Stranger

Genre: Horror / Sci-Fi | Produktion: USA 2021 | Regie: Duffer – Brüder | Episoden: 2 (von 9) auf Netflix

Mit: Millie Bobby Brown, Finn Wolfhard, David Harbour, Noah Schnapp, Winona Ryder, Matthew Modine, Caleb McLaughlin, Mason Dye, Sadie Sink, gatan Materazzo, Joe Keery, Natalia Dyer, Charlie Heaton, Maya Thurman-Hawke, Joseph Quinn, Eduardo Franco, Paul Reiser, Brett Gelman, Tom Wlaschiha u.a


Inhalt: Nach der Enthüllung von Vecnas Identität am Ende von Teil 1 bereitet sich Elf (Brown) darauf vor, ihre wiedergewonnenen Kräfte auszureizen, während Mike (Wolfhard) und Will (Schnapp) ihre Bemühungen verstärken, sie wiederzufinden. Der Rest der Bande rüstet sich für den Kampf und schmiedet einen Plan, wie sie ins Upside Down zurückkehren und Hawkins retten können.

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Nach etwa 15 Minuten in Kapitel acht, dem ersten Teil der Mega-Doppelfolge von Teil 2 der vierten Staffel von Stranger Things, erfahren wir endlich, was Will auf die Leinwand gezeichnet hat, die er bei sich trägt.

Keine Sorge, wir werden nicht ins Detail gehen – keine Spoiler hier – aber es dient als Erinnerung an etwas, das dieser neuen Staffel, so actionreich, gruselig und episch der Soundtrack auch ist, bisher gefehlt hat: Herz. Wie Will (Noah Schnapp) sagt: „Ich weiß, es ist etwas übertrieben, aber das ist es, was diese ganze Party zusammenhält.“

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Mit Teil 1 kehrte Stranger Things im großen Stil zur alten Form zurück. Aber mit einem völlig neuen Bösewicht (ist er das wirkich?), der vorgestellt werden musste, einigen neuen Schauplätzen, die es zu etablieren galt, und einer ganzen Menge Handlung, die es zu bewältigen gab, blieb kaum eine Sekunde Zeit, um innezuhalten, alles aufzusaugen und eine echte Charakterentwicklung zu sehen.

Teil 2 bietet das in Hülle und Fülle und nutzt jede Minute dieser unglaublich umfangreichen Episoden, um all die Geschehnisse rund um Vecna mit einer immensen Menge an Emotionen, Verbundenheit und, ja, Herz zu füllen.

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Jeder der Charaktere hat einen herausragenden Moment

Die Handlungsstränge, die in Teil 1 so unzusammenhängend schienen, laufen weitgehend gut zusammen: Die sowjetischen Eskapaden von Hopper (David Harbour) und Joyce (Winona Ryder) sind zwar unterhaltsam, fühlen sich aber immer noch etwas aufgesetzt an.

Vor allem in der letzten Episode, in der der Zuschauer dank eines meisterhaften Schnitts mit den einzelnen Gruppen Schritt halten und mitverfolgen kann, wie ihre Handlungen sich gegenseitig beeinflussen.

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Irgendwie hat jeder der Charaktere einen herausragenden Moment, und das, obwohl es so viele Figuren zu steuern gibt: : Will und Jonathan (Charlie Heaton), die ihre brüderliche Bindung auf wunderbare Weise wiederherstellen; Mike (Finn Wolfhard), der erkennt, wie sehr er El (Millie Bobby Brown) liebt, unabhängig davon, wie stark sie ist.

Oder Steve (Joe Keery), der sich Nancy (Natalia Dyer) gegenüber öffnet und ihr (und uns) eine Seite von ihm zeigt, die wir noch nie gesehen haben und Max‘ (Sadie Sink) tränenreiche Rede über die dunklen Gedanken, die sie so anfällig für Vecnas Fluch gemacht haben.

Stranger Things 4 Teil 2
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Auch die Action legt einen Zahn zu

In diesen letzten beiden Episoden gibt es eigentlich recht wenig Handlung – es geht nur um den Aufbau und die Festlegung des Risikos, was es noch verheerender macht, wenn die Ereignisse nicht nach Plan verlaufen. Auch wenn die 150-minütige Laufzeit der letzten Folge auf dem Papier unbestreitbar ausschweifend ist, ist sie auf dem Bildschirm absolut sehenswert.

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Aber es geht nicht nur um rührselige Herzensangelegenheiten – auch die Action-Einlagen haben einen Gang hochgeschaltet. Der fulminante Höhepunkt des achten Kapitels, ist eine der bisher besten Szenen von Stranger Things; ein Kampf zwischen Jason (Mason Dye) und Lucas (Caleb McLaughlin), der in blaues Licht getaucht wird, ist ein echter Hingucker.

Und der große Showdown der Bande mit Vecna ist eine grandiose Zeitlupen-Angelegenheit. Und ja, es gibt noch mehr von „Running Up That Hill“.

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Fulminantes Finale

Dieses lang erwartete Staffelfinale ist unweigerlich schablonenhaft. Die Art und Weise, wie die Dinge zu Ende gehen, hat zwar einen gewissen unerwarteten Infinity-War-Charakter, aber der Weg dorthin ist kein neues erzählerisches Abenteuer.

Allerdings wird diese Reise unglaublich beeindruckend umgesetzt, und man fühlt sich den Figuren näher als je zuvor. Und mit einer so guten Besetzung, einer so großen Saga und einer so reichhaltig gezeichneten Welt ist das mehr als genug.

Fazit: Was Teil 2 an Überraschungen vermissen lässt, macht er mit Herz, Seele, einer spannenden Regie und herzzerreißenden Darbietungen mehr als wett. Ein starkes Schlusskapitel, das die Idee, ein letztes Mal nach Hawkins zurückzukehren, attraktiver denn je macht.

Serien Bewertung 10 / 10