Mit „Exit 8“ bringt Regisseur Genki Kawamura den gleichnamigen Videospiel-Hit erstmals auf die Kinoleinwand. Die Verfilmung des 2023 veröffentlichten Escape-Games feierte ihre Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes in der renommierten Sektion „Midnight Screenings“ und zählt zu den ungewöhnlichsten Horrorprojekten des Jahres. Kawamura, der sich als Produzent von Werken wie „The Makanai“ und dem Anime-Erfolg „Suzume“ bereits international einen Namen gemacht hat, inszeniert eine Geschichte, die aus einer simplen Idee eine beklemmende Albtraumwelt erschafft.
Produziert wurde der Film vom traditionsreichen Tōhō-Studio, das zuletzt mit „Godzilla Minus One“ weltweit für Aufsehen sorgte. Im Mittelpunkt steht ein junger Mann, der nach dem Verlassen einer U-Bahn-Station plötzlich in einem sterilen, scheinbar endlosen Gang gefangen ist. Der Korridor wiederholt sich immer wieder, jede Ecke wirkt vertraut und dennoch stimmt etwas nicht. Um zu entkommen, muss er den mysteriösen Ausgang Nummer 8 finden.
Die Regeln erscheinen zunächst einfach. Entdeckt er eine Anomalie, muss er sofort umkehren. Ist alles normal, darf er weitergehen. Doch genau darin liegt die Gefahr. Schon die kleinste Unaufmerksamkeit kann dazu führen, dass er wieder am Anfang landet und seine Suche von Neuem beginnt.

Der Ausgang scheint zum Greifen nah
„Exit 8“ setzt weniger auf Monster oder blutige Schreckmomente als auf ein permanentes Gefühl der Verunsicherung. Mit jeder Wiederholung des Ganges wächst die Frage, ob sich tatsächlich etwas verändert hat oder ob die Wahrnehmung des Protagonisten selbst zum Problem wird. Aus der scheinbar banalen Umgebung eines U-Bahn-Korridors entwickelt Kawamura einen psychologischen Horrorthriller über Orientierungslosigkeit, Wahrnehmung und die Angst vor dem endlosen Kreislauf.
Die Verfilmung bleibt dabei dem Konzept des Spiels treu und verwandelt dessen minimalistische Idee in ein intensives Kinoerlebnis, das den Zuschauer ebenso aufmerksam werden lässt wie seine Hauptfigur. Mit „Exit 8“ entsteht ein ungewöhnlicher Genrebeitrag, der zeigt, wie effektiv Horror sein kann, wenn das Grauen nicht in der Dunkelheit lauert, sondern direkt vor unseren Augen.





