Inhalt: Das Dunkle Imperium ist gefallen und die imperialen Kriegsherren sind weiterhin über die Galaxis verstreut. Während die aufstrebende Neue Republik daran arbeitet, alles zu schützen, wofür die Rebellion gekämpft hat, sichern sie sich die Unterstützung des legendären mandalorianischen Kopfgeldjägers Din Djarin (Pedro Pascal) und seines jungen Lehrlings Grogu.

Western-Abenteuer mit vertrauter Star-Wars-Formel
The Mandalorian and Grogu markiert nicht nur die Rückkehr von Din Djarin und seinem kleinen grünen Begleiter, sondern gleichzeitig auch den ersten neuen Star Wars-Kinofilm seit fast einem Jahrzehnt. Nach mehreren Staffeln der Disney+-Serie war der Schritt auf die große Leinwand fast unausweichlich. Trotzdem bleibt schnell das Gefühl zurück, dass dieses Abenteuer eher wie eine verlängerte Serienepisode funktioniert als wie ein wirklich großes Kinoereignis.
Bereits das Ende der zweiten Staffel von The Mandalorian fühlte sich wie ein natürlicher Abschluss an. Din Djarin übergab Grogu damals emotional an Luke Skywalker und schloss damit einen erzählerischen Kreis, den die Serie später nie wieder ganz erreichte. Die dritte Staffel wirkte bereits deutlich zielloser und genau dieses Problem schleppt nun auch der Kinofilm mit sich herum. Regisseur und Co-Autor Jon Favreau konzentriert sich erneut auf die bekannten Stärken der Reihe: Western-Elemente, klassische Abenteuerstruktur und unkomplizierte Weltraum-Action. Gerade die erste Filmhälfte funktioniert deshalb überraschend gut.
Mando wird zunächst fast archetypisch eingeführt: wortkarg, cool und irgendwo zwischen Kopfgeldjäger und Space-Cowboy angesiedelt. Die Schießereien besitzen Tempo, der Film bewegt sich angenehm flott durch seine ersten großen Szenen und auch die Mischung aus alten und neuen Figuren sorgt zumindest oberflächlich für Unterhaltung. Neben bekannten Gesichtern wie Zeb aus Star Wars Rebels taucht auch Sigourney Weaver als Colonel Ward auf und erweitert den Cast um eine weitere große Genre-Ikone.

Zwischen Nostalgie, CGI-Chaos und erzählerischem Stillstand
Das eigentliche Problem liegt allerdings in der Handlung selbst. Der Film setzt fast ausschließlich auf vertraute Mechanismen und vermeidet jedes erzählerische Risiko. Statt die Geschichte oder das Universum spürbar weiterzuentwickeln, kreist alles um eine eher dünne Mission rund um die Hutten-Zwillinge und Rotta, den Sohn von Jabba. Gerade Rotta wird dabei zum Schwachpunkt des Films. Sein galaktisches Standard-Englisch mit New Yorker Akzent wirkt wie ein seltsamer Comedy-Einschub, der tonal nie wirklich zum Rest passt.
Gleichzeitig reiht der Film eine CGI-Actionsequenz an die nächste, ohne dass echte Spannung entsteht. Immer wieder geht es lediglich darum, wie Mando aus der nächsten brenzligen Situation entkommt. Auch visuell bleibt vieles überraschend steril. Die zahlreichen CGI-Kreaturen und digitalen Kulissen wirken oft eher wie hochwertige Streaming-Produktion als wie großes Kino. Die Bildtiefe auf der Leinwand verpufft durch den digitalen Einsatz und zweidimensional wirkende CGI-Kreaturen. Immer dann, wenn der Film Grogu bewusst in den Mittelpunkt stellt, funktioniert er deutlich besser.
Solides Star-Wars-Abenteuer ohne echten Nachhall
Besonders eine fast wortlose Sequenz im letzten Drittel gehört zu den stärksten Momenten des Films. Dort zeigt Grogu wortlos seine Führungsstärke, Emotionalität und eine fast märchenhafte Präsenz, die daran erinnert, warum diese Figur überhaupt zu einem weltweiten Phänomen wurde. Auch die Einführung mehrerer kleiner Anzellaner verstärkt dieses Gefühl zusätzlich. Der Film weiß sehr genau, dass Niedlichkeit sein größter Trumpf bleibt und verlässt sich teilweise vielleicht sogar zu stark darauf.
„The Mandalorian and Grogu“ funktioniert am besten dann, wenn der Film sich auf seine simplen Abenteuerqualitäten konzentriert und nicht versucht, größer oder bedeutender zu wirken, als er eigentlich ist. Jon Favreau und Dave Filoni setzen dabei bewusst auf Sicherheit statt auf neue Impulse. Das Ergebnis ist unterhaltsam, gelegentlich charmant und visuell solide, aber erzählerisch erstaunlich dünn.
Fazit: Der Film trägt kaum dazu bei, das „Star Wars“-Universum zu erweitern, und wirkt selten so, als wäre er wirklich erforderlich. Mando bleibt cool. Grogu bleibt niedlich. Für viele Fans mag das schon ausreichen. Als großes filmisches Neustart-Projekt für „Star Wars“ wirkt das Ganze jedoch eher wie ein vorsichtiger Zwischenschritt als wie ein neues Kapitel. Er ist zwar unterhaltsam, charmant und familienfreundlich, bleibt aber deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Film Bewertung 6 / 10





