Inhalt: Dan (Jason Segel), steckt beruflich und privat in einer Sackgasse. Statt Spielfilmen dreht er nur noch Werbespots, während seine Beziehung zu der von Samara Weaving gespielten Lisa zunehmend zerbricht.
Wenn Eheprobleme blutig eskalieren
Nach außen wirkt die Ehe von Dan und Lisa bereits schwer angeschlagen. Was in anderen Filmen zu einer Paartherapie führen würde, endet in „Over Your Dead Body“ jedoch deutlich radikaler. Regisseur Jorma Taccone inszeniert eine schwarze Horror-Komödie, in der zwei Ehepartner unabhängig voneinander denselben Entschluss gefasst haben: Der andere muss verschwinden.
In einer abgelegenen Waldhütte will er seine Probleme endgültig lösen und plant, seine Frau zu ermorden. Doch als er mit Chloroform in der Hand zur Tat schreiten will, erlebt er eine Überraschung. Lisa hatte exakt denselben Plan. Die Ausgangsidee gehört zu den größten Stärken des Films. Die bissigen Wortgefechte zwischen Dan und Lisa machen Spaß, während beide offen darüber diskutieren, wie sie den jeweils anderen beseitigen und anschließend die Polizei überzeugen könnten.
Jason Segel und Samara Weaving harmonieren dabei hervorragend und tragen die erste Filmhälfte nahezu allein. Besonders Weaving beweist erneut ihr Talent für makabre Genre-Unterhaltung. Die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren liefert die stärksten Momente des Films. Allerdings bleibt die eigentliche Beziehung überraschend oberflächlich gezeichnet.

Viel Gewalt, wenig Substanz
Themen wie Untreue, finanzielle Probleme oder gegenseitige Geringschätzung werden zwar angesprochen, erhalten aber kaum die Tiefe, die nötig wäre, um die Eskalation wirklich nachvollziehbar zu machen. Sobald weitere Figuren ins Spiel kommen, darunter Timothy Olyphant und Juliette Lewis, verändert sich der Film spürbar. Aus der bissigen Ehe-Komödie wird zunehmend ein überdrehter Gewalttrip, der immer stärker auf Schockmomente setzt.
Die stilisierte Brutalität ist handwerklich ordentlich umgesetzt, wirkt aber häufig Selbstzweck und verliert schnell ihre Wirkung. Problematischer ist, dass einige Elemente, insbesondere im Umgang mit sexueller Gewalt, unangenehm wirken und weder den schwarzen Humor noch die satirische Ebene überzeugend unterstützen. Dadurch geht ein Teil des Charmes verloren, den die erste Hälfte noch aufgebaut hatte. Das Finale wirkt schließlich überladen und kann die zuvor aufgebauten Konflikte nicht zufriedenstellend auflösen.
Fazit: „Over Your Dead Body“ bietet eine starke Besetzung, einige gelungene Dialoge und eine unterhaltsame Grundidee. Letztlich scheitert der Film jedoch daran, seine Figuren ausreichend zu entwickeln und einen stimmigen Ton zwischen schwarzer Komödie und Horror zu finden.
Film Bewertung 5 / 10





