FJORD

Ein Neuanfang in Norwegen gerät unter Verdacht

Nach seinem Triumph beim Festival de Cannes erhält „Fjord“ einen deutschen Kinostart. Das neue Drama des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu kommt am 7. Januar 2027 bundesweit in die Kinos und feiert zuvor seine Deutschlandpremiere beim Filmfest Hamburg. In den Hauptrollen spielen Sebastian Stan und Renate Reinsve ein Elternpaar, dessen Neuanfang in Norwegen ins Wanken gerät, als die Behörden den Verdacht auf Kindesmisshandlung erheben. Mungius sechste Regiearbeit wurde in Cannes mit der Goldenen Palme als bester Film, dem Preis der Ökumenischen Jury und dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet.

Mihai, gespielt von Sebastian Stan, und Lisbet, verkörpert von Renate Reinsve, ziehen gemeinsam mit ihren fünf Kindern aus Rumänien in ein abgelegenes norwegisches Dorf. Trotz kultureller Unterschiede und einer strengen religiösen Erziehung finden sich die Kinder schneller als erwartet in der neuen Umgebung zurecht und schließen Freundschaften mit den Nachbarn. Die scheinbare Stabilität zerbricht jedoch, als die älteste Tochter Elia eines Tages mit blauen Flecken in der Schule erscheint.

Der Verdacht, dass ihre Eltern körperliche Gewalt anwenden, ruft die Behörden auf den Plan und bedroht die Familie unmittelbar in ihrer Existenz. Aus der zunächst privaten Krise entsteht damit ein Konflikt zwischen Eltern, Institutionen und unterschiedlichen Vorstellungen von Fürsorge, Erziehung und Verantwortung. Mungiu greift damit erneut gesellschaftliche Spannungen auf, ohne die Ausgangslage auf einen eindeutigen moralischen Gegensatz zu reduzieren.

Der Ortswechsel von Rumänien nach Norwegen bringt nicht nur unterschiedliche kulturelle Prägungen zusammen, sondern konfrontiert die Familie mit einem staatlichen System, dessen Eingreifen aus seiner eigenen Logik heraus dem Schutz der Kinder dient. Gleichzeitig steht für Mihai und Lisbet der Zusammenhalt ihrer Familie auf dem Spiel. „Fjord“ entwickelt daraus einen Konflikt, in dem persönliche Überzeugungen, institutionelle Kontrolle und kulturelle Unterschiede unmittelbar aufeinandertreffen.

(L-R) Sebastian Stan and Renate Reinsve in Fjord (2026)
(L-R) Sebastian Stan and Renate Reinsve in Fjord (2026) © Alamode Film

Sebastian Stan und Renate Reinsve führen Mungius internationales Ensemble an

Für Cristian Mungiu markiert „Fjord“ zugleich die erste Zusammenarbeit mit international etablierten Filmstars. Sebastian Stan übernimmt die Rolle von Mihai. Der Schauspieler ist einem breiten Publikum als Bucky Barnes beziehungsweise Winter Soldier aus dem Marvel Cinematic Universe bekannt und wurde zuletzt für „The Apprentice“ für den Oscar nominiert. Für „A Different Man“ erhielt er zuvor bei der Berlinale den Silbernen Bären als bester Hauptdarsteller. An seiner Seite spielt Renate Reinsve Lisbet.

Die norwegische Schauspielerin wurde mit „Der schlimmste Mensch der Welt“ international bekannt und erhielt für „Sentimental Value“ eine weitere Oscar-Nominierung sowie den Europäischen Filmpreis. Mungiu schrieb auch das Drehbuch und setzt damit seine langjährige Arbeit als eine der prägenden Stimmen des Neuen Rumänischen Kinos fort. Bereits mit „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ gewann er 2007 die Goldene Palme.

Noch vor dem regulären Kinostart wird „Fjord“ beim Filmfest Hamburg erstmals in Deutschland gezeigt. Die Deutschlandpremiere findet am 25. September 2026 im CinemaxX Dammtor statt, eine weitere Vorstellung folgt am 28. September im Metropolis. Cristian Mungiu wird seinen Film persönlich in Hamburg vorstellen. Damit setzt das Festival nach der international erfolgreichen Cannes-Premiere die nächste Station der Auswertung. „Fjord“ startet am 7. Januar 2027 in den deutschen Kinos