DER WUNDERWELTENBAUM

Inhalt: Als die Geschwister Beth (Delilah Bennett-Cardy), Fran (Billie Gadsdon) und Joe (Phoenix Laroche) wider ihren Willen mit ihren Eltern (Andrew Garfield, Claire Foy) aufs Land ziehen, beginnt für die Familie ein ganz besonderes Abenteuer. In dem nahegelegenen, geheimnisvollen Wald entdecken die Kinder einen magischen Baum: den bis in die Wolken reichenden Wunderweltenbaum, in dem außergewöhnliche Wesen wohnen.

Schnell schließen sie Freundschaft mit den Baumbewohnern Fee Seidenhaar (Nicola Coughlan), Frau Wasch (Jessica Gunning) und Mondgesicht (Nonso Anozie), die sie in fantastische Welten entführen. Gemeinsam erleben sie märchenhafte Abenteuer – bis sie auf einer ihrer Reisen ausgerechnet in der düsteren Welt der gefürchteten Schuldirektorin Madame Klaps (Rebecca Ferguson) notlanden müssen. Auch zuhause läuft es mit dem neuen Familienbetrieb plötzlich nicht mehr ganz nach Plan…

© Leonine Studios

Ein Neustart mit magischen Nebenwirkungen

Die Bücher von Enid Blyton leben weniger von klarer Handlung als von Momenten. Süßigkeiten, kleine Abenteuer, schräge Figuren. Genau das macht sie für Kinder bis heute so reizvoll. Für eine Verfilmung ist das allerdings eine echte Herausforderung, denn Struktur ist hier eher Nebensache. Dass „Der Wunderweltenbaum“ trotzdem funktioniert, liegt vor allem an Simon Farnaby. Der „Paddington“-Autor bringt genau das richtige Gespür für warmen Humor und emotionale Zwischentöne mit. Er versucht, aus den vielen kleinen Episoden eine Geschichte zu formen, die nicht komplett auseinanderfällt.

Im Zentrum steht Polly (Claire Foy), die ihren Job hinschmeißt und mit ihrem Mann Tim (Andrew Garfield) aufs Land zieht. Neustart, neue Chancen, alles auf Anfang. Klingt gut, findet aber längst nicht jedes Familienmitglied. Während die älteren Kinder mit dem Umzug hadern, blüht die jüngste Tochter Fran regelrecht auf. Vor allem, als sie auf die Fee Silky trifft, gesprochen von Nicola Coughlan. Von da an ist klar: Das hier wird kein normaler Familienausflug. Ein riesiger magischer Baum öffnet den Zugang zu völlig überdrehten Welten. Und genau da dreht der Film dann richtig auf.

(R-L) Phoenix Laroche, Delilah Bennett-Cardy, and Billie Gadsdon in Der Wunderweltenbaum (2026)
(R-L) Phoenix Laroche, Delilah Bennett-Cardy, and Billie Gadsdon in Der Wunderweltenbaum (2026) © Leonine Studios

Zwischen Herz und hektischer Fantasie

Was folgt, ist eine Reihe von Abenteuern, die sich oft eher wie einzelne Kapitel anfühlen als wie eine durchgehende Geschichte. Die Kinder stolpern von einer Welt in die nächste. Mal geht es um Süßigkeiten, mal um komplett absurde Figuren wie Mondgesicht oder den völlig durchgedrehten Pfannen-Man. Das Problem: Der Film wirkt dadurch stellenweise zerfahren. Die einzelnen Episoden sind unterhaltsam, greifen aber nicht immer sauber ineinander. Gerade wenn es emotional wird, wird diese Linie schnell wieder von der nächsten skurrilen Idee unterbrochen.

Regisseur Ben Gregor geht visuell einen eigenen Weg. Die reale Welt bleibt überraschend bunt, während manche Fantasy-Welten düsterer wirken, als man es erwarten würde. Das sorgt für interessante Kontraste, wirkt aber nicht immer stimmig. Am besten funktioniert der Film, wenn er sich auf die Familie konzentriert. Die Dynamik zwischen den Figuren gibt dem Ganzen Halt. Man spürt, dass hier mehr drinsteckt als nur bunte Bilder und schräge Ideen.

Fazit: „Der Magische Baum“ schwankt ständig zwischen zwei Ansätzen. Auf der einen Seite ein fantasiegetriebenes Kinderabenteuer. Auf der anderen eine klassische Geschichte über Familie, Zusammenhalt und Neuanfang. Nicht alles greift perfekt ineinander. Manche Figuren bleiben eher Karikaturen, manche Szenen wirken wie abgehandelte Episoden. Aber genau in diesem Mix liegt auch ein Teil des Charmes. Am Ende ist das hier kein perfekt durchgeplanter Film. Eher ein bewusst chaotisches, manchmal hektisches Abenteuer mit genug Herz, um trotzdem zu funktionieren.