Sandra Hüller wird zur Verbindung zwischen Bachmann und der Gegenwart
Ingeborg Bachmann wäre im Juni 2026 hundert Jahre alt geworden. Regisseurin Regina Schilling nimmt das Jubiläum zum Ausgangspunkt für „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“, eine filmische Annäherung an die österreichische Schriftstellerin, die dokumentarisches Archivmaterial mit inszenierten und improvisierten Passagen verbindet. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei Sandra Hüller: Die Schauspielerin nähert sich Bachmann und ihren Texten innerhalb eines imaginären Tages an, ohne dass daraus eine konventionelle biografische Verkörperung entsteht.
Nach der Kinoauswertung erhält der deutsch-österreichische Dokumentarfilm nun seine Home-Entertainment-Veröffentlichung. Weltkino veröffentlicht „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ am 29. Oktober 2026 zunächst digital. Die DVD folgt am 13. November 2026. Regina Schilling rekonstruiert Bachmanns Leben nicht als chronologisch erzähltes Biopic. Stattdessen verbindet der Film improvisierte Szenen mit Archivaufnahmen, Interviews und Originaltexten der Autorin.
Sandra Hüller bildet innerhalb dieser Konstruktion eine Verbindung zwischen den unterschiedlichen Ebenen. Der Film folgt dabei zentralen Stationen in Bachmanns Biografie. Dazu gehört ihre Kindheit im österreichischen Kärnten während des Zweiten Weltkriegs ebenso wie ihr späterer Aufstieg innerhalb der deutschsprachigen Literaturszene. Mit ihren Auftritten bei der Gruppe 47 entwickelte sich Bachmann in den 1950er-Jahren zu einer der bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur.
Ihre literarische Arbeit wird dabei nicht von ihrem persönlichen Leben getrennt. Der Film beschäftigt sich mit Bachmanns Verhältnis zu Sprache, Macht und Identität und verfolgt ihr Ringen um eine eigene Ausdrucksform zwischen öffentlicher Anerkennung und persönlichen Krisen.
Paul Celan, Max Frisch und Hans Werner Henze prägen Bachmanns Lebensweg
Zu dieser Biografie gehören auch die Beziehungen zu einigen der wichtigsten Künstler ihrer Zeit. „Jemand, der einmal ich war“ beschäftigt sich mit Bachmanns Verbindung zu Paul Celan, ihrer Beziehung zum Schweizer Schriftsteller Max Frisch und ihrer Freundschaft mit dem Komponisten Hans Werner Henze. Statt diese Verbindungen lediglich als biografische Eckdaten aufzuzählen, ordnet Schilling sie in Bachmanns künstlerische Entwicklung ein. Ihr Leben und ihr Schreiben erscheinen dabei eng miteinander verbunden.
Die Auseinandersetzung reicht bis zu ihren letzten Jahren in Rom, wo Bachmann 1973 im Alter von 47 Jahren starb. Neben Sandra Hüller führt der Film deshalb Bachmann selbst sowie Paul Celan, Max Frisch und Hans Werner Henze als Protagonisten. Ihre Präsenz entsteht vor allem aus historischen Dokumenten und Archivmaterial.
| Technische Daten und Ausstattung | ||
![]() DVD Bild: 1,85:1 (anamorph) Sprachen/Ton: Deutsch (5.1 DD, Stereo DD), Hörfilmfassung für Sehbehinderte Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte Laufzeit: 98 min. Extras: Trailer, Wendecover EAN: 4061229719308 | ||
Regina Schilling setzt erneut auf dokumentarische Montage
Regina Schilling hat sich bereits in früheren Arbeiten mit deutscher Kultur- und Zeitgeschichte beschäftigt. Für „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ wählt die mehrfach mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Regisseurin erneut eine Form, die sich von einer klassischen dokumentarischen Nacherzählung entfernt. Entscheidend ist die Montage verschiedener Materialien.
Historische Aufnahmen treffen auf Bachmanns Texte und Hüllers gegenwärtige Annäherung. Dadurch soll weniger eine abschließende Biografie entstehen als ein Bild davon, wie sich Leben, Sprache und künstlerische Arbeit gegenseitig beeinflussten. Der Film entstand 2026 als deutsch-österreichische Produktion und hat eine Laufzeit von 98 Minuten. Die FSK erteilte eine Freigabe ab sechs Jahren.
Für die Home-Entertainment-Auswertung erscheint „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ zunächst am 29. Oktober 2026 als Kaufdownload. Am 13. November 2026 folgt die DVD im Vertrieb von Leonine. Die DVD enthält den Film im Bildformat 1,85:1 mit deutschem 5.1- und Stereo-Ton. Zusätzlich stehen eine Hörfilmfassung für Menschen mit Sehbehinderung sowie deutsche Untertitel für Hörgeschädigte zur Verfügung. Als Extras sind der Trailer und ein Wendecover enthalten.





