Inhalt: In einer düsteren Zukunft, in der die meisten Sterne des Universums auf mysteriöse Weise verschwunden sind, wird ein einsamer Sträfling (Mark Fischbach) auf eine undurchsichtige Mission geschickt, um in einem rostigen Ein-Mann-U-Boot den blutroten Ozean eines abgelegenen Mondes zu erforschen. Ist er dabei, die Menschheit zu retten? Oder verliert er einfach nur den Verstand …?

Es ist schwer, den Mut und die Hartnäckigkeit von Filmemachern nicht zu respektieren, die einfach loslegen und alles selbst machen. Doch Mut allein garantiert noch kein gelungenes Ergebnis. Sicher, vielleicht ist man der nächste Orson Welles, Sam Raimi oder Robert Rodriguez. Vielleicht aber auch der neue Ed Wood oder Tommy Wiseau. Diese Unsicherheit schwebt spürbar über Iron Lung, dem Regiedebüt von Markiplier, der hier nahezu jede kreative Rolle übernimmt: Autor, Produzent, Cutter und Hauptdarsteller.
Der Film basiert auf dem Independent-Spiel „Iron Lung“ von David Szymanski und erzählt die Geschichte eines einsamen U-Boot-Piloten, der durch einen seltsamen, blutüberströmten Mond navigiert. Die Produktion setzt stark auf praktische Effekte, eine düstere, fast an Lovecraft erinnernde Atmosphäre und eine bewusst eingeschränkte Perspektive. Außenaufnahmen sind selten, die Wahrnehmung erfolgt über flackernde Schwarz-Weiß-Bilder, körnig und bruchstückhaft. Das ist atmosphärisch stimmig und macht zunächst neugierig. Die klaustrophobische Bildsprache, kombiniert mit Cronenberg-artigem Body Horror, erzeugt besonders in den ersten Minuten Momente echter Beklemmung.
Große Idee, zu dünn ausgespielt
Filme mit nur einer Hauptfigur, einem Schauplatz und einer stark eingeschränkten Perspektive erfordern jedoch absolute Präzision. Iron Lung ist weder „All Is Lost-Überleben ist Alles“ noch „Buried“. Fischbachs Darstellung ist solide, aber nicht charismatisch genug, um einen über zweistündigen Film alleine zu tragen. Sein Drehbuch verlässt sich zu oft auf melodramatische Plattitüden, anstatt eine echte psychologische Zuspitzung zu liefern. Die visuellen Elemente wiederholen sich schnell, die Effekthascherei verliert ihre Wirkung, und spätestens im letzten Drittel kippt der Film in eine visuelle Verwirrung statt in kontrollierten Wahnsinn.
Das größte Problem ist das Erzähltempo. Der Film schleppt sich dahin, bleibt monoton, fast einschläfernd, obwohl er eigentlich spannend, paranoid und existenziell bedrohlich sein sollte. Was als pointiertes Experiment beginnt, wird im Verlauf zunehmend überladen. Die Grundidee hätte als Kurzfilm oder mittellanges Genrewerk viel besser funktioniert. Als abendfüllender zwei-Stunden-Film mangelt es ihm an narrativer Abwechslung, einem dramatischen Höhepunkt und emotionaler Anziehungskraft.
Fazit: Iron Lung ist ein achtbares, ambitioniertes Indie-Projekt mit einer klaren Vision und gelungener Gestaltung. Allerdings sind gute Absichten kein Ersatz für dramatische Spannungsmomente. Auch wenn der Film eine eindringliche Atmosphäre und einige gelungene Bilder zu bieten hat, bleibt er letztlich eine zu ausgedehnte Geduldsprobe, die zwar interessant, aber nicht wirklich packend ist.
Film Bewertung 5 / 10





