“Suicide Tourist” | Film Kritik | 2020

Poster zum kommenden Film mit Nikolaj Coster - Waldau

Regie: Jonas Alexander Arnby
Im Kino seit. 2. Juli 2020
Länge: 90 min
FSK: 12

Story:

Coster-Waldau spielt im neuen Film vom dänischen Regisseur Jonas Alexander Arnby den Versicherungsmakler Max, der an einem unheilbaren Hirntumor leidet. Über den Fall einer Kundin stößt er schließlich auf das mysteriöse Hotel „Aurora“, das geplante und betreute Suizide anbietet. Durch sein eigenes Schicksal beeinflusst, begibt sich Max ins Hotel Aurora und stellt sich seiner eigenen Wahrnehmung von Wirklichkeit und Tod. Doch wer einmal im Hotel Aurora eingecheckt hat, für den gibt es kein Zurück mehr…


Film Kritik:

von Nicola Scholz

Der Versicherungsmakler Max führt eigentlich ein überschaubares Leben zusammen mit seiner Frau Laerke. Doch dann wird ihm mitgeteilt das sein Tumor im Kopf weiter gewachsen ist und er ab jetzt seine Zeit schätzen lernen sollte. Daraufhin beginnen die Tage ineinander zu verschwimmen und die Last des nahenden Todes lässt auch seine Frau nicht ruhen.

Über eine Kundin und deren gestorbenen Ehemann erfährt er dann von einem Hotel namens Aurora, wo Sterbens kranke Menschen ihren letzten Ruheort finden können ohne das ihre Angehörigen davon mitbekommen, bis sie ein Video von diesem Hotel zugeschickt bekommen. Für Max scheint das der beste Weg um seiner Frau nicht mehr zur Last zu fallen
und selbst nicht auf den Tod warten zu müssen.


Suicide Tourist
©DCM

Ein verwirrendes Mind Game

Doch als er im Hotel ankommt scheint dieses ein Geheimnis zu tragen. Und schon bald muss Max am eigenen Leib erfahren was es bedeutet wenn es keinen Weg zurück mehr gibt. Im ersten Moment klingt der Film fast schon wie ein Action Thriller der deutlich mehr von sich erwarten lässt, als es das tatsächliche Werk dann erfüllen tut. Im Kern geht es um einen Sterbens kranken Menschen der zu einem Ort flüchtet, wo er sich seine letzte Ruhestätte erhofft. Nichts anderes als schon ein paar andere, wohlgemerkt deutsche Filme, es erzählt haben. Nicht zuletzt “Hin und Weg“ von Florian David Fitz, welcher ein leichtes Drama mit kleinen Komödien Anlagen war.

“Suicide Tourist“ oder “Exit Plan“ wie er im Original heißt, ist bei weitem nicht das Drama das man hinter diesem Inhalt vermutet. Viel eher versucht der Film in der zweiten Hälfte durch einen mystischen Touch an Fahrt zu gewinnen und durch ein verwirrendes Mind Game den Zuschauer zu fesseln. Das finde ich vor allem bei diesem doch sehr tragischen Thema keine sehr gute Herangehensweise um dieses “aufzupeppen“. Sehr geschmacklos entpuppt sich dieses Drama als Mogelpackung bei der man am Ende nun wirklich nicht mehr weiß was geschieht und wie wir dort gelandet sind, an diesem Ausgang ohne Ausgang.

Da schafft es nicht mal der Hauptdarsteller Nikolaj-Coster-Waldau zu punkten, mit dem man sehr offensichtlich versucht einen Publikumsmagneten zu schaffen. Der Film kann sich leider inhaltlich nicht entscheiden was er sein mag, ob Drama, Thriller oder mystisch angehauchter Actionfilm. Als keins von diesem Genre funktioniert er.


Suicide Tourist
© DCM

Zuviel Genre Mix zerstört das angestrebte Ergebniss

Wenn er bei einem Genre geblieben wäre, hätte sich das ganze vielleicht ausgezahlt. So allerdings bekommt man das Gefühl, dass der Regisseur den Tourismus in Gegenden, in denen man legal durch Hilfsmittel sterben darf, auf die Schippe nimmt um daraus einen Plot für seinen eigentlichen Film
zu haben. Dabei spielt der Film mit einem existierenden Fakt, nämlich das man als Sterbens kranker Mensch keine andere Lösung hat als eben in ein Land zu fahren wo es möglich ist mit Hilfsmitteln frühzeitig Abschied zu nehmen, wenn es keine andere Lösung gibt.

Die zweite Ebene des Filmes bietet dabei nicht nur ein sehr verwirrendes Konstrukt, sondern lässt einen auch deutlich unwissend zurück. Die ganze Stimmung des Films arbeitet letztendlich auf den finalen Höhepunkt hin. Die Musik welche sehr durchdringend den mystischen Part schon früh einfädelt und ebenso wenig zur tragischen Lage von Max passt, wie die ganzen Zeitsprünge und die fehlende Einführung der Charaktere.


Suicide Tourist
©DCM

Fazit:

Wir werden in ein Werk geworfen aus dem man zu keinem Zeitpunkt schlau wird und das mit einem Thema spielt mit dem man nicht spielen sollte. Geschmackloses Drama das in keinster Weise einen Mehrwert bietet.

Wertung: 2/10

10 – Meisterwerk – 8-9  sehr gut – 6-7 gut – 5  Ziel erreicht – 3-4 grad noch wach geblieben – 1-2 Geldverschwendung – 0 Geld zurück verlangen 


©DCM