Inhalt: Jill verarbeitet den Tod ihrer Schwester, indem sie ihr Sprachnachrichten hinterlässt, in denen sie von ihrem chaotischen Leben in San Francisco berichtet. Als die Nummer neu vergeben wird, erreichen ihre herrlich offenen Nachrichten einen mysteriösen Immobilienmakler aus Austin.
Weitergeleitete Voicemails verändern zwei Leben
Die romantische Komödie erlebt derzeit ein bemerkenswertes Comeback. Nach Filmen wie Rye Lane, Wo die Lüge hinfällt, Finding Emily oder Office Romance reiht sich nun VOICEMAILS FOR ISABELLE in diese Entwicklung ein. Regisseurin und Drehbuchautorin Leah McKendrick erzählt eine Geschichte, die vertraute Genre-Muster aufgreift, damit gekonnt spielt, diese mit einem lockeren Ton adressiert und ihnen eine emotionale Fallhöhe verleiht.
Im Mittelpunkt steht Jill (Zoey Deutch), eine angehende Bäckerin aus San Francisco. Um ihre an Mukoviszidose erkrankte Schwester Isabelle an ihrem Leben teilhaben zu lassen, spricht sie regelmäßig persönliche Sprachnachrichten auf deren Mailbox. Nach einer tragischen Wendung werden diese Voicemails jedoch an den texanischen Immobilienmakler Wes (Nick Robinson) weitergeleitet.
Statt die Nachrichten einfach zu ignorieren oder den Irrtum sofort aufzuklären, fühlt er sich von Jills Offenheit berührt und beschließt, sie kennenzulernen – eine Entscheidung, die das Leben beider nachhaltig verändern wird.

Zwei Hauptdarsteller tragen den Film
Die Ausgangsidee wirkt zunächst konstruiert und verlangt dem Publikum einiges an Wohlwollen ab. Immer wieder stellt sich die Frage, warum Wes die Wahrheit nicht einfach offenlegt. Gerade in der ersten Filmhälfte sorgt diese Prämisse für einige unglaubwürdige Momente. Doch sobald Zoey Deutch und Nick Robinson gemeinsam auf dem Bildschirm zu sehen sind, rücken diese Zweifel schnell in den Hintergrund.
Beide harmonieren hervorragend miteinander und entwickeln eine natürliche Chemie, die den Film trägt. Robinson verkörpert Wes mit einer sympathischen Mischung aus Unsicherheit und Herzlichkeit, während Deutch Jill gleichermaßen verletzlich und selbstbewusst anlegt. Auch die Nebenrollen fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein.
Nick Offerman sorgt als cholerischer Chef für die komödiantischen Höhepunkte, während Harry Shum Jr. und Leah McKendrick als Freunde des Protagonisten immer wieder den moralischen Spiegel der Geschichte bilden.

Mehr als eine klassische Liebesgeschichte
Was VOICEMAILS FOR ISABELLE von vielen anderen Filmen dieses Genres unterscheidet, ist seine emotionale Tragweite und die glaubwürdige Verbindung zwischen den Schwestern, die von Anfang an spürbar ist. Hinter der romantischen Handlung verbirgt sich eine Geschichte über Trauer, Verlust und die schwierige Frage, ob man nach schmerzhaften Erfahrungen bereit ist, erneut Liebe zuzulassen. Leah McKendrick verbindet diese Themen mit viel Feingefühl. Dabei entstehen einige berührende Momente, die ohne übertriebene Sentimentalität auskommen.
Besonders eine Szene rund um eine Kindheitserinnerung, ausgelöst durch den Geschmack eines Desserts, gehört zu den emotionalen Höhepunkten des Films. Auch der gezielte Needle-Drop von Taylor Swifts Song „Marjorie“ unterstreicht die Atmosphäre eindrucksvoll. Neben der Liebesgeschichte setzt der Film zudem auf moderne Figurenbilder, eine selbstbewusste weibliche Hauptfigur und einen unverkrampften Umgang mit Beziehungen und Sexualität, ohne diese Aspekte in den Vordergrund zu drängen.
Fazit: VOICEMAILS FOR ISABELLE beginnt mit einer Prämisse, die nicht immer vollkommen überzeugt. Doch dank der außergewöhnlich starken Chemie zwischen Zoey Deutch und Nick Robinson, eines charmanten Drehbuchs und einer überraschend emotionalen Geschichte entwickelt sich daraus eine der gelungensten romantischen Komödien der letzten Zeit. Der Film erinnert daran, warum das Genre nach wie vor seinen festen Platz im Kino und beim Streaming verdient.
Film Bewertung 7 / 10





