EMMAS HERZ DVD COVER

Inhalt: Emma Blair hat sich gerade glücklich verlobt als sie einen Anruf erhält. Ihr Tod geglaubter Ehemann ist wieder aufgetaucht. Emmas neues Leben, das sie sich mühsam aufgebaut hat, droht zu zerbrechen. Sie ist hin und her gerissen zwischen alten Gefühlen für ihren Ehemann und neuen Gefühlen für ihren frisch verlobten.

Wie kann sie weiterleben, was möchte sie und wen möchte ihr Herz? Um das rauszufinden, muss sie verstehen was passiert ist und zu wem ihr Ehemann, als Person, geworden ist, nach der langen Zeit, die er verschollen war. Kann ihre Liebe überhaupt dort anknüpfen, wo sie auseinandergerissen wurde?

© Square One Enetertainment

Film Kritik

Eine spannende Ausgangslage bietet uns Andy Fickmanns Verfilmung des gleichnamigen Romanes. Und direkt denkt man an Filme wie „PS: Ich liebe dich“ oder aber auch an die ein oder andere Nicholas Sparks Verfilmung, die sich inhaltlich meist ebenfalls mit dem Schicksal zweier Liebender befassen.

In der Verfilmung des Romanes „Für immer Liebe“ von 2012, ging es auch um die Frage, ob man sich erneut in eine Person verlieben kann, wenn diese durch einen Schicksalsschlag zu einer anderen Person geworden ist? Oder sind manche Beziehungen nur für bestimmte Momente geschaffen? Schade, dass sich gerade mit dieser Frage so wenig auseinander gesetzt wird und der Film auch, an der ein oder anderen Stellen, Fehler begeht. Das beginnt schon beim Aufbau des Dramas. Dieses versucht viel Handlung in kurzer Zeit zu erzählen.

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Dabei lässt der Film sowohl die Vergangenheit zwischen Emma und ihrem Ehemann in kürzester Zeit durchlaufen, als auch die Kennenlerngeschichte mit ihrem frisch Verlobten nicht aus. Hierbei wirkt der Schnitt sehr willkürlich oder als würden Handlungsstränge, die zeitlich nicht mehr möglich waren, fehlen. Figuren werden praktisch in ihrem Handeln durch einen harten Schnitt unterbrochen.

Emmas Herz Filmszene
© Leonine Studios

Kein funktionierendes Gerüst

Oft wird das Bild wie in alten Sitcoms langsam auf Schwarz ausgeblendet. Dies ist jedoch nicht der Beginn eines neuen Tages oder einer völlig neuen Szene; die Schwarzblende dient lediglich dazu, zu zeigen, dass die Zeit vergangen ist. Manchmal gibt es nur Sekunden der Handlung, die jedoch durch eine Schwarzblende getrennt werden. Etwas, das man heutzutage mit anderen Effekten oder modernerer Technik hätte anders machen können.

Das wirkt wie ein grober Anfängerfehler, den man dem Regisseur hier eigentlich nicht mehr zum Vorwurf machen kann, denn er ist kein Filmstudent mehr und „Emmas Herz“ ist auch nicht sein Debütfilm. Selbst bei der Ausleuchtung gibt es so eklatante Fehler, dass sie dem Zuschauer schnell auffallen. In einigen Einstellungen stimmt zum Beispiel das Licht am Set nicht mit dem Licht im Bild überein.

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Es überkommt einen der Gedanke, dass der Film so schnell wie möglich produziert werden sollte, ohne den notwendigen und möglichen Aufwand, den er verdient hätte. Ein wenig mehr Zeit und Überlegung zum Film hätte sicherlich zu einem besseren Filmerlebnis beitragen können. Während die Geschichte einem Nicholas-Sparks-Roman entsprungen sein könnte, wirken die einzelnen Sequenzen wie ein Puzzle, das man versucht, in einer abstrakten Reihenfolge wieder zusammenzusetzen.

Dabei springt die Handlung an den seltsamsten Stellen zwischen den Zeitebenen hin und her und erzählt Handlungsstränge, die man vielleicht lieber an den Anfang des Films gestellt hätte, fast am Ende. Leider ist das kein Geniestreich, wie im rückwärts erzählten Klassiker „Memento“, sondern einfach ein nicht funktionierender Rahmen.

EMMAS HERZ FILMSZENE
© Leonine Studios

Tiefgründige Gedankenwelt die nicht transportiert werden kann

Die Idee, den bereits für tot erklärten Ehemann wieder auftauchen zu lassen und dann die Gefühlswelt von Emma zu erzählen, die zwischen ihren neuen Gefühlen für ihren Verlobten und ihren alten Emotionen für ihren Ex-Mann hin- und hergerissen ist, ist allein schon auf psychologischer Ebene spannend. Zumal sich Fickmann nicht nur den romantischen Szenen widmet, sondern auch den tieferen Gedanken hinter Emmas Gefühlswelt.

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Das lässt Emma als Figur zugänglicher und realistischer erscheinen als die eine oder andere Romanfigur aus dem Hause Sparks. Leider können die Schauspieler aber nicht ganz das vermitteln, was der Film gebraucht hätte, um das ganze Ausmaß des Dramas auf eine andere Ebene zu heben.

So bleibt es bei einer eher vorhersehbare Romanze, die zwar filmisch und handlungstechnisch einem Rosamunde-Pilcher-Film voraus ist, aber leider auch hinter einigen der klassischen Sparks-Verfilmungen zurückbleibt.

Fazit: Insgesamt kann „Emmas Herz“ leider nicht wirklich überzeugen. Aber das konsequente Ende und die recht intensiven Gespräche zwischen Vergangenem und Zukünftigem nehmen dem Film zumindest den Kitsch und seinen 0815-Charakter, weshalb er in der zweiten Hälfte durchaus noch zu gefallen weiß. Allerdings leider nicht als Gesamtwerk.

Film Bewertung 6 / 10