“Waves” | Film Kritik | 2020

Vater und Tochter sitzen am Steg und der Vater hält seine Tochter im Arm. Aus dem Drama Waves. Bald im Kino

Erscheinungsdatum: 16. Juli 2020 (Deutschland)

Laufzeit: 137 Min.

Regisseur: Trey Edward Shults Kamera: Drew Daniels

Drehbuch: Trey Edward Shults


Waves - Ein Drama von Universal Films
©Universal Pictures

Story:

Der 18-jährige Tyler Williams (Kelvin Harrison Jr.) träumt von einem Sportstipendium fürs College und einer Profikarriere als Ringkämpfer.

Angetrieben von seinem distanzierten, stark auf den Erfolg seines Sohnes bedachten Vater Ronald (Sterling K. Brown) verlangt er sich immer neue Höchstleistungen ab, doch irgendwann droht der Highschool-Schüler an den Erwartungen zu zerbrechen, hinzu kommen eine verschleppte Schulterverletzung und ein Streit mit seiner Freundin Alexis (Alexa Demie), was zu dramatischen Ereignissen führt.

Seine Schwester Emily (Taylor Russel) muss indes mit den Folgen von Tylers Zusammenbruch zurechtkommen und findet in dieser schwierigen Situation einen Freund in ihrem schüchternen, ebenfalls von Familienproblemen geplagten Mitschüler Luke (Lucas Hedges)…


Waves
©Universal Pictures

Film Kritik:

von Ilija Glavas

Ein emotional-ausuferndes Familiendrama

Waves erzählt die ebenso schöne wie tragische Geschichte einer Familie mit großem Feingefühl, aber mit einem manchmal zu aggressiv-rauhen und chaotischen Stil. 

Das filmische Drama übernimmt die gewaltige Aufgabe, eine Geschichte über eine Vorstadtfamilie zu erzählen, die extreme Höhen und Tiefen erlebt und dabei versucht, sich sowohl einzeln als auch gemeinsam durch ihre Welt zu navigieren.

Komplizierte Familiendynamiken sind dem Regisseur nicht neu. Solche Themen hat der Filmemacher sowohl in seinem abendfüllenden Regiedebüt “Krisha” als auch in dem Horrorfilm “It Comes At Night” aufgegriffen. 


Waves
©Universal Pictures

Regie, Musik und Kamera als Einheit

Mit Waves zeigt Shults sein Geschick bei der Darstellung des Innenlebens einer Familie und der einzelnen Mitglieder dieser Familie, wobei er die Erzählung in überraschende Richtungen führt und eine tiefe Katharsis heraufbeschwört.

Regie, Kameraführung und Musik ( Trent Raznor und Atticus Ross ) verweben sich in Waves zu einem emotionalen Filmerlebnis, das ebenso eindringlich, ungemütlich und spürbar lebendig ist.

Freuen darf und sollte man sich, über zwei unterschiedlichen Filmhälften, die im Nachhinein absolut Sinn ergeben und im zweiten Abschnitt mit einem Tempo, welches sogar besser ankommt. Der eigene Puls wird, nach dem wilden und emotionsgeladenden Ritt in Hälfte eins, runtergefahren.


©Universal Pictures

Man erhält die nötige Denkpause, um die Bilder, die sich so eben ins Gedächtnis gebrannt worden, zu verarbeiten.

Waves ist sicherlich ein ungewöhnliches Filmerlebnis. So, dass diejenigen, die Mainstream Filme bis hin zu Blockbuster Veröffentlichungen mit großem Budget schauen, Waves vielleicht auch sehenswert finden werden.


©Universal Pictures

Fazit:

Letztlich gelingt es Waves, das wirkliche Leben seines Charakters mit einer echten, wenn auch gnadenlosen Offenheit darzustellen, wie man sie selten im Film sieht. In Blockbustern schon zweimal nicht.

Wertung: 7.5 /10 

10 – Meisterwerk – 8-9  sehr gut – 6-7 gut – 5  Ziel erreicht – 3-4 grad noch wach geblieben – 1-2 Geldverschwendung – 0 Geld zurück verlangen 


©Universal Pictures