Inhalt: Der Marketingleiter Brad (Mark Wahlberg) und Elijah (Paul Walter Hauser) versuchen, ihre Kondome mit Penis- und Hodenmotiv als offizielle Verhütungsmittel der Fußball-WM in Brasilien durchzusetzen. Als sie dabei versehentlich einen Skandal verursachen, müssen sie vor einer kriminellen Bande die Flucht ergreifen.

Zwischen Anspruch und Absturz: „Balls Up“ verfehlt seine eigene Komik von Beginn an
Im Jahr 1994 setzte Peter Farrelly mit Dumm und Dümmer einen Maßstab für bewusst überdrehte, derbe Buddy-Komödien. Der Film war laut, plump und oft geschmacklos, funktionierte aber über eine entscheidende Komponente: Er hatte trotz allem Herz und Figuren, mit denen man zumindest ansatzweise mitgehen konnte. Mit „Balls Up“ versucht Farrelly nun offensichtlich, genau diesen Ton wieder aufzugreifen. Das Problem ist nur, dass diesmal weder Charme noch Timing vorhanden sind. Was bleibt, ist eine sinnentleerte Hülle, die ihre eigene Idee nicht versteht.
Nach seinem überraschenden Kurswechsel mit Green Book, der ihm den Oscar einbrachte, wirkt „Balls Up“ wie ein Rückschritt ohne klare kreative Strategie. Das Drehbuch von Rhett Reese und Paul Wernick, die mit ihren Arbeiten an Deadpool eigentlich ein Gespür für bissige, selbst ironische Komik bewiesen haben, verliert sich hier in einer Aneinanderreihung von Ideen, die nie über das Stadium einer ersten Drehbuchentwurfshinauskommen. Im Zentrum stehen Brad, gespielt von Mark Wahlberg, und Elijah, dargestellt von Paul Walter Hauser. Zwei Figuren, die nicht überzeichnet sind, sondern schlicht wie Hohlkörper wirken. Charakterentwicklung findet nicht statt.
Stattdessen degradiert der Film seine Protagonisten zu einer Ansammlung oberflächlicher Eigenschaften, die nur aus sich wiederholenden Slapstick-Einlagen und fragwürdigen Pointen bestehen. Auch der Humor bleibt durchweg auf einer Ebene, die nicht provokativ, sondern einfach nur ermüdend ist. Abgedroschene Witze über Kondome oder Peinlichkeiten ersetzen jede erzählerische Substanz.

Zerfahren, hektisch und ohne erzählerischen Kern
Das größte strukturelle Problem liegt jedoch tiefer. „Balls Up“ hat keine erkennbare narrative Linie. Komödien benötigen keine komplexe Dramaturgie, aber sie brauchen zumindest eine klare Richtung. Hier fehlt selbst das Fundament. Nach einer Stunde ist nicht ersichtlich, wohin sich die Geschichte entwickelt oder ob sie überhaupt ein Ziel verfolgt.
Man streift ein Thema und lässt es dann sofort wieder fallen. Szenen eskalieren ohne jegliche Vorbereitung und verpuffen ohne Auflösung. Das Ergebnis ist ein zusammenhangloses Gesamtbild, das weder Spannung noch Rhythmus aufbaut. Selbst einzelne Gags wirken isoliert, da ihnen der Kontext fehlt, in dem sie sich entfalten könnten. Hinzu kommt ein problematischer Umgang mit dem Schauplatz und den Figuren. Der Film verlegt einen Großteil seiner Handlung nach Brasilien, nutzt diesen Schauplatz jedoch nur als Kulisse für klischeehafte und fragwürdige Darstellungen.
Figuren wie der von Sacha Baron Cohen gespielte Gangsterboss wirken wie Karikaturen ohne eigentlichen Zweck. Auch die weiblichen Figuren bleiben bloße Projektionsflächen, denen jede Eigendynamik fehlt. Der Film reduziert sie durchweg auf stereotype Rollen, was nicht nur erzählerisch schwach ist, sondern auch den ohnehin bereits fragilen Grundton zusätzlich untergräbt.
Fazit: Das Ergebnis ist ein Film, der weder als Hommage an vergangene Erfolge noch als eigenständige Komödie funktioniert. „Balls Up“ ist nicht einfach nur unlustig, sondern auch strukturell und inszenatorisch sehr unausgereift. Der Versuch, den Charme vergangener Zeiten wieder aufleben zu lassen, führt nicht zu einer nostalgischen Wiederbelebung, sondern zu einem Film, der sich selbst im Weg steht und letztlich in seiner eigenen Absurdität versinkt.
Film Bewertung 3 / 10





