Inhalt: Lonnie Hawkins (Will Ferrell) war 2004 der beste Golfer. Nachdem seine Karriere so gut wie beendet ist, will er das alte Feuer wieder entfachen. Sein Körper mahnt ihn zur Ruhe, doch sein Herz will weitermachen. Seine Ex-Frau und sein Sohn Lance, der neue Hoffnungsträger des Golfsports, glauben, dass seine Glanzzeit hinter ihm liegt. Doch Lonnie fehlt nur ein großer Sieg zum Grand Slam und er ist der festen Überzeugung, dass ihn nur ein Schlag vom größten Comeback in der Geschichte des Golfs trennt.
Will Ferrell spielt erneut den überdrehten Außenseiter
Mit THE HAWK kehrt Will Ferrell zu jenem Komödiengenre zurück, das seine Karriere geprägt hat. Die Netflix-Serie fühlt sich an wie eine Zeitreise in die frühen 2000er-Jahre und erinnert bewusst an Filme wie Blades of Glory oder Anchorman. Erneut verkörpert Ferrell einen exzentrischen Sportstar, dessen übersteigertes Ego und grenzenlose Selbstüberschätzung ihn immer wieder in absurde Situationen bringen.
Lonnie „The Hawk“ Hawkins ist ein ehemaliger Golfstar, der nach einem spektakulären Absturz den Weg zurück an die Spitze sucht. Seine politische Unkorrektheit kommentiert er selbst mit dem Satz: „Ich stamme aus den frühen 2000ern.“ Damit beschreibt die Serie gleichzeitig ihren eigenen Humor erstaunlich treffend. Viele Gags orientieren sich bewusst an Ferrells früheren Erfolgen und setzen auf überzeichnete Figuren, absurden Slapstick und bewusst geschmacklose Pointen. Will Ferrell liefert einmal mehr eine kompromisslose Performance ab.
Mit Golfmütze, auffälliger Bräunungslinie, Ziegenbart und seiner Angewohnheit, mit Golfbällen zu sprechen, macht er aus The Hawk eine herrlich unberechenbare Figur. Sein Humor bewegt sich häufig bewusst an der Grenze des guten Geschmacks und schreckt auch vor völlig absurden Situationen nicht zurück. Gleichzeitig zeigt die Serie überraschend ruhige Momente. Regisseur David Gordon Green verleiht mehreren Episoden eine entspannte Atmosphäre und richtet den Blick immer wieder auf das amerikanische Kleinstadtmilieu.

Zu viel Serie für zu wenig Geschichte
Parkplätze, Sportplätze, Fast-Food-Restaurants und Vorstädte bilden den Hintergrund einer Geschichte, die trotz aller Albernheiten immer wieder Sympathie für ihre Figuren entwickelt. Besonders gegen Ende gelingt es der Serie, klassische Sportfilm-Motive mit ihrem überdrehten Humor zu verbinden. Dadurch entstehen einige emotionale Szenen, die den Figuren mehr Tiefe verleihen, als man zunächst erwarten würde. Genau hier liegt allerdings auch das größte Problem. THE HAWK wirkt über weite Strecken wie ein Spielfilm, der künstlich auf zehn Episoden gestreckt wurde.
Vor allem die ersten Folgen verlieren sich immer wieder in Nebenhandlungen, die kaum zur eigentlichen Geschichte beitragen und den Erzählfluss ausbremsen. Auch einige Figuren erhalten deutlich mehr Bildschirmzeit, als ihre Handlungsstränge rechtfertigen. So beschäftigt sich die Serie etwa ausführlich mit Hawks Ex-Frau und ihrem Versuch, ein Getränk mit Golf-Logo zu vermarkten. Solche Episoden unterbrechen den eigentlichen Konflikt und lassen die Geschichte unnötig zerfasern. Erst im letzten Drittel findet THE HAWK wieder zu seinem eigentlichen Thema zurück und entwickelt den Schwung, den man sich bereits zu Beginn gewünscht hätte.
Fazit: THE HAWK ist eine nostalgische Rückkehr zu Will Ferrells erfolgreichster Schaffensphase. Fans seines typischen, derben Humors kommen dabei durchaus auf ihre Kosten, auch wenn viele Gags vertraut wirken und nicht jede Pointe zündet. Die größte Schwäche bleibt die unnötig lange Laufzeit. Als kompakter Spielfilm hätte die Geschichte deutlich besser funktioniert. So bleibt eine unterhaltsame, aber wechselhafte Sportkomödie, die ihre stärksten Momente erst gegen Ende erreicht.
Serien Bewertung 6 / 10





