MATERIA PRIMA-NEW ENERGY. OLD POWERS?

Lithium wird zum Rohstoff zweier gegensätzlicher Interessen

Lithium gehört zu den Schlüsselrohstoffen der Energiewende. Elektroautos, Stromspeicher, Smartphones und Rechenzentren sind auf das Metall angewiesen – und ausgerechnet im bolivianischen Hochland liegen die weltweit größten Vorkommen. Der Dokumentarfilm „Materia Prima – New Energy. Old Powers?“ von Regisseur Jens Schanze untersucht, was geschieht, wenn der europäische Rohstoffbedarf auf die wirtschaftlichen Hoffnungen Boliviens und eine jahrhundertelange Kolonialgeschichte trifft.

Vor dem deutschen Kinostart am 22. Oktober 2026 geht Schanze mit seinem Film auf eine umfangreiche Kinotour. Sie beginnt am 12. Oktober in München und führt anschließend durch zahlreiche deutsche Städte. Ausgangspunkt des Films ist ein wirtschaftliches Dilemma. Europa benötigt Lithium für den Umbau seiner Energieversorgung und insbesondere für die Transformation der Automobilindustrie. Für Bolivien wiederum stellt der Rohstoff eine Möglichkeit dar, eigene industrielle Strukturen aufzubauen und Armut zu bekämpfen.

Damit treffen Interessen aufeinander, die sich nicht ohne Weiteres miteinander vereinbaren lassen. Während die bolivianische Regierung mit Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern über die Nutzung der Vorkommen verhandelt, formiert sich in ländlichen Regionen Widerstand. Zivilgesellschaftliche Gruppen, die vor allem von Frauen organisiert werden, stellen die Frage, wer tatsächlich von der Ausbeutung der Rohstoffe profitieren wird.

„Materia Prima“ richtet den Blick damit nicht allein auf Lithium als begehrtes Material. Der Film untersucht die politischen und gesellschaftlichen Machtverhältnisse, die entstehen, wenn Industriestaaten auf Ressourcen im globalen Süden angewiesen sind.

MATERIA PRIMA - NEW ENERGY. OLD POWERS?
MATERIA PRIMA – NEW ENERGY. OLD POWERS? © Cine Global Filmverleih Foto Credit: ©Boerres Weiffenbach

Die Energiewende trifft auf 500 Jahre Kolonialgeschichte

Schanze verbindet die gegenwärtigen Verhandlungen um den Lithiumabbau mit der Geschichte Boliviens. Die Auseinandersetzung um Rohstoffe lässt sich aus dieser Perspektive nicht von den Erfahrungen der vergangenen fünf Jahrhunderte trennen. Eine besondere Rolle spielt dabei die Chronik eines indigenen Zeitzeugen aus dem 16. Jahrhundert. Durch sie stellt der Dokumentarfilm heutige wirtschaftliche Interessen in einen historischen Zusammenhang und untersucht, inwieweit alte Machtstrukturen in neuen wirtschaftlichen Beziehungen fortbestehen.

Damit verschiebt sich auch die Perspektive auf die europäische Energiewende. Der Wechsel zu neuen Technologien benötigt enorme Mengen an Rohstoffen. „Materia Prima“ fragt deshalb, ob eine ökologisch begründete Transformation zugleich neue Abhängigkeiten erzeugt und ob die beteiligten Staaten tatsächlich bereit sind, ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu Dekolonialisierung.

Jens Schanze begleitet den Film auf Kinotour

Regie und Drehbuch stammen von Jens Schanze, der gemeinsam mit Thomas Tielsch auch als Produzent verantwortlich zeichnet. Maximilian Plettau und Anna-Luise Dietzel fungieren als Line Producer. Noch vor dem regulären Kinostart beginnt am 12. Oktober im Münchner Theatiner eine deutschlandweite Kinotour in Anwesenheit des Regisseurs.

Weitere Stationen sind Lübeck, Hamburg, Bonn, Münster, Köln, Düsseldorf, Marburg, Gießen, Bad Soden, Berlin, Regensburg, Deggendorf, Karlsruhe, Freiburg, Frankfurt am Main, Saarbrücken und Heidelberg. Die Tour läuft bis zum 2. November 2026. CineGlobal Filmverleih bringt „Materia Prima – New Energy. Old Powers?“ am 22. Oktober 2026 in die deutschen Kinos.

Tickets für sämtliche Termine finden Sie hier: http://www.tickets.materiaprimafilm.de/

Termine Kinotour:

München12. Oktober 202620:00 UhrTheatiner
Lübeck18. Oktober 202614:30 UhrKoki
Hamburg18. Oktober 202619:00 Uhr3001
Bonn19. Oktober 202620:00 UhrBrotfabrik
Münster20. Oktober 202618:00 UhrCinema & Kurbelkiste
Köln21. Oktober 202618:00 UhrOdeon
Düsseldorf22. Oktober 202619:00 UhrMetropol
Marburg23. Oktober 202619:30 UhrCapitol
Gießen24. Oktober 202619:00 UhrRathaus Herman-Levi-Saal
Bad Soden25. Oktober 202620:00 UhrCasablanca
Berlin26. Oktober 202619:00 UhrACUD
Berlin27. Oktober 202620:00 UhrDelphi Lux
Regensburg28. Oktober 202620:00 UhrOstentor
Deggendorf29. Oktober 202620:00 UhrLichtspielhaus
Karlsruhe30. Oktober 202619:00 UhrKinemathek
Freiburg31. Oktober 202619:00 UhrKommunales Kino
Frankfurt am Main01. November 202611:45 UhrMal Sehn
Saarbrücken01. November 202618:00 UhrCamera Zwo
Heidelberg02. November 202620:00 UhrGloria & Gloriette