“The King Of Staten Island” | Film Kritik

The King of Staten ISland ist eine neue Judd Apatow Komödie. Bekannt für derben Humor, liefert er hier 137 Minuten Film über einen lustlosen Typen, der keinesfalls langweilt.

Besetzung: Pete Davidson, Marisa Tomei, Bill Burr, Bel Powley, Maude Apatow and Steve Buscemi

Regie: Judd Apatow Drehbuch: Judd Apatow, Pete Davidson & Dave Sirus

Im Kino ab: 30. Juli
Länge: 137 min
FSK: 12

Story:

Der liebenswerte und verpeilte Loser Scott lebt mit Mitte Zwanzig immer noch bei seiner Mutter. Doch dann erhält er die Chance, sich seiner Vergangenheit zu stellen und sein Leben neu zu definieren. Mit THE KING OF STATEN ISLAND von Komödien-Experte Judd Apatowüberzeugt Saturday-Night-Live-Star Pete Davidson in der Rolle seines eigenen Lebens.

The King of Staten Island
(von links) Richie (Lou Wilson), Scott Carlin (Pete Davidson), Oscar (Ricky Velez) and Igor (Moises Arias) in “The King of Staten Island” © Universal Pictures


Film Kritik:

von Nicola Scholz


„Du dachtest ein 9 jähriger Junge sei 15?“ „Naja er war 10.”

Scott ist nun schon Mitte 20, lebt aber immer noch zu Hause und hat auch nicht vor, das sobald zu ändern. Seine Schwester zieht aus um aufs College zu gehen, während er bei seinen Freunden im Keller hockt und mit ihnen gemeinsam Gras raucht. Sein einziges Hobby ist die Kunst, vor allem das Tätowieren.

Als er eines Tages am Strand einen 9 jährigen Jungen tätowiert, weil dieser sich ein Tattoo wünscht, steht bald darauf ein wütender Vater ( Comedy Ikone Bill Burr ) vor der Haustier seiner Mutter. Doch aus dem Streit erwacht eine Romanze zwischen Scotts Mutter und dem wütenden Vater und Scott hat wieder einmal nichts besseres mit seinem eigenen Leben anzufangen, dass er sich direkt ins Liebesleben seiner Mutter einmischt.

So wirft er ihr vor das der erste Mann den sie seit seinem Vater, der bei einem Feuer ums Leben kam, wieder ein Feuerwehrmann sei. Nach einem Streit mit dem neuen Freund seiner Mutter setzt diese beide Männer vor die Tür.

Nun muss Scott sehen wo er bleibt. Und vielleicht dabei auch herausfinden was er mit seinem Leben tun möchte.


Bill Burr The King of Staten Island
(von links ) Scott Carlin (Pete Davidson) and Ray Bishop (Bill Burr) in “The King of Staten Island,” © Universal Pictures.

Es ist keine klassische Apatow Komödie

Judd Apatow ist noch nicht so bekannt für einfühlsame Werke die irgendwo auch eine Coming-of-age Geschichte erzählen. Gleichzeitig ist dieses Werk auch eine Semi-Autobiografie über das Leben von Pete Davidson und wie es hätte sein können, wenn er nicht Komiker geworden wäre.

Und auch wenn er in „The King of Staten Island“ einen anderen Weg einschlägt fehlt der Humor keinesfalls. Pete spielt „sich selbst“ als Scott so emotionslos und trocken das die Dialoge mit anderen emotionaler angelegten Figuren schon ohne die gelungenen Texte durchaus Situationskomik beinhalten.

Und wenn es dann zu einem emotionaleren Moment kommt, ob einer der seltenen Augenblicke wo auch Scott Emotionen zeigt, oder ein anderer Charakter, ist dieser Moment immer richtig gesetzt und wirkt keinesfalls überzogen. Mit 137 Minuten ist diese angelegte Teilbiografie schon ein Brett und hat es zunächst etwas schwer dem Zuschauer diese 137 Minuten schmackhaft zu machen.

Ein Gewinn ist dabei definitiv der Komiker Pete Davidson der seine Rolle, wahrscheinlich auch da er sich selbst mehr spielt als Scott, so präzise und mit voller Inbrunst verkörpert das es schwer fällt seinen Charakter nicht trotz der ganzen Lustlosigkeit direkt ins Herz zu schließen.


Marisa Tomei in The King Of Staten Island
Marisa Tomei als Margie Carlin in “The King of Staten Island,” © Universal Pictures

137 Minuten Lustlosigkeit unterhaltsam umgesetzt

Dabei erzählt der Film auch einen wichtigen Aspekt: Die Verlorenheit einer Generation die vor die Frage gestellt wird was sie tun will und in manchen Fällen keine Antwort darauf findet oder den Ehrgeiz nicht besitzt diesem Wunsch nachzugehen. 137 Minuten Lustlosigkeit durch einen Charakter Vorrang zu geben könnte ermüdend wirken, aber auch das tut der Film in keiner Minute.

Durch die zugespitzten Wendungen und der scheinbaren Sackgasse vor der Scott irgendwann im Film steht, hat der Film trotz nicht vorhandener Action, eine deutliche spannungsgeladene Erzählweise. Durch andere Momente, welche sehr überzogen dargestellt werden besitzt er noch den Humor der die ganze Stimmung auflockert und dem Film Schwung gibt.

So wirken 137 Minuten Selbstfindung, wie 90 Minuten lockeres humorvolles Coming-of-age Drama mit einem starken Cast, einer noch stärkeren Darstellung der Charaktere und einer liebevoll erzählten Geschichte welche mehr als nur die Selbstfindungsphase eines Mitte 20 jährigen erzählt.



Fazit:

Wahrlich gelungenes Werk aus dem A24 Studio das von seiner Stimmung her schon fast ein wenig an „Florida Project“ und „Call me by your name“ erinnert.

Wertung: 9,5/10

10 – Meisterwerk – 8-9  sehr gut – 6-7 gut – 5  Ziel erreicht – 3-4 grad noch wach geblieben – 1-2 Geldverschwendung – 0 Geld zurück verlangen 


Trailer:
© Universal Pictures