THE FURIOUS

Explosiv, kompromisslos und beeindruckend in Szene gesetzt: „The Furious“ liefert geballte Martial-Arts-Expertise in einer mitreißenden Tour de Force. Unter der Regie von Kenji Tanigaki entwickelt sich ein Film, der seine Stärken klar in der physischen Inszenierung verortet. Aus einem zunächst überschaubaren Entführungsdrama entsteht schnell ein gnadenloser Actionthriller, in dem rohe Gewalt auf technische Präzision trifft. Angeführt wird das Ensemble von Xie Miao, unterstützt von internationalen Genregrößen wie Joe Taslim, Yayan Ruhian und Brian Le. Gemeinsam treiben sie die Handlung mit intensiven, präzise choreografierten Nahkampfszenen voran, die klar auf Authentizität statt Effekthascherei setzen.

THE FURIOUS
THE FURIOUS © capelight pictures

Ein Vater, ein Ziel: Rettung um jeden Preis

Im Zentrum steht Wang Wei, gespielt von Xie Miao. Nachdem seine Tochter von einem skrupellosen Verbrechersyndikat entführt wird und die Polizei nicht eingreift, bleibt ihm nur eine Option. Er nimmt die Sache selbst in die Hand. Seine Suche führt ihn in ein Netzwerk aus Gewalt, Korruption und organisierter Kriminalität. Auf diesem Weg trifft er auf Navin, verkörpert von Joe Taslim. Ein Journalist, der längst nicht mehr nur beobachtet. Seit dem Verschwinden seiner Frau führt er einen persönlichen Feldzug gegen genau dieses Syndikat.

Beide Figuren verbindet ein ähnlicher Antrieb. Verlust, Wut und der Wunsch nach Vergeltung. Aus dieser Konstellation entsteht eine Allianz, die weniger auf Vertrauen basiert als auf einem gemeinsamen Ziel. Die Inszenierung setzt konsequent auf direkte körperliche Auseinandersetzung. Jede Szene ist auf Bewegung, Timing und Raumgefühl ausgelegt. Die Kämpfe wirken nicht wie isolierte Actionmomente, sondern wie die eigentliche Erzählform des Films.

Kenji Tanigaki bringt hier seine Erfahrung als Stuntkoordinator ein, unter anderem aus Projekten wie den „Rurouni Kenshin“-Verfilmungen. Die Action bleibt dabei klar strukturiert. Schläge haben Gewicht, Bewegungen sind nachvollziehbar, und jede Konfrontation steigert die Intensität spürbar.

THE FURIOUS SCHRIFTZUF ROTE SCHRIFT AUF SCHWARZEN HINTERGRUND
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Festivalresonanz und Genrepositionierung

Bereits nach seiner Premiere beim Toronto International Film Festival sorgte „The Furious“ für Aufmerksamkeit. Besonders die Kombination aus klassischer Martial-Arts-Tradition und moderner Inszenierung hebt den Film innerhalb des Genres hervor. Mit Joe Taslim und Yayan Ruhian, bekannt aus The Raid, kehren zwei prägende Gesichter des modernen Actionkinos zurück und verstärken die internationale Ausrichtung des Projekts. „The Furious“ versteht sich damit als konsequent physischer Actionfilm. Weniger Dialog, mehr Bewegung. Weniger Umwege, mehr direkte Konfrontation. Ein Film, der seine Wirkung aus Tempo, Härte und handwerklicher Präzision zieht.