UNDERTONE

Es gibt kaum etwas Unangenehmeres, als wenn jemand ankündigt, einen Podcast starten zu wollen. Genau aus diesem modernen Alltagsgrauen scheint Undertone seine Inspiration zu ziehen. Der neue Horrorfilm aus dem Hause A24 denkt den True-Crime-Hype konsequent zu Ende und verwandelt das gesprochene Wort selbst in eine Quelle des Schreckens.

Ein erster Trailer deutet bereits an, dass hier weniger auf Jump-Scares als auf schleichenden, akustischen Terror gesetzt wird. Horror nicht zum Anschauen, sondern zum Hören. Oder schlimmer noch: zum Nicht-mehr-abschalten-Können.

Wenn Tonaufnahmen zum Albtraum werden

Im Zentrum von Undertone steht die Podcast-Produktion „The Undertone“, eine Crime-Reihe, deren Archivmaterial mehr enthält, als gut für den menschlichen Verstand ist. In den Aufnahmen verbergen sich verstörende Botschaften, die sich erst offenbaren, wenn man sie rückwärts abspielt. Aus harmlosen Tonspuren wird ein akustisches Minenfeld, aus neugieriger Recherche eine Einladung für etwas, das besser ungehört geblieben wäre.

Je tiefer sich die Protagonisten in das Material graben, desto deutlicher wird, dass hier nicht nur ein ungelöster Fall dokumentiert wird, sondern eine Wesenheit Form annimmt. Eine Präsenz, die nicht einfach zuhört, sondern zurück spricht. Und deren Einfluss sich über Kopfhörer, Lautsprecher und menschliche Wahrnehmung ausbreitet.

© A24

Leiser Horror, klare Ambitionen

Regie und Drehbuch stammen von Ian Tuason, der mit Undertone auf eine bewusst reduzierte Inszenierung setzt. Der Cast besteht aus weitgehend unbekannten Gesichtern wie Nina Kiri, Kris Holden-Ried, Michèle Duquet, Keana Lyn Bastidas, Sarah Beaudin, Seled Calderon und Adam DiMarco. Eine Entscheidung, die dem Film zusätzliche Authentizität verleiht und verhindert, dass bekannte Starimages den Horror entschärfen.

Gerade mit Blick auf die jüngeren Genrebeiträge von A24 bleibt die Hoffnung, dass Undertone eher in die Reihe der kompromisslosen, unangenehm nachhallenden Produktionen fällt, die sich langsam ins Bewusstsein fressen. Der Kinostart ist für den 13. März in den USA angesetzt. Wann der Film hierzulande zu hören sein wird, ist noch offen. Bis dahin bleibt nur ein guter Rat: Manchmal ist es besser, nicht alles bis zum Ende anzuhören.