Der Herr der Ringe: The Hunt for Gollum

Jamie Dornan tritt in große Fußstapfen. In „Der Herr der Ringe: The Hunt for Gollum“ übernimmt der nordirische Schauspieler die Rolle des Aragorn, die Viggo Mortensen in Peter Jacksons legendärer Filmtrilogie geprägt hat. Nun spricht Dornan über die Erwartungen an seine Darstellung und erklärt, weshalb er gar nicht erst versuchen möchte, seinen Vorgänger zu übertreffen.

Jamie Dornan hat großen Respekt vor Viggo Mortensens Aragorn

Bereits im April 2026 hatte Warner Bros. auf der CinemaCon in Las Vegas bestätigt, dass Jamie Dornan als Aragorn beziehungsweise Streicher (Strider) zu sehen sein wird. Die Besetzung sorgte für Aufmerksamkeit, schließlich gehört Mortensens Interpretation des späteren Königs von Gondor zu den bekanntesten Figuren der „Herr der Ringe“-Trilogie. In einem Interview mit dem Magazin „L’Officiel“ sprach Dornan nun offen über den Druck, der mit dieser Aufgabe verbunden ist.

Für ihn werde Aragorn immer eng mit Viggo Mortensen verbunden bleiben. Dessen Darstellung gehöre zu seinen persönlichen Lieblingsleistungen im Kino. Deshalb gehe es ihm nicht darum, Mortensen zu übertreffen, sondern zumindest etwas von der Energie einzufangen, die dieser seiner Figur verliehen habe. Eine verständliche Haltung, denn Mortensen verkörperte Aragorn über drei Filme hinweg als erfahrenen Waldläufer, der zunächst vor seiner königlichen Bestimmung zurückschreckt und schließlich die Verantwortung für das Schicksal Mittelerdes übernimmt. Dornan bekommt nun die Gelegenheit, eine frühere Phase dieser Entwicklung zu zeigen.

Die Handlung von „The Hunt for Gollum“ spielt vor den Ereignissen von „Die Gefährten“. Im Mittelpunkt steht die Suche nach Gollum, der entscheidende Informationen über den Einen Ring besitzt. Gandalf beauftragt Aragorn damit, die Kreatur aufzuspüren, bevor deren Wissen in die falschen Hände gerät. Zu diesem Zeitpunkt ist Aragorn noch nicht jener Anführer, der später die Menschen im Kampf gegen Sauron vereinen wird. Als Streicher führt er ein zurückgezogenes Leben und bewegt sich überwiegend abseits der großen politischen Ereignisse Mittelerdes.

The Hunt for Gollum zeigt Aragorn vor den Ereignissen der Filmtrilogie

Gerade darin liegt für Dornan eine interessante Möglichkeit. Statt Mortensens Darstellung lediglich nachzuahmen, kann er einen Aragorn zeigen, der seinen späteren Weg noch vor sich hat. Die Herausforderung besteht darin, die vertrauten Eigenschaften der Figur zu bewahren und zugleich eine eigene Interpretation zu entwickeln. Er hat bereits einen großen Fan: seinen Filmpartner Leo Woodall (29), der den Dúnedain-Wächter Halvard spielt. „Ich kann sagen, dass Jamie Dornan jetzt mein Aragorn ist“, sagt der britische Schauspieler, der ihn im Juni zum ersten Mal bei einem Pint im Cambridge Hotel in Wellington, Neuseeland, getroffen hat.

Schon vor Beginn des Projekts hatten mehrere gemeinsame Freunde zu ihnen gesagt: „Ihr werdet euch gut verstehen.“ Sie hatten Recht. Die Begeisterung dieser beiden langjährigen „Herr der Ringe“-Fans hat sie schnell einander nähergebracht – und von ihren Häusern auf der Nordinsel aus haben sie sich ein wenig Zeit genommen, um per Zoom über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Mit „The Hunt for Gollum“ kehrt Andy Serkis nicht nur als Gollum beziehungsweise Sméagol zurück, sondern übernimmt erstmals bei einem Realfilm aus dem „Herr der Ringe“-Universum selbst die Regie. Dabei setzt die Produktion auf eine Mischung aus bekannten Darstellern und neuen Gesichtern. Ian McKellen kehrt als Gandalf zurück, Elijah Wood ist erneut als Frodo Beutlin zu sehen und Lee Pace übernimmt wieder die Rolle des Elbenkönigs Thranduil. Zum Ensemble gehören außerdem Kate Winslet, Leo Woodall und Anya Taylor-Joy.

Ein neuer Aragorn muss sich an einem großen Vorbild messen lassen

Auch hinter der Kamera bleibt die Verbindung zur ursprünglichen Filmtrilogie bestehen. Peter Jackson begleitet das Projekt als Produzent. Fran Walsh und Philippa Boyens, die bereits an den Drehbüchern der früheren Filme beteiligt waren, haben gemeinsam mit Phoebe Gittins und Arty Papageorgiou das Drehbuch erarbeitet. Damit soll der neue Film erzählerisch und gestalterisch an die bekannte Kinowelt anknüpfen, zugleich aber eine bislang nur am Rande behandelte Geschichte aus J. R. R. Tolkiens Mittelerde ausführlicher erzählen.

Die Neubesetzung von Aragorn gehört zu den spannendsten Entscheidungen der Produktion. Während andere Schauspieler ihre vertrauten Rollen wieder aufnehmen, muss Dornan eine Figur verkörpern, die für viele Zuschauer untrennbar mit Viggo Mortensen verbunden ist. Der inzwischen 44-jährige Schauspieler hat mit Produktionen wie „Belfast“, „The Fall“ und „The Tourist“ bereits gezeigt, dass sein schauspielerisches Repertoire deutlich über seine bekannteste Rolle in der „Fifty Shades of Grey“-Reihe hinausgeht.

Ob seine Interpretation von Aragorn überzeugen kann, wird sich allerdings erst im fertigen Film zeigen. Entscheidend dürfte sein, ob es Dornan gelingt, die ruhige Entschlossenheit und innere Zerrissenheit der Figur glaubwürdig darzustellen, ohne dabei zu sehr auf Mortensens Vorbild zurückzugreifen. „Der Herr der Ringe: The Hunt for Gollum“ soll am 17. Dezember 2027 in die US-Kinos kommen.