KOMPLIZINNEN - VERNUNFT IST KEINE LÖSUNG

Vera beendet gleich zwei Kapitel ihres Lebens

Vier Frauen in der Mitte ihres Lebens, vier unterschiedliche Krisen und die gemeinsame Frage, ob das eigentlich schon alles gewesen sein soll: Mit „Komplizinnen – Vernunft ist keine Lösung“ kehrt Regisseurin und Autorin Sonja Heiss nach „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ mit einer neuen Kinokomödie zurück. Im Mittelpunkt stehen Laura Tonke, Heike Makatsch, Katharina Marie Schubert und Anne Ratte-Polle, deren Figuren auf unterschiedliche Weise versuchen, aus festgefahrenen Lebensentwürfen auszubrechen.

Dabei geht es um Beziehungen und Familie ebenso wie um berufliche Erwartungen, das Älterwerden und die Frage, wie viel Kontrolle man aufgeben muss, um Veränderungen überhaupt zuzulassen. Die zunächst voneinander unabhängigen Wege der vier Frauen beginnen sich schließlich zu kreuzen. Vera, gespielt von Laura Tonke, steckt in einer Phase, in der ihr zunehmend alles zu viel wird. Sie gerät ständig ins Schwitzen und ebenso schnell in Rage. Sowohl ihre Beziehung als auch ihre berufliche Situation empfindet sie inzwischen als Belastung.

Statt ihre Unzufriedenheit weiter auszuhalten, zieht sie einen radikalen Schlussstrich: Vera beendet kurzerhand sowohl ihre Beziehung zu ihrem von Tom Schilling gespielten Partner als auch ihren Job. Über die Konsequenzen macht sie sich allerdings erst Gedanken, als die bereits vor ihrer Tür stehen. Aus dem vermeintlichen Befreiungsschlag wird damit der Beginn einer wesentlich komplizierteren Neuorientierung.

Professorin Miriam, gespielt von Anne Ratte-Polle, sucht ihren Ausweg dagegen in einer Affäre. Sie beginnt eine toxische Beziehung mit einer Studentin, dargestellt von Sogol Faghani, und verstrickt sich dabei immer tiefer in ihre eigenen Widersprüche. Ein Porsche soll anschließend offenbar dabei helfen, die innere Krise mit äußerer Veränderung zu beantworten. Doch auch dieser Versuch führt Miriam nicht zurück zur Kontrolle, sondern immer weiter in Richtung emotionalen Totalschaden.

Wenn die Paartherapeutin das eigene Leben nicht mehr versteht

Katharina Marie Schubert spielt Anne, die beruflich eigentlich genau wissen müsste, wie Beziehungen funktionieren. Als Paartherapeutin beschäftigt sie sich mit den Konflikten und Lebensentwürfen anderer Menschen. Ausgerechnet ihr eigenes Leben beginnt jedoch aus den Fugen zu geraten, als ihr gemeinsamer Sohn von zu Hause auszieht. Das entstandene Vakuum stellt nicht nur Annes Alltag, sondern auch ihre Vorstellung von sich selbst infrage. Neue Lebensfreude findet sie schließlich in einer ungewöhnlichen Affäre. Selbst ihr ausgesprochen verständnisvoller Ehemann, gespielt von Christoph Maria Herbst, versucht noch, mit dieser Entwicklung umzugehen.

Während Anne nach dem Auszug ihres Sohnes mit einer neuen Lebensphase konfrontiert wird, befindet sich Liv längst im permanenten Belastungsmodus. Heike Makatsch verkörpert eine erfolgreiche Mutter und Ehefrau, die zwischen Familie, Beruf und den Erwartungen an ihr eigenes Leben kaum noch zur Ruhe kommt. Zu Hause warten zwei Teenagersöhne, die einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit mit Gaming verbringen, sowie ein tiefenentspannter Ehemann ohne Job. Gleichzeitig rückt Livs 50. Geburtstag näher. Eine misslungene Botox-Behandlung unmittelbar vor dem runden Geburtstag wird schließlich zum Auslöser für eine nervliche Entgleisung.

Sonja Heiss erzählt von Lebenskrisen und Neuanfängen

Die Wege von Vera, Miriam, Anne und Liv kreuzen sich schließlich. Was die vier Frauen verbindet, ist weniger eine identische Lebenssituation als das Gefühl, dass die bisherigen Antworten nicht mehr funktionieren. Beziehungen, Karriere, Familie und Selbstbilder geraten gleichzeitig in Bewegung. „Komplizinnen – Vernunft ist keine Lösung“ setzt damit bei einer Lebensphase an, in der vermeintlich längst getroffene Entscheidungen erneut zur Disposition stehen. Die Komödie beschäftigt sich mit Kontrollverlust, Scheitern und Neuanfängen, ohne dabei ausschließlich die Perspektive ihrer vier Protagonistinnen einzunehmen.

Auch die Männer und die Veränderungen innerhalb der Beziehungen gehören zu dieser Neuordnung. Sonja Heiss übernimmt erneut Regie und Autorenschaft. Zuletzt brachte sie 2023 Joachim Meyerhoffs autobiografischen Bestseller „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ auf die Leinwand. Für „Komplizinnen – Vernunft ist keine Lösung“ versammelt sie nun Laura Tonke, Heike Makatsch, Katharina Marie Schubert und Anne Ratte-Polle in den vier zentralen Rollen. Zum weiteren Ensemble gehören Tom Schilling, Christoph Maria Herbst, Trystan Pütter und Sogol Faghani.