten“ fungiert Panahi als Produzent und verantwortet außerdem den Schnitt.