Inhalt: DER SUPER MARIO GALAXY FILM ist der neue Animationsfilm, basierend auf der Welt von „Super Mario Bros.“ Das erste Mario-Abenteuer Der Super Mario Bros. Film startete 2023 in den Kinos, spielte weltweit mehr als 1,3 Milliarden Dollar ein und begeisterte in Deutschland mehr als 5 Millionen Kinozuschauer.
Viel Bewegung, wenig Gewicht
Das zweite goldene Zeitalter der Animation in den 1990er Jahren hat gezeigt, dass Animationsfilme mehr sein können als reine Kinderunterhaltung. Sie konnten mehrere Ebenen bedienen, mit Humor für Kinder und feinen Zwischentönen für Erwachsene. Genau daran muss sich auch die neue Zusammenarbeit von Illumination und Nintendo messen lassen. Inspiriert vom Spiel Super Mario Galaxy bringt der Film zwar eine vertraute Welt auf die Leinwand, bleibt aber hinter diesem Anspruch zurück.
Was hier erzählt wird, wirkt weniger wie eine zusammenhängende Geschichte und mehr wie eine Reihe einzelner Episoden, die schnell hintereinander abgehandelt werden. Man springt von einer Idee zur nächsten, von einem Schauplatz zum nächsten, ohne dass sich daraus ein klarer roter Faden entwickelt. Dadurch entsteht ein hektisches Tempo, das zwar nie Langeweile aufkommen lässt, aber auch kaum Raum für echte emotionale Momente bietet. Im Mittelpunkt steht Prinzessin Rosalina, gesprochen von Brie Larson. Sie kümmert sich um eine Gruppe lebender Sterne, wird jedoch von Bowser Jr., gesprochen von Benny Safdie, entführt. Dessen Motivation ist simpel. Er will seinen Vater Bowser (Jack Black), rächen.
Parallel dazu machen sich Mario und Luigi (Chris Pratt und Charlie Day), gemeinsam mit dem eigentlichen MVP des Films, Yoshi (Donald Glover), auf den Weg. Unterstützung erhalten sie von Prinzessin Peach (Anya Taylor-Joy). Ihr Ziel ist klar. Rosalina retten. Der Weg dorthin fühlt sich jedoch weniger wie eine Reise an, sondern eher wie ein schnelles Durchlaufen verschiedener Spiellevel. Klingt passend, ist es aber nicht, da Mario und Luigi zeitweise zu Nebenfiguren verkommen.

Humor und Herz bleiben auf der Strecke
Der Film lebt von seiner Geschwindigkeit. Es passiert ständig etwas. Figuren tauchen auf, verschwinden wieder, neue Orte werden eingeführt und direkt wieder verlassen. Diese ständigen Wechsel sorgen für Energie, wirken aber auch zerfahren. Es fehlt an Momenten, in denen eine Szene wirklich wirken kann. Gerade die prominente Sprecherbesetzung hätte hier mehr tragen können. Namen wie Donald Glover oder Benny Safdie bleiben jedoch erstaunlich blass. Man erkennt ihre Stimmen kaum, und ihre Figuren bekommen nicht genug Raum, um sich zu entfalten.
Eine kleine Ausnahme ist Glen Powell als Fox McCloud, der trotz kurzer Auftritte einen bleibenderen Eindruck hinterlässt. Auch erzählerisch werden Ideen nur angerissen. Ein möglicher emotionaler Ansatz, etwa eine Entwicklung bei Bowser, wird kurz angedeutet und dann abrupt fallen gelassen. Vieles wirkt, als würde es beginnen, aber nie wirklich zu Ende gedacht werden. Ein weiteres Problem ist der Humor. Während frühere Filme des Studios oft durch klare Gags und präzises Timing überzeugt haben, bleibt es hier überraschend still. Es gibt kaum Szenen, die vor allem die jüngeren Zuschauer wirklich zum Lachen bringen.
Stattdessen setzt der Film stark auf visuelle Reize. Kinder dürften sich an Figuren wie Ninjis oder den skelettartigen Tostarenanern erfreuen. Für ein älteres Publikum reicht das jedoch kaum aus. Auch die musikalischen Momente bleiben hinter den Erwartungen zurück. Es gibt keinen klaren Höhepunkt, keinen Song oder Moment, der wirklich hängen bleibt.
Fazit: Die Fan-Service-Momente funktionieren für Zuschauer, die tief in der Welt von Mario verwurzelt sind. Für alle anderen wirkt der Film wie eine laute, hektische Abfolge bunter Einfälle, die schnell vorbeiziehen, ohne nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Visuell ist das alles beeindruckend umgesetzt, doch erzählerisch bleibt vieles hinter dem ersten Film zurück..
Film Bewertung 5 / 10





