Mit „Future Council – Komm an Bord“ verlagert Regisseur Damon Gameau den Diskurs über Klimawandel und Nachhaltigkeit konsequent in eine neue Perspektive. Statt etablierter Stimmen stehen hier Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt, die nicht länger nur beobachten oder protestieren, sondern aktiv in Entscheidungsräume vordringen.
Ausgestattet mit klaren Fragen und einem bemerkenswerten Selbstverständnis reisen acht junge Menschen in einem gelben Schulbus quer durch Europa. Ihr Ziel sind nicht symbolische Orte, sondern die Zentralen globaler Konzerne. Dort konfrontieren sie Entscheidungsträger aus Energie- und Lebensmittelindustrie direkt mit der Frage, welche Welt sie hinterlassen wollen.
Der Film verbindet klassische Roadmovie-Elemente mit einem dokumentarischen Ansatz, der auf unmittelbare Begegnung setzt. Der Schulbus fungiert dabei nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als mobiler Denkraum. Hier entstehen Diskussionen, Reflexionen und Strategien, die anschließend in direkten Gesprächen mit Führungskräften münden.
Roadmovie mit Haltung: Dialog statt Distanz
Gameau bleibt seiner bekannten Handschrift treu. Wie bereits in früheren Arbeiten wie „2040“ oder „Voll verzuckert“ setzt er auf einen zugänglichen Ton, kombiniert mit klarer inhaltlicher Haltung. Humor, Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit greifen ineinander und ermöglichen einen Zugang, der sowohl emotional als auch analytisch funktioniert. Im Zentrum steht der sogenannte Future Council. Dabei handelt es sich um eine internationale Initiative von Kindern und Jugendlichen im Alter von neun bis sechzehn Jahren. Sie verstehen sich nicht als klassische Aktivisten, sondern als Mitgestalter. Ihre Rolle reicht von Forschung über Design bis hin zur Beratung.
Die Struktur ist bewusst dezentral angelegt. In Schulen, Familien und lokalen Gemeinschaften entstehen eigene Zukunftsräte, die sich global vernetzen. Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmen nachhaltige Produkte und Lösungen zu entwickeln. Die daraus generierten Mittel fließen direkt in Projekte zur Wiederherstellung von Ökosystemen und werden eigenständig verwaltet. „Future Council – Komm an Bord“ positioniert sich klar als Plädoyer für Generationengerechtigkeit. Der Film zeigt, dass Veränderung nicht ausschließlich durch Protest entsteht, sondern durch Dialog und konkrete Zusammenarbeit.
Die jungen Protagonisten treten selbstbewusst auf, ohne dabei ihre Offenheit zu verlieren. Das zugrunde liegende Manifest formuliert diesen Anspruch deutlich. Es betont Integrität, Zusammenarbeit und die Kraft kollektiver Ideen. Gleichzeitig vermittelt der Film die zentrale These, dass echte Transformation dort beginnt, wo neue Perspektiven ernst genommen und in bestehende Systeme integriert werden.






