Erscheinungsdatum: 8. Juli 2021 (Deutschland) | Regie: Josh Lawson | Mit: Rafe Spall, Zahra Newman

Produzenten: Josh Lawson, Jamie Hilton, Michael Pontin, Isabel Stanfield | Laufzeit: ca. 94 Minuten


Story: Dass Teddy (RAFE SPALL) heiratet, grenzt eigentlich schon fast an ein Wunder, denn Teddy gehört zu den Menschen, die permanent alle Entscheidungen aufschieben, die zaudern und zögern, während das Leben an ihnen vorbeizieht. Als er am Morgen nach seiner Hochzeit erwacht, ist seine Frau Leanne (ZAHRA NEWMAN) plötzlich im achten Monat schwanger.

Die beiden haben bereits das erste Ehejahr hinter sich, an das Teddy sich nicht erinnern kann, denn er ist gefangen in einem Zyklus von Zeitsprüngen, die ihn jeden Tag um ein weiteres Jahr nach vorne befördern und ihm im Zeitraffer die Hindernisse seiner Liebe und die Versäumnisse seines Lebens präsentieren.

© Studiocanal

Film Kritik:

von Ilija Glavas

Eine Feel-Good Date-Night-Fantasie mit guten Hauptdarstellern

In der romantischen Zeitreise-Komödie UND TÄGLCIH GRÜSST DIE LIEBE vergeht die Zeit wie im Flug, aber nicht unbedingt wenn man gerade Spaß hat. Für Teddy, einen Londoner in den Dreißigern, der nach Sydney umgesiedelt ist und kürzlich geheiratet hat, vergeht die Zeit wie im Flug, als sein Leben beginnt auseinander zu fallen.

Er ist das Opfer eines mysteriösen Zeitreise-Fluchs, der ihn dazu verdammt, in seine eigene Zukunft zu springen, um jedes Jahr an seinem Hochzeitstag zu erwachen und sich den wachsenden Trümmerhaufen seines Lebens anzusehen. Die Ängste des frühen mittleren Alters treffen in diesem zweiten Film des Autors, Regisseurs und Schauspielers Josh Lawson besonders hart.

Eine Carpe-Diem-Fabel, die sich mit der Unmöglichkeit auseinandersetzt, alles zu haben, und zwar durch einen Protagonisten, der nicht zu begreifen scheint, dass er etwas aufgeben muss, um die, die er liebt, zu behalten.

Erster Kuss von Teddy und Leanne (Rafe Spall und Zarah Newman)
© Studiocanal

Eine scheiternde Ehe, eine alles erstickende Karriere und hagere Wangen

Der Film ist besser konzipiert, ähnelt aber in mancher Hinsicht Ruben Guthrie (2015), einer Komödie des Schauspielerkollegen und Regisseurs Brendan Cowell, die ebenfalls im Sydney angesiedelt ist und den Kampf eines Mannes um Prioritäten im frühen mittleren Alter schildert.

Im Gegensatz zu Cowell, ist sich Lawson, dessen Filmemachen sich seit seinem etwas klobigen Sex-Komödien-Debüt The Little Death von 2014 verbessert hat, vollkommen Bewusst, worauf er hinaus will. Teddys wachsende Verzweiflung über seinen Platz in der Welt erinnert deutlich an Frank Capras Klassiker It’s A Wonderful Life von 1946, aber die Ernsthaftigkeit wird durch einen gewissen skurrilen Witz und komische Selbsterkenntnis ausgeglichen.

Der englische Schauspieler Rafe Spall (The Salisbury Poisonings, Hot Fuzz) ist witzig und sympathisch in der Hauptrolle – ein Jedermann, der schon ein wenig abgehalftert ist, als wir ihn das erste Mal an einem Silvesterabend in Sydney unten am Hafen treffen.

Noch hat Teddy gut Lachen. Seine Frau strahlt ebenfalls - bis zur Hochzeitsnacht.
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Die Zeitreise-Prämisse verschlimmert natürlich die klassische Midlife-Crisis

In einer witzigen Szene, die eine Verwechslung mit einem Lebensmittelallergie-Notfall kombiniert, trifft er auf die zukünftige Ehefrau Leanne (Zahra Newman), eine aufstrebende Schriftstellerin. Sie planen bald zu heiraten, aber Teddy muss seine prokrastinierenden Tendenzen zügeln, die die Arbeit vor alles andere stellen.

Noni Hazelhurst spielt eine mysteriöse Fremde, die ungebetene Ratschläge und ein Geschenk anbietet, das erst nach zehn Jahren geöffnet werden kann. Ihre Worte kommen nicht wirklich an, bis Teddy in der Hochzeitsnacht einschläft, nur um ein Jahr später an seinem ersten Hochzeitstag aufzuwachen, mit Leanne in der 18. Anfangs denkt Teddy, dass er an einer Form von früh einsetzender Demenz leidet, weil er sich nicht an die letzten zwölf Monate erinnern kann.

Aber es bildet sich ein Muster heraus, und die Jahre beginnen mit erschreckender Regelmäßigkeit zu vergehen, und mit jedem Jahrestag erfährt er mehr darüber, was für ein schrecklicher Partner und Vater er gewesen ist. Die Zeitreise-Prämisse verschlimmert natürlich die klassische Midlife-Crisis: die Erkenntnis, dass die Jahre verrinnen und man zu viel Zeit mit Dingen verbracht hat, die nicht wichtig sind.

Teddy (Rafe Spall) begegnet am Friedhof einer bekannten Person.
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In Teddys Leben bedeutet ihm sein Job einfach alles – nur leider bekommen wir nicht mit, was er beruflich eigentlich macht

Was genau er beruflich macht -und wie er sich ein Stadthaus mit Blick auf den exklusiven Strand leisten kann – wird nicht klar. Das ist schade, denn der Film hätte an Schärfe und Aktualität gewinnen können, wenn er mehr ins Detail gegangen wäre. Sydney ist schließlich eine sehr teure Stadt, voller Menschen, die bis zu den Augäpfeln mit Hypotheken belastet sind.

Was auch immer Teddy für eine Firmenknechtschaft unterschrieben hat, sie hält ihn von seiner Familie fern und, wie Leanne ihn daran erinnert, von seinem Traum, Fotograf zu werden. In zahllosen Filmen sind Paare an der Work-Life-Balance zerbrochen, und ohne die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern hätte dieser Film vielleicht wie ein schlechter Abklatsch gewirkt. Aber die beiden bieten uns das in Hülle und Fülle und Newmans gute Leistung ist der von Spall ebenbürtig.

Der „Rosehaven“-und „Neighbours“-Star schafft es, eine kämpferische Unabhängigkeit und eine strahlende Unverwüstlichkeit zu vermitteln, während Lawsons Drehbuch den Beschwerden ihrer Figur zumindest teilweise eine Stimme gibt.

Vater über Nacht. Entsetzen in Teddys Gesicht (Rafe Spall) als er sein Neugeborenes in den Händen hält. Seine Frau Leanne ( Zarah Newman) ist glücklich.
Vater über Nacht. Entsetzen in Teddys Gesicht ( Rafe Spall). © Studiocanal
Nebencharaktere hätten mehr Tiefe und Dynamik verdient, um die angedeutete Freundschaft authentisch zu liefern

Es gibt auch noch andere Menschen in Teddys Leben, was dem bescheidenen Film die dringend benötigte Gelegenheit bietet, den Rahmen zu erweitern. Der Regisseur tritt selbst auf -als Teddys romantischer Rivale -in einer witzigen, unaufdringlichen Darbietung von alphamännlicher Selbstsicherheit, die genau zum richtigen Zeitpunkt kommt, als unser Held am Tiefpunkt angelangt ist.

Am häufigsten taucht Ronny Chieng (Crazy Rich Asians, The Daily Show) als der beste Freund auf. Er ist ein genialer Gegenpart des zunehmend verzweifelten Teddy und steuert gegen Ende sogar einen dunklen Plot-Punkt an. Aber es ist schade, dass er nicht ein paar längere Szenen bekommt, damit sich die Dynamik entfalten kann, denn die Freundschaft fühlt sich nie ganz authentisch an.

Das Gleiche gilt für Teddys Ex, Becka (Dena Kaplan), die an einer Stelle ein paar dringend benötigte Wahrheiten ausspricht, aber nur einen allzu kurzen Monolog dazu bekommt. Diese Auftritte geben einem das Gefühl, dass Lawson die Botschaft seines eigenen Films hätte beherzigen und sich ein wenig mehr Zeit nehmen sollen. Sicherlich hat er mit den Auftritten den richtigen Ton getroffen, aber man hat das Gefühl, dass er ein paar zusätzliche Szenen hätte einfügen können.

Was das Geheimnis des Zeitreisefluchs angeht, ist es klar, dass Teddy aus dieser Abwärtsspirale herauskommen muss – und dabei vielleicht Leanne zurückgewinnen kann -und es gibt nie einen Zweifel daran, dass er das tun wird. Was kein Spoiler ist, denn in einem Film wie diesem geht es nie um eine harte Landung.

Teddy ( Rafe Spall ) ist ratlos und geht der Sache auf den Grund um herauszufinden, was mit ihm passiert.
© Studiocanal

Fazit: Und täglich grüsst die Liebe erinnert die Zuschauer an das Wichtige im Leben, was manchmal im eigenen Zeit Gefüge des hektischen -und oft belanglosen Alltags- verloren zu gehen scheint.

Es ist ein Film für die, die eine Erlösung in ihrer eigenen Romanze suchen. Eine Feel-Good Date-Night-Fantasie mit Hauptdarstellern, die würdige Film Avatare sind. Wertung: 6.5 / 10