Erfolg ist ein Versprechen, das sich schnell in eine Belastung verwandeln kann. The Moment nimmt genau diesen Kipppunkt ins Visier und erzählt als Mockumentary von den Höhen und Tiefen eines Karrieremoments, der alles verändern soll. Nach dem von ihr mitgeprägten Popkultur-Phänomen „Brat Summer“ steht Charli xcx an einem Punkt, an dem der äußere Jubel lauter ist als die innere Stimme und genau das wird zum zentralen Konflikt.
Der Film beobachtet eine Künstlerin, die längst zur Projektionsfläche geworden ist. Erwartungen prallen aufeinander: die der Industrie, des Publikums, der sozialen Medien und nicht zuletzt die eigenen. The Moment spielt bewusst mit der Unsicherheit, was hier Inszenierung ist und was schmerzhafte Wahrheit, und nutzt das Mockumentary-Format, um diese Ambivalenz offen auszureizen. Statt klassischer Erfolgserzählung entsteht so ein Porträt über Kontrollverlust, kreative Selbstbefragung und die Angst, dem eigenen Mythos nicht mehr gerecht zu werden.
Charli xcx, radikal persönlich inszeniert
Regisseur Aidan Zamiri, der bereits mit Künstlerinnen wie FKA Twigs und Billie Eilish gearbeitet hat, findet für The Moment eine Form, die Nähe zulässt, ohne Schutzräume vorzutäuschen. Charli xcx spielt dabei keine überhöhte Popfigur, sondern eine Version ihrer selbst, die mit Druck, Müdigkeit und Selbstkritik ringt. Gerade diese Offenheit macht den Film zu ihrem bislang persönlichsten Auftritt.
Zamiri setzt weniger auf große Zuspitzungen als auf subtile Reibung. Blicke, Pausen und scheinbar beiläufige Situationen offenbaren, wie fragil Erfolg sein kann, wenn er zum Dauerzustand wird. The Moment ist damit weniger Satire als schonungslose Bestandsaufnahme eines Systems, das ständig nach dem nächsten Höhepunkt verlangt. Als Mockumentary über den Preis des Erfolgs trifft der Film einen Nerv der Gegenwart – und stellt die unbequeme Frage, was bleibt, wenn der Moment vorbei ist.





