DIE REICHSTE FRAU DER WELT DVD

Nach dem deutschen Kinostart im April kommt DIE REICHSTE FRAU DER WELT ins Heimkino. Die französisch-belgische Tragikomödie von Regisseur Thierry Klifa ist ab dem 24. September 2026 für zu Hause erhältlich. Im Mittelpunkt steht Isabelle Huppert als Marianne Farrère, eine milliardenschwere Erbin, deren scheinbar vollständig kontrolliertes Leben durch die Begegnung mit einem selbstbewussten Fotografen aus den Fugen gerät.

An Hupperts Seite spielt Laurent Lafitte den Fotografen Pierre-Alain Fantin. Marina Foïs übernimmt die Rolle von Mariannes Tochter Frédérique, während Raphaël Personnaz und André Marcon ebenfalls zum Ensemble gehören. Die Geschichte ist von realen Ereignissen rund um die französische Milliardärin und L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt inspiriert, entwickelt daraus jedoch eine eigenständige Satire über Reichtum, Familie, Abhängigkeit und die Frage, welchen Wert Beziehungen besitzen, wenn praktisch alles käuflich erscheint.

Marianne besitzt alles – nur Nähe lässt sich nicht kaufen

Marianne Farrère gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Sie besitzt nicht nur ein gigantisches Vermögen, sondern bewegt sich auch mit der Selbstverständlichkeit einer Frau durch ihre Umgebung, die es gewohnt ist, dass andere Menschen sich nach ihren Entscheidungen richten. Das Familienvermögen basiert auf einem milliardenschweren Kosmetikimperium. In dieser Welt aus Luxus, gesellschaftlichem Einfluss und jahrzehntelang gewachsenen Machtstrukturen ist Marianne die zentrale Figur.

Doch hinter der finanziellen Unabhängigkeit steht ein Leben, in dem echte Nähe deutlich schwieriger geworden ist. Das verändert sich, als Marianne während eines Fotoshootings Pierre-Alain Fantin begegnet. Der Fotograf behandelt sie anders als viele Menschen in ihrem Umfeld. Er zeigt wenig Ehrfurcht vor ihrem Vermögen oder gesellschaftlichen Status, tritt selbstbewusst auf und erlaubt sich eine Direktheit, die innerhalb von Mariannes gewöhnlichem Umfeld kaum jemand wagt. Gerade diese Respektlosigkeit fasziniert sie.

Aus einer zunächst ungewöhnlichen Begegnung entwickelt sich schnell eine intensive Beziehung. Pierre-Alain erhält zunehmend Zugang zu Mariannes privatem Leben und beginnt, sich innerhalb ihrer Familie und ihres luxuriösen Umfeldes festzusetzen.

Isabelle Huppert in Die Reichste Frau der Welt
© Neue Visionen Filmverleih

Pierre-Alain bringt Bewegung in eine erstarrte Familie

Für Marianne bedeutet die Freundschaft mit Pierre-Alain zunächst vor allem Freiheit. Seine unangepasste Art bringt Unruhe in ein Leben, das zwar von nahezu unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten geprägt ist, emotional jedoch längst festen Strukturen folgt. Gemeinsam feiern sie, geben Geld aus und ignorieren zunehmend die Erwartungen ihres Umfelds. Marianne beginnt, Pierre-Alain mit großzügigen Geschenken zu überhäufen. Aus einzelnen Aufmerksamkeiten werden immer größere finanzielle Zuwendungen.

Geld, Kunstwerke und andere Vermögenswerte wechseln den Besitzer. Während Marianne die gemeinsame Zeit genießt, wächst innerhalb ihrer Familie das Misstrauen. Besonders ihre Tochter Frédérique beobachtet die Entwicklung mit zunehmender Sorge. Für sie geht es dabei nicht ausschließlich um das Familienvermögen. Hinter dem Konflikt steckt auch die komplizierte Beziehung zwischen Mutter und Tochter und damit die Frage, warum Marianne einem vergleichsweise neuen Menschen jene Aufmerksamkeit und Emotionalität entgegenbringt, die ihrer eigenen Familie lange gefehlt hat. Aus dem anfänglichen Misstrauen entwickelt sich deshalb ein offener Machtkampf.

Tochter Frédérique kämpft um Vermögen und die Liebe ihrer Mutter

Marina Foïs spielt Frédérique nicht lediglich als potenzielle Erbin, die verhindern möchte, dass ein Außenstehender das Familienvermögen erhält. Ihre Figur besitzt zusätzlich ein persönliches Interesse daran, Pierre-Alains Einfluss zurückzudrängen. Denn je stärker sich Marianne ihrem neuen Vertrauten öffnet, desto deutlicher werden die emotionalen Risse innerhalb der Familie.

Für Frédérique steht zunehmend die Frage im Raum, ob Pierre-Alain tatsächlich eine ernsthafte Beziehung zu ihrer Mutter aufgebaut hat oder ob er ihre Einsamkeit und ihr Vermögen gezielt für seine eigenen Interessen nutzt. Auch der langjährige Butler der Familie besitzt Informationen, die innerhalb dieses Konflikts zunehmend an Bedeutung gewinnen. Er kennt nicht nur die täglichen Abläufe des Hauses, sondern auch Familiengeheimnisse und finanzielle Vorgänge, über die außerhalb des engsten Kreises kaum gesprochen wird.

Dazu gehören enorme Geldsummen und fragwürdige Spenden, die das ohnehin instabile Gefüge zusätzlich belasten. Was als ungewöhnliche Freundschaft beginnt, entwickelt sich damit zu einem Konflikt um Macht, Erbe, Loyalität und persönliche Abhängigkeiten.

© Neue Visionen Filmverleih

Der Film greift einen der bekanntesten französischen Milliardärsskandale auf

Die Ausgangslage erinnert bewusst an die Geschichte der 2017 verstorbenen L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt. Über Jahre sorgte insbesondere ihre Beziehung zum Fotografen François-Marie Banier für öffentliche Aufmerksamkeit und schließlich auch für juristische Auseinandersetzungen innerhalb der Familie. Thierry Klifa übernimmt diese Geschichte jedoch nicht als klassische biografische Rekonstruktion. Stattdessen nutzt er die bekannten Motive als Grundlage für eine fiktionalisierte Gesellschaftssatire.

Dadurch kann sich der Film stärker mit den emotionalen Mechanismen hinter dem Skandal beschäftigen: Was bedeutet Geld für Menschen, die davon praktisch unbegrenzt besitzen? Wann wird Großzügigkeit zur Abhängigkeit? Und wem gehört ein Vermögen eigentlich moralisch – der Person, die es besitzt, oder einer Familie, die längst mit dessen Weitergabe rechnet? Isabelle Hupperts Marianne steht dabei im Zentrum dieser Fragen. Sie wird nicht lediglich als leichtgläubiges Opfer eines möglichen Erbschleichers dargestellt. Vielmehr bleibt sie eine selbstbewusste Frau, die selbst entscheidet, wem sie ihr Geld gibt und mit wem sie ihre Zeit verbringen möchte. Gerade daraus entsteht der Konflikt mit ihrer Tochter.

Isabelle Huppert und Laurent Lafitte führen das Machtspiel an

Die gegensätzlichen Figuren von Marianne und Pierre-Alain bilden das Zentrum des Films. Isabelle Huppert verkörpert die kontrollierte Milliardärin, deren gewohnte Distanz zunehmend einer fast berauschten Lebensfreude weicht. Laurent Lafitte spielt dagegen einen Mann, der sich wenig um gesellschaftliche Grenzen kümmert und mit einer Mischung aus Charme, Provokation und unverhohlenem Ehrgeiz immer tiefer in die Familie eindringt.

Je stärker ihre Beziehung wird, desto schwieriger lässt sich beantworten, wo echte Zuneigung endet und finanzielle Interessen beginnen. Thierry Klifa verbindet diesen Konflikt mit Elementen einer schwarzen Komödie und eines Familiendramas. Hinter glamourösen Häusern, Kunstwerken und beinahe grenzenlosem Luxus stehen Menschen, die um Anerkennung, Zuneigung und Kontrolle kämpfen. Nach seinem Kinostart am 23. April erhält der Film nun seine Home-Entertainment-Auswertung.

 Laufzeit: 117 Minuten (DVD), 122 Minuten (BD)