Inhalt: In der Realverfilmung des Oscar®-nominierten Animationsabenteuers folgt Vaiana (Catherine Lagaʻaia) dem Ruf des Ozeans und wagt sich zum ersten Mal über das Riff ihrer Heimatinsel Motunui hinaus. Gemeinsam mit dem berühmt-berüchtigten Halbgott Maui (Dwayne Johnson) begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise über die Weiten des Meeres, um die Zukunft ihres Volkes zu sichern.
Szene für Szene eine Kopie des Originals
Seit Tim Burtons „Alice im Wunderland“ 2010 den Startschuss für Disneys Welle an Realfilm-Remakes gab, entstanden mehr als zwanzig Neuinterpretationen beliebter Animationsklassiker. Manche eröffneten neue Perspektiven auf bekannte Geschichten, andere blieben erstaunlich nah am Original. Die Realverfilmung von „Vaiana“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie – und genau darin liegt ihr größtes Problem.
Der Animationsfilm „Vaiana“ aus dem Jahr 2016 zählt bis heute zu den stärksten Disney-Produktionen der vergangenen Jahre. Die Mischung aus Abenteuer, Humor, einer emotionalen Coming-of-Age-Geschichte und den mitreißenden Songs von Lin-Manuel Miranda machte den Film zu einem modernen Klassiker. Die neue Realverfilmung übernimmt dieses Erfolgsrezept nahezu unverändert. Viele Szenen, Dialoge und Einstellungen wirken beinahe identisch zum Original.
Statt die Geschichte neu zu interpretieren oder ihr zusätzliche Facetten zu verleihen, entsteht der Eindruck einer aufwendig produzierten Kopie. Dadurch fehlt dem Film eine eigene Identität. Hinzu kommt, dass der Begriff Realfilm hier nur bedingt zutrifft. Große Teile der Welt bestehen erneut aus computergenerierten Bildern. Figuren wie Heihei oder die Kakamora behalten ihren überzeichneten Cartoon-Look bei und wirken neben den realen Darstellern häufig wie Fremdkörper. Auch zahlreiche Meeres- und Actionszenen setzen sichtbar auf digitale Doppelgänger und Effekte.

Die Darsteller retten viele Momente
Während frühere Disney-Remakes wie „Mulan“ zumindest versuchten, ihre Geschichte stärker an das Medium Realfilm anzupassen, übernimmt „Vaiana“ nahezu alle Elemente des Animationsfilms unverändert. Das Ergebnis wirkt häufig künstlich und nimmt der Geschichte einen Teil ihres ursprünglichen Charmes. Ganz ohne Stärken kommt die Neuverfilmung allerdings nicht aus. Catherine Lagaʻaia überzeugt als neue Vaiana mit viel Ausstrahlung und einer beeindruckenden Gesangsstimme. Sie verleiht der jungen Heldin Frische und Natürlichkeit, ohne dabei lediglich ihre Vorgängerin zu imitieren.
Auch Dwayne Johnson kehrt als Halbgott Maui zurück und bringt erneut seine enorme Leinwandpräsenz ein. Zwar wirkt seine digitale Erscheinung stellenweise etwas künstlich, dennoch besitzt seine Figur weiterhin den Humor und das Charisma, das bereits den Animationsfilm ausgezeichnet hat. Unverändert stark bleiben außerdem die Songs von Lin-Manuel Miranda. Besonders „We Know The Way“ zählt erneut zu den emotionalen Höhepunkten des Films und entfaltet mit dem großen Ensemble der Darsteller aus dem pazifischen Raum seine Wirkung.
Fazit: Die Realverfilmung von „Vaiana“ leidet vor allem unter ihrer fehlenden Eigenständigkeit. Statt bekannte Figuren und Motive neu zu interpretieren, reproduziert der Film den Animationsklassiker nahezu Szene für Szene und liefert kaum neue Impulse. Zwar überzeugen Catherine Lagaʻaia, Dwayne Johnson und die zeitlosen Songs, doch insgesamt bleibt das Remake deutlich hinter der Magie des Originals zurück. Wer die Geschichte erleben möchte, greift besser zur animierten Version.
Film Bewertung 5 / 10





