AUF ZWEI RÄDERN

Auf zwei Rädern verbindet Roadmovie, persönliche Spurensuche und leisen Humor zu einer zutiefst menschlichen Geschichte über Verlust und das Weiterleben danach. Regisseur und Hauptdarsteller Mathias Mlekuz begibt sich darin gemeinsam mit seinem Freund Philippe und Terrier Lucky auf eine Reise quer durch Europa. Die Route folgt dem Weg, den Mathias’ verstorbener Sohn Youri Jahre zuvor selbst mit dem Fahrrad zurückgelegt hatte – von der französischen Atlantikküste bis nach Istanbul.

Was zunächst wie eine stille Suche nach Erinnerungen wirkt, entwickelt sich unterwegs immer stärker zu einer emotionalen Auseinandersetzung mit Abschied, Freundschaft und Lebensmut. Dabei bleibt der Film bewusst nah an seinen Figuren und verzichtet auf großes Pathos. Stattdessen entsteht seine Wirkung aus kleinen Begegnungen, spontanen Situationen und der glaubwürdigen Dynamik zwischen den beiden Freunden.

AUF ZWEI RÄDERN
© MES Production, F Comme Film, Foto: Emmanuel Guimier © Weltkino Filmverleih

Ein Film zwischen Melancholie und Lebensfreude

Gerade dieser Wechsel zwischen Traurigkeit und Humor macht „Auf zwei Rädern“ besonders. Der Film balanciert mühelos zwischen melancholischen Momenten, trockener Situationskomik und einem beinahe dokumentarischen Gefühl von Echtheit. Philippe Rebbot bringt dabei eine angenehm chaotische Energie in die Geschichte, während Hund Lucky fast schon unbemerkt zum emotionalen Bindeglied der Reise wird. Gemeinsam entwickelt das Trio eine sympathische Dynamik, die den Film trotz seines schweren Themas überraschend leicht wirken lässt.

So entsteht weniger ein klassisches Trauerdrama als vielmehr ein lebensbejahendes Roadmovie über Menschen, die versuchen, mit Verlust umzugehen, ohne daran zu zerbrechen. In Frankreich entwickelte sich „Auf zwei Rädern“ schnell zum Publikumsliebling und wurde auch international auf Festivals gefeiert. Das liegt vor allem daran, dass der Film seine emotionalen Themen nie künstlich überhöht, sondern stets menschlich und greifbar hält. Die Reise quer durch Europa wird dabei zunehmend zu einer inneren Bewegung. Mit jeder Etappe nähern sich die Figuren nicht nur der Vergangenheit, sondern auch der Möglichkeit, wieder nach vorne zu blicken. „Auf zwei Rädern“ ist ein warmherziger Film über Freundschaft, Erinnerung und das Leben nach einem Verlust – traurig, komisch und tröstlich zugleich.