Ruth Madeley in Being Heumann (2026)

Apple Original Films hat den ersten Teaser-Trailer und das Key Art zu „Being Heumann“ veröffentlicht. Oscar-Preisträgerin Siân Heder, die mit „CODA“ Filmgeschichte schrieb, erzählt darin die Geschichte der amerikanischen Behindertenrechtsaktivistin Judy Heumann und eines Protests, der 1977 zu einem entscheidenden Moment der US-amerikanischen Bürgerrechtsgeschichte wurde.

Die britische Schauspielerin Ruth Madeley übernimmt die Hauptrolle, während Mark Ruffalo den Regierungsvertreter spielt, gegen dessen Blockade sich die Aktivistinnen und Aktivisten stellen. Der Film feiert am 10. September 2026 als Eröffnungsfilm des Toronto International Film Festival seine Weltpremiere und ist ab 13. November 2026 weltweit bei Apple TV zu sehen. „Being Heumann“ ist nach „CODA“ die zweite Zusammenarbeit zwischen Heder und Apple Original Films.

Während ihr Oscar-prämiertes Drama eine gehörlose Familie und deren hörende Tochter ins Zentrum rückte, beschäftigt sich Heder diesmal mit einer realen Persönlichkeit, deren Aktivismus grundlegende Veränderungen für Menschen mit Behinderungen in den Vereinigten Staaten mit vorantrieb. Der Film konzentriert sich dabei auf eine entscheidende Phase in Heumanns Leben und macht aus einem politischen Konflikt die Geschichte einer Gruppe, die feststellt, dass sie nur dann gehört wird, wenn sie sich nicht länger übergehen lässt.

Eine Besetzung wird zum historischen Wendepunkt

Die Handlung führt ins Jahr 1977. Judy Heumann hat genug davon, dass ihre Forderungen ignoriert und ihre Anrufe nicht beantwortet werden. Gemeinsam mit einer Gruppe junger Menschen mit Behinderungen entscheidet sie sich deshalb für eine radikal andere Form des Protests: Sie besetzen ein Regierungsgebäude. Was zunächst wie eine spontane Aktion beginnt, wächst schnell zu einer Bewegung heran. Hunderte Menschen schließen sich an, besetzen Regierungsbüros und weigern sich, das Gebäude wieder zu verlassen.

Aus Stunden werden Tage – und aus der Aktion entwickelt sich schließlich die längste Besetzung eines Bundesgebäudes in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Im Mittelpunkt steht die Forderung, bestehende gesetzliche Schutzrechte für Menschen mit Behinderungen endlich konsequent umzusetzen. Heumann und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter kämpfen nicht um symbolische Gesten, sondern gegen strukturelle Diskriminierung und dafür, dass staatliche Institutionen ihren eigenen Verpflichtungen nachkommen. Ruth Madeley verkörpert Heumann dabei nicht als distanzierte historische Ikone.

Der Film setzt auf eine junge Frau, die selbst noch herausfinden muss, wie sie eine immer größer werdende Bewegung anführen kann. Heder interessiert sich damit sowohl für die politische Bedeutung des Protests als auch für die Menschen, die plötzlich Verantwortung übernehmen müssen, obwohl ihnen zuvor kaum jemand gesellschaftliche oder politische Macht zugestanden hatte.

Mark Ruffalo steht auf der anderen Seite des Konflikts

Der politische Widerstand erhält mit Mark Ruffalo ein prominentes Gesicht. Er spielt jenen Bürokraten, dessen Handeln beziehungsweise Nichthandeln zum zentralen Konflikt des Protests wird. Die Besetzerinnen und Besetzer weigern sich, ihre Position aufzugeben, solange die Regierung keine verbindlichen Schritte unternimmt. Apple beschreibt den Film dabei bewusst nicht als klassisches ehrfürchtiges Biopic.

„Being Heumann“ soll neben der politischen Dimension auch den rebellischen Geist der Bewegung, den Humor ihrer Beteiligten und die ungewöhnliche Gemeinschaft zeigen, die während der Besetzung entsteht. Gerade darin liegt ein wesentlicher Ansatz von Heders Inszenierung: Menschen mit Behinderungen erscheinen nicht ausschließlich als Betroffene von Diskriminierung, sondern als handelnde politische Akteure, die Strategien entwickeln, Bündnisse schließen, Konflikte austragen und sich ihren eigenen Platz in der Gesellschaft erkämpfen.

Neben Ruth Madeley und Mark Ruffalo gehört unter anderem Dylan O’Brien zum Ensemble. Apple führt außerdem Madeline Delp im Cast. Heder schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Rebekah Taussig. Produziert wurde der Film unter anderem von David Permut und Kevin J. Walsh. Für Siân Heder ist „Being Heumann“ auch thematisch eine konsequente Weiterentwicklung ihrer bisherigen Arbeit. „CODA“ gewann 2022 den Oscar als Bester Film und machte Apple zum ersten Streaminganbieter, der in dieser Kategorie ausgezeichnet wurde. Heder selbst erhielt den Oscar für das adaptierte Drehbuch.

Mit „Being Heumann“ richtet sie den Blick nun auf eine historische Bürgerrechtsbewegung, deren Errungenschaften weit über die konkrete Besetzung von 1977 hinauswirkten. Judy Heumann wurde später zu einer der international bekanntesten Vertreterinnen der Behindertenrechtsbewegung und setzte ihre Arbeit auch auf politischer Ebene fort.

Weltpremiere eröffnet das Toronto International Film Festival

Der Film konzentriert sich jedoch nicht ausschließlich auf ihre spätere Bedeutung. Im Zentrum steht jener Moment, in dem eine Gruppe von Menschen erkennt, dass bestehende Machtstrukturen ihre Situation nicht von selbst verändern werden. Die Besetzung wird dadurch zum Ausgangspunkt einer Geschichte über Selbstbestimmung, Zusammenhalt und die Entstehung politischer Handlungsmacht.

Noch vor dem Streamingstart erhält „Being Heumann“ eine prominente Festivalpremiere. Am 10. September 2026 eröffnet der Film das 51. Toronto International Film Festival. Die Veranstaltung gehört zu den wichtigsten Festivals der internationalen Herbstsaison und macht Heders neue Regiearbeit bereits zwei Monate vor der Veröffentlichung bei Apple TV zu einem zentralen Titel des diesjährigen Festivalprogramms. Mit dem jetzt veröffentlichten Teaser beginnt Apple zugleich die eigentliche Kampagne für den Film.

Erstmals sind Ruth Madeley als Judy Heumann, Mark Ruffalo und die Besetzung des Regierungsgebäudes in größerem Umfang zu sehen. Parallel zum Trailer wurde auch das offizielle Key Art veröffentlicht. „Being Heumann“ feiert am 10. September 2026 seine Weltpremiere beim Toronto International Film Festival und startet am 13. November 2026 weltweit auf Apple TV.